04. Januar 2010, 16:32 Uhr

Friedbergerin baut Krankenstation in Nepal auf

Friedberg (ini). Im September machte Gerhild Baumann eine ganz besondere Reise. Sie flog nach Nepal, nicht zum Wandern oder der Kultur wegen, sondern mit medizinischen Geräten im Gepäck. Seit 1998 baut Baumann zusammen mit Ehemann Tanka Poudel, einem gebürtigen Nepalesen, im Westen der Himalayaregion eine Krankenstation auf, pendelt häufig zwischen Deutschland und Nepal hin und her.
04. Januar 2010, 16:32 Uhr
Gerhild Baumann mit einer Patientin im Krankenhaus. (Foto: pv)

Friedberg (ini). Im September machte Gerhild Baumann eine ganz besondere Reise. Sie flog nach Nepal, nicht zum Wandern oder der Kultur wegen, sondern mit medizinischen Geräten im Gepäck. Seit 1998 baut Baumann zusammen mit Ehemann Tanka Poudel, einem gebürtigen Nepalesen, im Westen der Himalayaregion eine Krankenstation auf, pendelt häufig zwischen Deutschland und Nepal hin und her. »Es ist schon ganz schön groß geworden«, ist die Krankenschwester stolz auf die Entwicklung des Phoolbari Service Centers in der Nähe der Stadt Pokhara, mit dem sie vor elf Jahren bei null angefangen haben und der gut angenommen wird.

Mittlerweile gehören ein Notarztwagen und ein weiteres Auto zum Fuhrpark; EKG-, Sonographie- und Röntgengerät sowie ein Labor stehen für Untersuchungen zur Verfügung, ein Arzt versorgt die Bevölkerung, einmal wöchentlich reist ein speziell ausgebildeter Arzt für die Untersuchungen mit den Geräten in die unwegsame Region. Dank Solaranlage verfügt die Station auch dann über Strom, wenn das öffentliche Stromnetz ausfällt, was nicht selten passiert.

1991 war Baumann zum ersten Mal in Nepal, hat in einem Jahr viele verschiedene Projekte besucht und auch gesehen, was falsch gemacht werden kann. »Bei Hilfsprojekten wird die Bevölkerung zu wenig einbezogen«, stellte Baumann fest. »Wir wollen nicht nur Geld bringen, sondern die Einheimischen miteinbeziehen. Ziel ist, dass sie den Health Post selbstständig verwalten. Nur so kann Entwicklungshilfe funktionieren.« Die Wahl des Ortes für das Projekt fiel nicht schwer, denn Baumanns Ehemann, den sie 1994 kennenlernte, stammt aus der Region und arbeitete dort als Schulleiter.

Zuerst wurde mithilfe von Spendengeldern und Sponsoren eine kleine Krankenstation, ein Health Post, gebaut, die später, als eine Gemeinde ein Haus zur Verfügung stellte, zu einem kleinen Krankenhaus ausgebaut wurde. Die politischen Unruhen in Nepal gingen auch an dem Hilfsprojekt von Baumann und Poudel nicht spurlos vorüber. Doch im Gegensatz zu vielen anderen mussten sie ihre Arbeit nicht einstellen.

Ein Vorteil des Projekts ist, dass Poudel als Einheimischer über gute Kontakte zu Bevölkerung und Behörden verfügt. So kam es, dass vor einem Jahr eine Zusammenarbeit mit einem staatlichen Health Post vereinbart wurde. Die Krankenstation zog um, sehr zum Unmut der Bewohner des Bergdorfes rund 190 Kilometer westlich von Katmandu, Nepals Hauptstadt.

Bewährt hat sich die Zusammenarbeit nicht. »Es gibt zu viel Bürokratie«, haben Baumann und Poudel festgestellt. »Wir möchten lieber unabhängig bleiben.« Deshalb soll am ursprünglichen Standort ein Gemeindekrankenhaus gebaut werden. Ein Haus hat die Gemeinde zur Verfügung gestellt. Doch es werden noch um die 70 000 Euro für die nötigen Um- und Ausbauten benötigt.

Zur Unterstützung des Hilfsprojekts für arme und kranke Menschen in der abgelegenen Himalayaregion wurde in Deutschland der als gemeinnützig anerkannte Verein Phoolbaari Nepal gegründet. Er arbeitet eng mit dem nepalesischen Schwesterverein Phoolbaari Service Center zusammen. Die Verwaltungskosten sind durch das persönliche Engagement der Vereinsgründer gering. Zurzeit werden neben Spendengeldern für den Bau des Gemeindekrankenhauses hauptsächlich Freiwillige - Ärzte, Krankenpflegepersonal, Medizinstudenten, Sozialarbeiter, Lehrer - gesucht, die eine Zeitlang in Nepal leben und arbeiten möchten. Voraussetzung: »Sie müssen ein bisschen abenteuerlustig sein«, sagt Baumann, denn mit der Arbeit in Deutschland hat die Tätigkeit in der Entwicklungshilfe wenig zu tun. Auch Patenschaften für Kinder vermittelt der Verein und die örtliche Schule wird unterstützt.

Mehr Informationen im Internet unter www.phoolbaari-nepal.de.

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