21. Oktober 2009, 17:36 Uhr

Acht umgebaute Zimmer im Bürgerhospital

Friedberg (pm). Acht Monate nach Abschluss einer Kooperationsvereinbarung über ein abgestimmtes Konzept zur palliativmedizinischen Versorgung schwerstkranker Menschen in der Region nimmt eine neue Station mit dem Schwerpunkt Palliativmedizin am Bürgerhospital Friedberg als - neben ambulanten Pflegediensten, Hospizgruppen sowie niedergelassenen Ärzten und Palliativmedizinern - vierte Säule des Versorgungskonzepts ihren Betrieb auf. Bevor die ersten Patienten die acht umgebauten Zimmer im dritten Stock des Bürgerhospitals beziehen werden, erhält am kommenden Wochenende die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich die großzügig gestalteten Räume anzusehen und sich mit dem Konzept der Station vertraut zu machen.
21. Oktober 2009, 17:36 Uhr
Machten sich vorab ein Bild über neue Station am Bürgerhospital (v.l.): Chefarzt Dr. Jörn Kuntsche, Krankenhausdezernent Oswin Veith, GZW-Geschäftsführer Wolfgang Potinius, Standortleiter Robert Roesch, Dr. Thorsten Fritz, Leiter der neuen Abteilung für Schmerztherapie und Palliativmedizin, und Chefarzt Dr. Andreas Niedenthal, Ärztlicher Direktor des Bürgerhospitals. (Foto: pv)

Friedberg (pm). Acht Monate nach Abschluss einer Kooperationsvereinbarung über ein abgestimmtes Konzept zur palliativmedizinischen Versorgung schwerstkranker Menschen in der Region nimmt eine neue Station mit dem Schwerpunkt Palliativmedizin am Bürgerhospital Friedberg als - neben ambulanten Pflegediensten, Hospizgruppen sowie niedergelassenen Ärzten und Palliativmedizinern - vierte Säule des Versorgungskonzepts ihren Betrieb auf. Bevor die ersten Patienten die acht umgebauten Zimmer im dritten Stock des Bürgerhospitals beziehen werden, erhält am kommenden Wochenende die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich die großzügig gestalteten Räume anzusehen und sich mit dem Konzept der Station vertraut zu machen.

Die Station ist eine von zwei stationären Einrichtungen der von Dr. Thorsten Fritz geleiteten neuen Abteilung für Schmerztherapie und Palliativmedizin am Gesundheitszentrum Wetterau (GZW). Eine zweite Station, mit dem Schwerpunkt Schmerztherapie, wird in wenigen Wochen am Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim eröffnet.

Im Bereich der Palliativmedizin sollen »Menschen mit einer fortschreitenden Erkrankung bis zuletzt ein erfülltes und weitestgehend beschwerdefreies Leben führen können«, betonte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung des GZW, Krankenhausdezernent und Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith, der sich vorab bei einem Rundgang einen Überblick über die neue Einrichtung verschaffte.

Palliativmedizin bedeutet die interprofessionelle Behandlung von Patienten, die an einer nicht heilbaren, fortschreitenden oder weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden. Angestrebt wird eine möglichst hohe Lebensqualität des Patienten unter Einbeziehung seiner Angehörigen. Im Fokus der Palliativmedizin steht die Linderung der belastenden Symptome. In gleicher Weise wie den körperlichen Beschwerden widmet sich das interdisziplinäre Team psychosozialen und spirituellen Nöten.

Die Palliativmedizin hat sich in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts aus der Hospiz-Idee entwickelt. Ärzte, Pflegende, Psychologen, Seelsorger, Sozialarbeiter und ehrenamtliche Hospizhelfer arbeiten eng zusammen, um den Patienten in der letzten Lebensphase ein weitestgehend selbstständiges, selbstbestimmtes und beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Dr. Fritz aus Gießen hat sich zum 1. Mai mit einer eigenen Praxis für Schmerztherapie und Palliativmedizin am Diagnostikzentrum Butzbach niedergelassen und ist seither am GZW als Konsiliararzt tätig. Zehn Jahre lang hat Fritz in den Bereichen Schmerztherapie und Palliativmedizin Erfahrungen gesammelt, fünf Jahre lang, von 2004 bis Ende April 2009, leitete er den Bereich Schmerztherapie und Palliativmedizin der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Uni-Klinikum Gießen und Marburg.

Oberärztin im Bereich Palliativmedizin ist Dr. Karin Mattekat, gebürtige Hanauerin und Fachärztin für Anästhesiologie, spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin und Notfallmedizin. Den Weg ihrer jetzigen Tätigkeit schlug sie ein, als sie 2006 aus dem Bereich der Anästhesiologie der Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen an die Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden wechselte und dort in der Abteilung für Palliativmedizin ihre Arbeit fortsetzte. Von 2007 an nahm sie ihre Position als Leitende Oberärztin im ambulanten Palliativteam in Hanau ein.

Die offizielle Eröffnung der Station mit rund 80 geladenen Gästen ist für den morgigen Freitag geplant. Am Samstagvormittag wendet sich eine Fachveranstaltung rund um das Thema Palliativversorgung (aus Platzgründen in der Kulturhalle für Psychiatrie und Psychotherapie) an die 400 niedergelassenen Ärzte in der Region. Ab 13 Uhr am Samstag, 24. Oktober, öffnet dann die Station im Bürgerhospital ihre Pforten zum Tag der offenen Tür. Nach einer ökumenischen Andacht besteht bis 18 Uhr die Möglichkeit, sich durch die Station führen zu lassen, Informationen zum Konzept der Palliativversorgung zu erhalten, Kontakte zu knüpfen und die von den Künstlerinnen Christa Fröhling (Bad Nauheim), Birgit Jost (Friedberg) und Jürgen Daniek (Hanau) zum Schmuck der Station gestifteten Kunstwerke zu begutachten.

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