08. Juni 2009, 18:50 Uhr

Wo Mensch, Tier und Pflanzen sich begegnen

Friedberg (har). Neun Naturgärten, die bei den drei Wettbewerben der Agenda-21-Gruppe »Naturnahe Gärten« ausgezeichnet wurden, öffneten am Sonntag ihre Tore für die Öffentlichkeit. Trotz Regenschauer kamen viele Besucher.
08. Juni 2009, 18:50 Uhr
Wild und naturnah: Wolfgang Heisig (2. v. r.) führt die Teilnehmer der Radtour durch seinen Schrebergarten an der Usa.

Friedberg (har). Neun Naturgärten, die bei den drei Wettbewerben der Agenda-21-Gruppe »Naturnahe Gärten« ausgezeichnet wurden, öffneten am Sonntag ihre Tore für die Öffentlichkeit. Trotz Regenschauer kamen viele Besucher. Als erste öffneten am Mittag Jochen und Anne Klöß in der Gebrüder-Lang-Straße 2 ihren »Wassergarten« mit Bachlauf und Teich. Der Garten war auch erstes Ziel einer Radtour unter der Leitung von Dr. Doris Jensch, die ein Dutzend Radler zu allen neun Gärten führte. »Wir haben in den ersten beiden Stunden schon rund 120 Besucher gehabt«, erzählte Anne Klöß und war erstaunt, dass auch Interessenten aus Echzell, Wöllstadt oder Steinfurth dabei waren. »Viele holen sich hier Tipps«, sagte Jochen Klöß, in dessen Garten alle vier Molcharten zuhause sind, darunter auch der geschützte Kammmolch. Nur der Eisvogel wurde in diesem Jahr noch nicht gesichtet.

Nächste Station war der Schrebergarten von Wolfgang Heisig an der Usa. Heisig bietet in seinem Nutzgarten vielen Tieren und Insekten einen Lebensraum und hatte auch schon Ärger mit der Stadt. »Bei meiner ersten Teilnahme vor fünf Jahren bekam ich erst ein Dankesschreiben von der Stadt und dann von der Sachbearbeiterin einen Brief, in dem mir mit Kündigung gedroht wurde, würde ich den wilden Zustand meines Gartens nicht ändern.« Inzwischen, sagte Jensch zu diesem und ähnlichen Schreiben an Gartenbesitzer, habe auch bei der Stadt ein Umdenken stattgefunden. So konnte Heisig den Besucher so manche Geschichte über Frösche, Wühlmäuse und Wechselkröte erzählen.

Weiter ging es nach Bauernheim in den 2000 Quadratmeter großen Garten von Beate Neuwirth in der Dorn-Assenheimer Straße 34. Als »Vielfältiger Garten« wurde das Areal samt Streuobstwiese und Kräuterspirale ausgezeichnet. Die Besitzerin hatte ein Infoblatt vorbereitet mit Angaben über Einrichtungen für Tiere, den Teich, das Altholz oder die Stein- und Asthaufen im Garten. »Bei mir blüht immer was, und das meiste kommt inzwischen von ganz alleine«, erzählte Neuwirth. Der Schulgarten in Ossenheim hinter der Kirche ist ein Gemüse- und Kräutergarten im Bauerngartenstil und wird von den Schülern der ersten und zweiten Klasse bewirtschaftet. Ein Hingucker ist die Natursteinmauer mit vielen Pflanzen. Gleich zwei Gärten aus Bruchenbrücken beteiligten sich. Einer allerdings war kein Garten im üblichen Sinn, sondern Sieger in der Kategorie »Begrünter Innenhof«. Joachim und Kristiane Höhne in der Wettergasse 14 haben den Hof mit viel Liebe zum Detail und vielen Kletterpflanzen ausgestattet. »Das ist sehr stilvoll«, meinte ein Besucher angesichts einer mit Wein bewachsenen Holzhütte. Auch der blaue Sommerflieder wurde bestaunt.

Für Rita und Wolfgang Appel ist die Öffnung ihres großen Gartens mit Teich nichts Neues. Schon zum zehnten Mal lud das Ehepaar zur »offenen Gartenpforte« ein. Die Besucher konnten nicht nur viele heimische Pflanzen und überraschende Arrangements bestaunen. Traditionell stellen die Bruchenbrückener Dienstagsmalerinnen ihre Aquarelle aus, wobei die Gastgeberin Rita Appel einige Bilder genau da ausstellte, wo sie auch entstanden sind. Immer wieder entdeckten die Besucher Details wie einen weiß gestrichener Spaten, Terracotta-Teile inmitten blühender Pflanzen oder das »Philosophenbänkchen«. Tatjana Radewaldt präsentierte dazu handgefertigten Edelsteinschmuck, und in der Garage gab es Kaffee und Kuchen. In der Wilhelm-Leuschner-Straße lagen die drei letzten Stationen der Tour. Der »Schattengarten« von Monika Schmidt im Haus Nummer 46 erinnert dank der hohen Bäume an eine Waldlichtung, zu der ein Teich gehört, der gemeinsam mit den Nachbarn angelegt wurde. Nicht weit entfernt steht das »begrünte Haus« von Henriette Schulz. Das Haus Nummer 35 ist von einem 70 Jahre alten wilden Wein bewachsen, der Insekten und Vögeln als Brutplatz dient.

»Trotz des Regens ein toller Nachmittag«

Der Garten von Familie Petersen hinter dem Haus Nummer 21 ist dagegen ein Beispiel, dass in einem naturnah angelegten Garten auch Platz zum Spielen für Kinder ist. »Wir haben viele Besucher gehabt und interessante Gespräche geführt«, erzählte das Ehepaar, das besonders stolz auf die aus Holz gebaute Hollywood-Schaukel und das Kinderspielhaus samt Regenrinne ist. Im Mittelpunkt des Gartens steht ein riesiger Kirschbaum, an einem der starken Äste hängt eine Schaukel für die Kinder. »Trotz des Regens war es ein toller Nachmittag«, sagte das Paar.

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