12. Mai 2009, 18:42 Uhr

Im Zweckverband hängt der Haussegen schief

Friedberg/Bad Nauheim (jw). Friedbergs ehrenamtlicher Stadtrat Rainer Kulb (SPD) ist von seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender des Schwimmbad-Zweckverbandes zurückgetreten. Der Grund: Kulb ist verärgert über die Friedberger CDU-Politiker, die vergangene Woche das Freibad des Usa-Wellenbads mit einem Sprung ins Becken öffentlichkeitswirksam eröffneten.
12. Mai 2009, 18:42 Uhr
Rainer Kulb. (WZ)

Friedberg/Bad Nauheim (jw). Friedbergs ehrenamtlicher Stadtrat Rainer Kulb (SPD) ist von seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender des Schwimmbad-Zweckverbandes zurückgetreten. Der Grund: Kulb ist verärgert über die Friedberger CDU-Politiker, die vergangene Woche das Freibad des Usa-Wellenbads mit einem Sprung ins Becken öffentlichkeitswirksam eröffneten. Neben dem Ersten Stadtrat Peter Ziebarth waren auch Rudi Schön und Norbert Simmer bei der Aktion dabei, die WZ berichtete am vergangenen Freitag sowie am Samstag im »Guckkasten«. Kulb, der in den vergangenen Monaten regelmäßig im Schwimmbad präsent war, die laufenden Geschäfte regelte und dem Zweckverbands-Vorsitzenden Bernd Witzel den Rücken frei hielt, war hingegen nicht eingeladen.

Bad Nauheims Bürgermeister Witzel bedauerte Kulbs Rücktritt. »Wir haben sehr gut zusammengearbeitet und in den vergangenen Monaten viel erreicht. Die Zuständigkeiten beim Schwimmbadpersonal sind geregelt, alles läuft harmonisch. Ich konnte mich auf Herrn Kulb immer verlassen. « Der will zwar weiterhin im Vorstand des Zweckverbandes bleiben, Witzel muss sich nun aber einen neuen Stellvertreter suchen: »Als Bürgermeister kann ich dort nicht ständig vor Ort sein, auch wenn die letzten Entscheidungen bei mir liegen.« Auch die Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden der Zweckverbandsversammlung, dem Grünen-Politiker Andrej Seuss, klappe hervorragend. Parteipolitik dürfe dabei keine Rolle spielen, sagte Witzel, der den CDU-Politikern ein gewisses Fingerspitzengefühl absprach.

»CDU soll Verantwortung übernehmen«

Das sieht auch Kulb so. »In meiner Tätigkeit habe ich das Schwimmbad stets aus allen parteipolitischen Aktionen herausgehalten.« Es könne daher nicht sein, dass die Friedberger CDU die Saisoneröffnung pressewirksam ausnutze und Reklame für sich mache, während er sich über Monate im Usa-Wellenbad ehrenamtlich engagiere und in Vertretung von Witzel dort die Geschäfte abwickele. »Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass diejenigen, die das Schwimmbad für ihre Zwecke instrumentalisieren, auch dort Verantwortung übernehmen und die Arbeit des stellvertretenden Vorsitzenden machen sollten«, schreibt Kulb in einem Brief an seine Vorstandskollegen. Kulb gegenüber der WZ: »Ich habe keine Lust, mich von der CDU vorführen zu lassen.«

Auf den Fotos, die in der WZ angedruckt wurde, waren Erster Stadtrat Peter Ziebarth und Rudi Schön, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses (HuF) in Friedberg, beim Sprung ins Wasser sowie im Becken zu sehen, Norbert Simmer war als Gast dabei. Ziebarth und Schön waren gestern aufgrund der HuF-Sitzung nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Simmer wies die Darstellung, die CDU habe den Termin für ihre Selbstdarstellung missbraucht, zurück. »Ich habe zufällig von dem Termin gehört und bin halt mitgegangen. Was die Presse daraus macht, habe ich nicht zu verantworten«, sagte Simmer gegenüber der WZ. Wie er Kulbs Entscheidung wertet, das werde er ihm persönlich sagen.

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