19. Dezember 2008, 18:26 Uhr

Gewerbe und Gründerzentrum als Favoriten

Friedberg (ini). »Wir haben einen großen Schritt getan«, leitete Bürgermeister Michael Keller am Donnerstag die Sitzung des Konversionsausschusses im Rathaus ein. Vorgestellt wurden die neuesten Ergebnisse der von der Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeits- und Finanzierungsstudie, in der mögliche Nutzungen des 74 Hektar großen Geländes aufgezeigt wurden. Katrin Redenz von Arcadis und Oliver Knebel von Firu, den beiden an der Studie beteiligten Unternehmen, legten anhand der erfolgten Standort- und Marktanalyse detailiert den sogenannten Nutzungskorridor dar. Die beiden Referenten zeigten die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten auf und stellten Standorte für die verschiedenen Nutzungsbausteine vor. Nach den bisherigen Ergebnissen der Studie eignet sich das Gelände hauptsächlich für Gewerbe, ein Technologie- und Gründerzentrum sowie für Bildungseinrichtungen. Ergänzend sind ein Hotelneubau, Wohnbebauung und eine Fläche für Veranstaltungen denkbar, aber auch Grünflächen werden als wichtig angesehen.
19. Dezember 2008, 18:26 Uhr
Die alten Gebäude im nördlichen Bereich werden als erhaltenswert angesehen. Tore und Gitter sollen verschwinden. Das Kasernengelände soll bei neuer Nutzung für jeden offen stehen. (Foto: ini)

Friedberg (ini). »Wir haben einen großen Schritt getan«, leitete Bürgermeister Michael Keller am Donnerstag die Sitzung des Konversionsausschusses im Rathaus ein. Vorgestellt wurden die neuesten Ergebnisse der von der Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeits- und Finanzierungsstudie, in der mögliche Nutzungen des 74 Hektar großen Geländes aufgezeigt wurden. Katrin Redenz von Arcadis und Oliver Knebel von Firu, den beiden an der Studie beteiligten Unternehmen, legten anhand der erfolgten Standort- und Marktanalyse detailiert den sogenannten Nutzungskorridor dar. Die beiden Referenten zeigten die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten auf und stellten Standorte für die verschiedenen Nutzungsbausteine vor. Nach den bisherigen Ergebnissen der Studie eignet sich das Gelände hauptsächlich für Gewerbe, ein Technologie- und Gründerzentrum sowie für Bildungseinrichtungen. Ergänzend sind ein Hotelneubau, Wohnbebauung und eine Fläche für Veranstaltungen denkbar, aber auch Grünflächen werden als wichtig angesehen.

Zum Istzustand des Geländes berichteten die Referenten, dass die Gebäude fast alle in einem sehr schlechten Zustand seien. Nur die historischen Gebäude und die Klinkerbauwerke seien erhaltenswert, obgleich sie einen hohen Sanierungsbedarf haben. Als positiv wurde die Verkehrsanbindung bezeichnet. Die Ray Barracks können aus unterschiedlichen Richtungen erschlossen werden. Das macht eine variable und schrittweise Erschließung möglich. Auch lassen sich die vorhandenen Straßen gut in das bestehende Straßen- und Radwegenetz der Kreisstadt einbinden. Bereiche mit Altlasten und Kampfmitteln gebe es zwar, doch sie seien handhabbar.

Für die Ausweisung als Gewerbeflächen spricht die Nähe zu den jetzigen Gewerbegebieten und die Verkehrsanbindung. Auch sei grundsätzlich eine Nachfrage nach Flächen von Handwerkern, produzierendem Gewerbe und Dienstleistern vorhanden, da die bestehenden Gewerbegebiete keine größeren Entwicklungsmöglichkeiten mehr bieten. Ebenso gibt es Bedarf an Erweiterungsflächen von Bildungseinrichtungen wie der umliegenden Schulen und der Fachhochschule. Deshalb hatten Redenz und Knebel die Bildung als zweite Leitnutzung ermittelt. Als Bindeglied zwischen den beiden Bereichen bietet sich ein Technologie- und Gründerzentrum an. »Das ist chic und wird in vielen Planungen angesprochen, aber selten realisiert«, führte Knebel aus. In Friedberg gebe es allerdings gute Bedingungen durch die bereits vorhandenen Bildungseinrichtungen und die ortsansässigen Unternehmen.

Fläche für Veranstaltungen

Um die Seewiese zu entlasten, ist eine Fläche für Veranstaltungen in dem weitläufigen Kasernengelände möglich. Dafür bietet sich der südliche Zipfel an, der weit genug von Wohngebieten entfernt und gut erreichbar ist. Eine Wohnbebauung wurde von den Referenten weniger befürwortet. Dafür sei höchstens der nördliche Bereich geeignet. Allerdings stünde dies dann in Konkurrenz zu bereits erschlossenen Baugebieten und den Housing Areas. Als unrealistisch wurde die Errichtung eines Freizeitparks oder einer Anlage für regenerative Energien bezeichnet, während Sport- und andere Freizeitmöglichkeiten zur Belebung des Geländes beitragen könnten. Bisher sind die Friedberger durch Zäune und Tore von dem Gelände ausgeschlossen. Das soll sich auf jeden Fall ändern.

Mit konkreten Planungen kann derzeit noch nicht begonnen werden. Das Kasernengelände befindet sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienbesitz (BimA), ist kein städtisches Eigentum. Die Stadt Friedberg besitzt allerdings die Planungshoheit.

Die Interessen von Stadt und BimA sind nicht deckungsgleich. Während die Stadt die städtebauliche Entwicklung im Blick hat, steht bei der BimA der finanzielle Ertrag im Vordergrund. »Am Ende sollten beide etwas davon haben«, sagt Keller zu den anstehenden Gesprächen mit der Bundesanstalt. Neben der Abstimmung mit der BimA sollen in einem ersten Schritt potenzielle Nutzer angesprochen und ein Rahmenkonzept ausgearbeitet werden.



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