Friedberg

Entsorger verärgert über verunreinigte Mülltonnen

Friedberg (jw). Es ist doch ganz einfach: In die Biotonne gehören nur Bioabfälle. Plastiktüten und Windeln sind keine Bioabfälle. Hat man diese beiden Sätze auswendig gelernt, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.
22. Dezember 2016, 18:13 Uhr
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Biomüll sieht nicht schön aus. Plastikreste stören und gehören nicht rein. (Foto: pv)

Trotzdem lernen es manche nicht. Bei der Leerung am 15. Dezember waren die Friedberger Bioabfälle so verunreinigt, dass die Kompostierungsanlage in Ilbenstadt eine Verarbeitung ablehnte. Ändern die »Müllsünder« nicht ihr Verhalten, müssen das am Ende alle zahlen. Dann könnte es zu einer Gebührenerhöhung kommen.

Die städtischen Entsorgungsbetriebe haben in den letzten Monaten kräftig die Werbetrommel für die richtige Entsorgung gerührt. Im Mai machte Friedberg bei der landesweiten Initiative »Küchenabfälle gehören in die Biotonne« des Umweltministeriums mit. Abfallberater Hans-Peter Schad informierte im Rewe-Markt über den richtigen Umgang mit Küchenabfällen, verteilte Papiertüten und Behälter. Im Juni drehte RTL einen Filmbeitrag über den »Müll-Sheriff«, der die Müllabfuhr begleitete und die Tonnen kontrollierte. Angesprochene »Müllsünder« zeigten sich reuig, gelobten Besserung. Weitere Kontrollen folgten. Wird eine Tonne falsch befüllt, bleibt sie stehen und bekommt einen Aufkleber, der die Benutzer informiert.

Und jetzt das: Am 15. Dezember wurden im Friedberger Biomüll 54 Plastiktüten, zwei Windelsäcke, Baumaterial, zwei Gelbe Säcke von DSD, Kabel, Dosen, Blumentöpfe und vieles andere gefunden. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises muss aus dem angelieferten Material Fremdstoffe aussortieren. Aufwand und Entsorgungskosten des Restmülls wird den Lieferanten in Rechnung gestellt. »Die Entsorgungsbetriebe werden im Wiederholungsfall diese unnötig anfallenden Mehrkosten an die Nutzer der Biomüllgefäße per Gebührenerhöhung weitergeben«, teilt die Betriebsleitung mit.

Die Stadt fordert »dringend alle Bürger und Firmen, die an die Bioabfallsammlung angeschlossen sind, auf, sorgfältiger zu trennen und einen Beitrag zur umweltschonenden Abfallverwertung- und Entsorgung zu leisten.« Nur so lasse sich eine Gebührenerhöhung vermeiden. Zwischen den Jahren und im neuen Jahr wird erneut kontrolliert.

Auch 2017 wird kontrolliert

»Vielleicht ist es vielen Leuten noch nicht klar, dass Restmüll in den Biotonnen Mehrkosten verursacht«, sagt Stadtrat Markus Fenske (Grüne). Werde das Problem nicht abgestellt, müssten alle Gebührenzahler dafür gerade stehen. »Die jeweiligen Nutzer der Tonne zur Kasse zu beten, ist schwierig. Das geht nur, wenn die Tonne direkt vor dem Haus kontrolliert wird. Wir können aber nicht alle Tonnen ständig kontrollieren.« Wurde der Inhalt bereits in den Müllwagen gelehrt, ist es eh zu spät. Dann lässt sich der Verursacher nicht mehr feststellen.

Das Stadtparlament hat mit dem Haushalt für 2017 auch einen neuen Stellenplan beschlossen. Demnach wird ein »Altstadtkümmerer« eingestellt, der sich im Auftrag des Ordnungsamtes und der Entsorgungsbetriebe vornehmlich um die Altstadt kümmern soll, aber nicht nur. Er soll auch einen Blick in die Mülltonnen werfen. Dann könnte es passieren, dass künftig weitere Biotonnen von »Müllsündern« einfach stehen bleiben.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedberg/art555,182435

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