14. August 2016, 16:13 Uhr

Woodstock-Revue: Ergraute Fans lassen’s krachen

Friedberg (cfl). Die Fans sind in die Jahre gekommen, sind ergraut oder haben Haarausfall. Doch die Faszination des Woodstock-Festivals von 1969 zieht sie nach wie vor in ihren Bann. Am Freitagabend tanzte die »Woodstock-Generation« im Friedberger Zirkuszelt zur Musik ihrer Idole.
14. August 2016, 16:13 Uhr
Die stimmgewaltige Jessica Born bringt das Zelt zum Beben. (Foto: Carolin Fest)

Im Sommer 1969 wurde die »Woodstock-Generation« geboren. Und sie besteht bis heute. Die Fans sind nicht mehr ganz taufrisch, aber immer noch tanzbereit. Eine halbe Million Besucher hatte das Festival vor 47 Jahren. 32 der erfolgreichsten damaligen Bands und Musiker traten auf. Am Freitag feierten die Gäste des Friedberger Konzertsommers mit »The Love and Peace Revue« die Musik und das Gefühl der damaligen Zeit. Durch das Programm führte Volker Rebell vom Hessischen Rundfunk.

Die 20-köpfige Besetzung der »Revue« spielte auf der Seewiese drei Stunden lang Woodstock-Klassiker. Höhepunkte waren die stimmgewaltige Jessica Born als Janis Joplin und der Chef der Truppe, Achim Dürr, als Joe Cocker. Borns Auftritt wurde von Rebell als »großartig« angekündigt und hielt, was er versprach. Dürrs Interpretation von »With a little help from my friends« brachte den Großteil der Konzertbesucher zum Tanzen und Singen. Das Zirkuszelt war mit etwa 300 Gästen nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Für die Anwesenden bedeutete das aber nur: mehr Platz zum Tanzen. Auch Rebell trug etwas zum musikalischen Teil bei und sang Bob Dylans »Mr. Tambourine man«.

Pause für Herzschrittmacher

Wiederholt sprach Rebell das Altern der »Woodstock-Generation« an, was für Heiterkeit sorgte: »Wir machen jetzt eine Pause für unsere Herzschrittmacher.« Auch als »verwelkte Blumenkinder« bezeichnete er sich selbst und das Publikum, in dem allerdings auch einige jüngere Leute zu sehen waren.

1969 protestierten Musiker und Besucher gegen Krieg. Speziell der Vietnamkrieg stand im Fokus. Der Name Woodstock steht für Frieden, Liebe und Freiheit. Rebell verbreitete diese Botschaft auch am Freitag. »Freiheit gilt für alle Menschen, liebe Terroristen und Islamisten«, sagte der Moderator. Gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft und gegen dafür verantwortliche Parteien sprach er sich deutlich aus. »Freedom for Friedberg«, sang Olaf Mill in einem der ersten Lieder.

Drogen sind ebenfalls untrennbar mit dem Festival verbunden. »Unter Marihuana-Wolken merkten die Fans nichts mehr von dem schlechten Wetter. Der Regen und der Schlamm waren schnell vergessen«, blickte Rebell zurück. Er ließ zwischendurch immer wieder Informationen über das Festival, die Bands und die damalige Zeit einfließen.

Die Bands warteten mit Choreografien und Showeinlagen auf. Es flogen BHs, Frauen tanzten mit Schirmen über die Bühne. Batik-Shirts und Schlaghosen gehörten dazu. Das Ensemble hatte sichtlich Spaß an seinem Auftritt, was auf das Publikum übersprang. Spätestens bei »Born to be wild« hielt es kaum einen Besucher auf seinem Sitz.

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