15. April 2016, 18:13 Uhr

Wandern auf Luthers Spuren

Wetteraukreis (pm). In Lich stehen bereits die Schilder mit dem großen grünen »L«, und bis zum 1. Mai, so hofft das Evangelische Dekanat Wetterau, sollen die Wegmarken für den Lutherweg 1521 auch den hiesigen Landkreis erreicht haben. Am 1. Mai findet eine Erstbegehung des Teilabschnitts zwischen Nieder-Weisel und Münzenberg statt.
15. April 2016, 18:13 Uhr
Weil Luther auf dem Rückweg eine andere Route gewählt haben soll, teilt sich der Pilgerweg in Friedberg in eine Ost- (Nieder-Weisel/Münzenberg) und eine Westspange (Wölfersheim), die sich kurz vor Grünberg wieder schließt. (Grafik: pv) (Foto: pv)

Über 400 Kilometer folgt der neue Pilgerweg der Strecke, die Luther 1521 auf dem Rückweg vom Reichstag in Worms bis zu seinem Versteck auf der Wartburg genommen haben soll. Dass er in Friedberg Station gemacht hat, ist verbürgt, und so führt der Weg auch durch die Region zwischen Taunus und Vogelsberg, reicht von Bad Vilbel bis Friedberg, teilt sich dort in eine Westspange über Nieder-Weisel/Münzenberg und eine Ostspange über Wölfersheim, um sich dann südlich von Grünberg im nordöstlichen Landkreis Gießen wieder zu vereinigen. Dabei bleibt er immer dicht an der ursprünglichen Route.

Im Reformationsjahr 2017 wird der Lutherweg 1521 in seiner ganzen Länge begehbar sein. Doch ein Stück des Wegs können die Wetterauer jetzt schon unter die Füße nehmen. Am 1. Mai lädt das Evangelische Dekanat Wetterau zu einem festlichen Gottesdienst in Nieder-Weisel mit anschließendem Pilgersegen und einer Erstbegehung des Weges ein. Das Dekanat möchte die Menschen am Weg und vor allem aus den »Luthergemeinden« ermutigen, den Weg selbst einmal zu laufen, gemeinsam mit anderen ein Stück Pilgererfahrung zu sammeln. Dekan Volkhard Guth wünscht sich, »dass der Lutherweg 1521 ein Weg der Gastlichkeit und Gastfreundschaft sein wird, ein Weg, auf dem man Erfahrungen sammeln kann – geistliche und körperliche.«

Auch Landrat Joachim Arnold wird die Pilger begrüßen. Der Wetteraukreis hat die Planung des Lutherweges maßgeblich unterstützt und begleitet. Er verspricht sich mit dem Lutherweg eine weitere touristische Belebung der Wetterau. »Die Wetterau ist eine großartige Wanderdestination. Mit dem Lutherweg führt nach der Bonifatiusroute eine zweite Pilgerroute durch die Wetterau und macht die Region noch attraktiver für Wanderer, Pilger und Erholungssuchende. Ich freue mich auf die Erstbegehung am 1. Mai!«

Beginn ist um 11 Uhr mit dem Gottesdienst in der Komturkirche der Johanniter (Johanniterstr. 7). In dem schönen romanischen Kirchenraum aus dem 13. Jahrhundert können die Pilger den Geist des Mittelalters noch unmittelbar spüren – übrigens auch körperlich, denn eine Heizung gibt es nicht. Über der romanischen Halle befindet sich der ehemalige Krankensaal, in dem zu Luthers Zeit die Patienten durch drei kreisrunde Löcher in der Decke dem Gottesdienst folgen konnten. Die Predigt am 1. Mai hält Dekan Volkhard Guth, Johanniterpfarrer Jörg Fröhlich führt durch den Gottesdienst. Gegen 12 Uhr schließt sich ein Pilgersegen vor dem Kirchengebäude an. Alle Luthergemeinden der Wetterau werden als verbindendes Symbol eine »Lutherrose« zum Einpflanzen vor ihrer Kirche erhalten. Die ist echtes Wetterauer Gewächs, stammt die weiße Strauchrose »Dr. Martin Luther« doch aus der Steinfurther Rosengärtnerei Schultheiß.

Um 12.15 Uhr startet die Pilgerwanderung von der Komturkirche zur Evangelischen Kirche Nieder-Weisel, wo die erste Lutherrose gleich gepflanzt wird. In Rockenberg ist Zeit für eine Pilgerandacht und ein kleines Picknick. Dann geht es weiter nach Münzenberg, wo die Pilger gegen 16 Uhr eintreffen. Die Gesamtstrecke beträgt etwa 12 Kilometer.

Das Dekanat lädt herzlich zum Mitwandern mit Kind und Kegel ein – für Getränke in Rockenberg ist gesorgt, einen Imbiss und Getränkebecher möge jeder Pilger selbst im Rucksack mitbringen.

Von Münzenberg aus hat das Dekanat einen kostenlosen Bustransfer zurück nach Nieder-Weisel organisiert. Weitere Infos zum Lutherweg gibt es auch auf der Facebook-Seite Lutherweg 1521.



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