02. Februar 2011, 20:38 Uhr

Arznei für Doping: Florstädter vor Gericht

Florstadt/Friedberg (lk). Weil Aman T. (Name geändert, die Red.) im illegalen Besitz von Arznei für Doping war, muss er sich seit Dienstag vor dem Friedberger Schöffengericht verantworten. Noch ist kein Urteil gefallen, der Prozess gegen den 37-Jährigen wird fortgesetzt.
02. Februar 2011, 20:38 Uhr

Florstadt/Friedberg (lk). Weil Aman T. (Name geändert, die Red.) im illegalen Besitz von Arznei für Doping war, muss er sich seit Dienstag vor dem Friedberger Schöffengericht verantworten. Noch ist kein Urteil gefallen, der Prozess gegen den 37-Jährigen wird fortgesetzt.

Der in einem Florstädter Stadtteil lebende Aman T. soll 2009 Hunderttausende Pillen und Ampullen mit Arzneimitteln für Doping besessen haben. Am 24. April 2009 habe er die illegale Ware bekommen. Ein Bekannter habe darum gebeten, die Pillen und Ampullen, verpackt in mehrere Kartons und Sporttaschen, in der Scheune des 37-Jährigen unterstellen zu dürfen. Spätestens am Tag darauf sei Aman T. klar gewesen, dass sich Arzneimittel darin befanden, hieß es in der Anklageschrift. Anstatt die Kartons an die Polizei oder seinen Bekannten zurückzugeben, habe er sie zur Entsorgung in einem Waldstück in der Gemarkung Nieder-Mockstadt abgelegt, wo sie Ende des vergangenen Jahres gefunden wurden.

Als er sich bereit erklärte, die Kartons bei sich unterzustellen, habe er nichts über deren Inhalt gewusst, sagte der Angeklagte. Er habe erst später in die Kartons geschaut und gesehen, dass darin nur Tabletten und Medikamente gewesen seien. Dann habe er Panik bekommen. »Ich wollte das Zeug unbedingt loswerden.« Also habe er sie ins Auto gepackt und im Wald abgelegt. Er mache keine kriminellen Sachen, habe die Kartons nur als eine Art Freundschaftsdienst bei sich untergestellt.

Ob es nicht stimme, dass er 1000 Euro von dem besagten Bekannten bekommen habe, wollte Staatsanwalt Lars Streiberger wissen. Nein, antwortete Amet T. Er sei mit dem Bekannten zwar in Frankfurt bei der Bank gewesen und habe sich dort 1000 Euro auszahlen lassen; das Geld habe er jedoch noch vor der Bank an den Freund übergeben. Und überhaupt, er habe den Bekannten aus Gießen nur nach Frankfurt begleitet, weil dieser den Weg zur Bank nicht gekannt habe.

»Kommt Ihnen das nicht alles komisch vor?« hakte Richter Dr. Markus Bange nach. »Ich kann nur das sagen, was ich geglaubt habe«, antwortete T. »Wenn Sie denken, dass wir Ihre Geschichte aus 1001 Nacht glauben, haben Sie sich geschnitten«, sagte der Staatsanwalt. Doch der Angeklagte blieb bei seiner Aussage. Er habe die Arzneimittel nur im Wald deponiert, weil er seine Familie habe schützen wollen. Er sei nicht kriminell und habe mit Doping-Handel nichts zu tun.

»Warum haben Sie Ihren Freund nicht angerufen und ihn darum gebeten, die Sachen wieder abzuholen?« wollte eine Schöffin vom Angeklagten wissen. »Ich war stinksauer. Er kennt mich, meine Frau und meine Kinder, und trotzdem macht er sowas«, antwortete der Angeklagte. Ein Gespräch zwischen den Verfahrensbeteiligten brachte keinen Konsens.

Der Prozess soll fortgesetzt werden. Der Mann, der die Arznei in Aman T.s Scheune untergestellt hatte, soll dann gehört werden. Wegen des Handels mit den Mitteln zum gesteigerten Muskelaufbau sitzt er eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten ab.

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