02. April 2015, 14:13 Uhr

Müdes Glimmen statt Anglühen

Florstadt–Nieder-Mockstadt (sax). Das sogenannte Anglühen, das vor Jahren als große Saisoneröffnung der Tuning-Freunde begann, verliert weiter an Beliebtheit. Massive Polizeipräsenz und schlechtes Wetter drückten die Teilnehmerzahl am Dienstagabend weiter nach unten.
02. April 2015, 14:13 Uhr
Eine Audi-Fahrerin hat alles richtig gemacht und neben dem Saison- auch ein Kurzzeitkennzeichen dabei. (sax) (Foto: Red)

Nur rund 150 getunte Wagen wurden von den Besitzern ins Gewerbegebiet nach Nieder-Mockstadt gesteuert.

Verkehrsbehinderungen, Beleidigungen und Gefährdungen von Polizisten sorgen seit Jahren für ein konsequentes Durchgreifen der Polizei. Zahlreiche Mängelanzeigen wurden während der Treffen in der Vergangenheit ausgestellt, es kam zu Fahrzeugstilllegungen. Erich Müller, Pressesprecher der Polizei in Friedberg, wertet die rückläufigen Teilnehmerzahlen und die abnehmenden Mängelanzeigen als Erfolg des Einsatzkonzepts. Beim Anglühen am Dienstagabend habe es keinerlei Stilllegungen mehr gegeben. Dass nicht alle Teilnehmer plötzlich brav geworden sind, zeigen Zahlen aber auch. Laut Müller wurden von den rund 150 Fahrzeugen etwa 50 kontrolliert und 22 Mängelkarten ausgestellt. 25 Personen hätten eine sogenannte Barverwarnung erhalten. In zwölf Fällen gab es Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Häufiges Delikt: Verstöße gegen die Gurtpflicht. Eine junge Mutter hatte die 19 Monate alte Tochter auf dem Schoß sitzen, ein Fahrer hatte den Gurt hinter dem Rücken ins Schloss gesteckt, um den Gurtwarner abzuschalten. Der vorsätzliche Verstoß gegen die Anschnallpflicht verdoppelt das Bußgeld.

Verstoß gegen Sprengstoffgesetz

Ebenfalls häufig gerügter Mangel: nicht gesicherte Ladung. Der Fahrer eines alten Golfs lagerte einen Bierkasten auf der Rückbank. Bei anderen Autos standen große Bassboxen hinter den Sitzen.

Teilweise förderten die Kontrollen auch Zufallsfunde zutage: Ein Fahrer hatte im Kofferraum seines Audi A 6 einige Feuerwerkskörper, die auf Elektrozündung umgebastelt worden waren. Nach der Belehrung, dass das ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz ist, gab er die Kracher den Polizisten, die verzichteten dafür auf eine Anzeige.

Mit einem ungewöhnlichen Umbau durch die Kontrollen zu kommen, scheint Teil des Reizes beim Tunen zu sein: Ein Fahrer hatte ein kleines Kennzeichen, wie es für US-Fahrzeuge oder Kleinkrafträder zulässig ist, vorne an seinem Golf angebracht, der Zulassungsstempel fehlte. Der war dafür auf dem Kennzeichen, das er hinter die Windschutzscheibe gelegt hatte. »Ich habe eine Ausrede, aber Sie haben wahrscheinlich schon alle gehört«, leitete er seinen Erklärungsversuch ein. Das große Kennzeichen schmälere die Leistung, der Turbo-Motor bekäme zu wenig Luft. »Und da kommen Sie hier her, wo Sie wissen, dass wir strikt kontrollieren«, erwiderte der Polizist. Er belehrte den Fahrer, dass er die Zwei-Kennzeichen-Lösung schon deshalb nicht durchgehen lassen könne, weil sie andere zur Nachahmung ermuntere.

Erstmals wurde in diesem Jahr die Geschwindigkeit im Umfeld des Treffens kontrolliert. »Da gab’s in den letzten Jahren Rennstrecken, wo die Zeiten gestoppt wurden«, sagte Müller. Schon in den frühen Stunden des Treffens wurden zahlreiche, teils erhebliche Tempoverstöße gemessen. Insgesamt sei das Anglühen aber außergewöhnlich ruhig verlaufen. Auch wegen des schlechten Wetters samt Sturm- und Regenböen machten sich die meisten Teilnehmer früh auf den Heimweg. Um 22 Uhr waren kaum noch Fahrzeuge vor Ort.

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