19. Januar 2011, 20:32 Uhr

»Wir brauchen jedes Talent, jeden jungen Kopf«

Echzell (chh). »Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.« Mit diesem chinesischen Sprichwort eröffnete Bürgermeister Dieter Müller am Dienstagabend den Neujahrsempfang der Gemeinde in der Horlofftalhalle.
19. Januar 2011, 20:32 Uhr

Nach einer ausführlichen Begrüßung der Vereine, Verdienstordenträger und Gemeindevertreter berichtete Müller den rund 250 Gästen über das vergangene Jahr. »Echzell hat sich von der Finanzkrise erholt. Das vergangene Jahr brachte den Aufschwung, viele Unternehmen machen wieder Gewinne. Das ist eine gute Nachricht für die Menschen in Echzell«, sagte Müller. Zu verdanken sei der Aufschwung nicht zuletzt den Konjunkturprogrammen, aus denen auch Echzell Mittel erhalten habe.

Erfreut zeigte sich der Rathauschef auch über die Tatsache, dass die Gemeinde viele Aufträge an ortsansässige Unternehmen vergeben konnte. Positiv sei zudem, dass die drei Kindergärten der Gemeinde die Energieeffizienz verbessert hätten. Dadurch könnten auf lange Sicht die Kosten gesenkt werden. Auch die Familienfreundlichkeit sei gesteigert worden.

Allerdings werde man im neuen Jahr keine großen Sprünge machen können, da viele Fördermittel gestrichen worden seien. Die Schulstraße 4 sei die letzte Maßnahme im Konjunkturprogramm. »Das trifft uns Kommunen hart, denn das Grundproblem bleibt: Die Einnahmen schwanken, und die Ausgaben steigen«, sagte Müller. Trotzdem wolle man die Kita-Plätze für unter Dreijährige ausbauen. Familienfreundlichkeit, Umweltschutz und Bildung seien wichtige Aufgaben der Gemeinde. »Ohne gut ausgebildeten Nachwuchs kommen wir nicht weiter«, sagte Müller und hob die »gute Zusammenarbeit« zwischen Kurt-Moosdorf-Schule, Förderverein und Gemeinde hervor.

Die große Herausforderung der Zukunft sei der demografische Wandel. »Wir brauchen jedes Talent, jeden jungen Kopf«, sagte Müller und forderte neue Konzepte von Politik und Ausbildungsbetrieben. Um das im Pflegebereich und im Ingenieurwesen klaffende Loch zu füllen, müsse man - neben einer guten Ausbildung - auch Examen anderer Länder schneller anerkennen und Immigranten besser fördern. Auch zu der Finanzkrise von vor zwei Jahren äußerte sich Müller: »Manche Finanzjongleure machen weiter, als sei nichts passiert. Niemand ist vor Spekulanten sicher, und die Regulierung der Finanzmärkte greift noch nicht. « Das Ganze treffe die Kleinen, die Arbeitnehmer, das Klientel, das in Echzell wohnt. »Wir müssen am Ende die Zeche zahlen«, sagte Müller. Dabei sei Wirtschaft in erster Linie ein Mittel, damit Menschen gut leben können. Abschließend betonte er, gemeinsam habe man in Echzell zukunftsträchtige Investitionen auf den Weg gebracht. »Wir arbeiten gerne und gut für und in Echzell.«

Nach einem weiteren Stück des Echzeller Musikvereins konnten sich die Besucher am Büffet stärken. Zwar seien das Essen und die Getränke kostenfrei, »aber alkoholische Getränke müssen Sie nach dem zweiten Glas selber zahlen«, sagte Müller und fügte lachend hinzu:«Wie ich schon sagte, die Gemeinde muss sparen.«

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