14. Dezember 2010, 19:42 Uhr

Baugebiet »Heinrichswiese« auf den Weg gebracht

Echzell (chh). Nachdem vor über zwei Jahren die Pläne für das Baugebiet »Heinrichswiese« vorgestellt wurden, haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montagabend die Offenlegung des Bebauungsplans in seiner ursprünglichen Fassung einstimmig abgesegnet. Das heißt: Die Zufahrt zu den bis zu 42 Bauplätzen soll über den »Limesring« und nicht über den sogenannten Södeler Weg erfolgen.
14. Dezember 2010, 19:42 Uhr
Kontra »Södeler Weg«: Die Gemeindevertreter wollen das Baugebiet »Heinrichswiese« nun doch über den »Limesring« erschließen. (Grafik: WZ)

Beschlossene Sache ist die Zuwegung damit aber noch nicht. Neben den betroffenen Bürgern können Fachbehörden ihre Bedenken einbringen. Und am wichtigsten: Die Anwohner des »Limesrings« haben bereits Klage angekündigt.

Das Thema erregt die Gemüter der Echzeller seit Langem. Um die geplante Zufahrt über den »Limesring« zu verhindern, hat sich sogar eine Bürgerinitiative (BI) gegründet. Ihr Vorschlag: die Zufahrt über den »Södeler Weg«. Doch das Planungsbüro Eichler und Schauss sprach sich eindeutig für die Zuwegung über ein freies Grundstück im »Limesring« aus: Abgesehen von deutlich höheren Kosten (bis zu 950 000 statt 107 000 Euro) falle die Zufahrt über den »Södeler Weg« auch aus denkmalschutzrechtlichen Gründen aus: Die Straße führt direkt über das Weltkulturerbe Limes.

Die Fraktionen von CDU, FWG und Grünen griffen die Bedenken der BI auf und entschieden sich für eine erneute Prüfung, diesmal durch das Darmstädter Planungsbüro Mörner und Jünger. Doch auch hier kam man zu dem Schluss, dass der »Södeler Weg« keine Alternative zum »Limesring« darstelle. »Die Ergebnisse von Eichler und Schauss decken sich mit unseren«, erklärte Klaus Freudl vom Planungsbüro in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Die Sorgen der Anwohner des »Limesrings« relativierte er: Die Mehrbelastung von rund 200, maximal 250 Fahrzeugen am Tag sei sehr gering und zumutbar.

Die Argumente überzeugten wohl auch die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Soziales und Gemeindeentwicklung. Auf der Gemeindevertretersitzung am Montagabend teilte FWG-Vorsitzender und Ausschuss-Vize Lothar Moßmann mit, der Ausschuss habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Variante mit der Zufahrt über den »Limesring« zu unterstützen.

Holger Scharf von der SPD-Fraktion kritisierte das Verhalten der Koalition: »Wir befinden uns jetzt an einem Punkt, an dem wir schon vor eineinhalb Jahren hätten stehen können. Wegen der Verzögerung sind uns viele Bauwillige verlustig gegangen, die ihre Mauern jetzt woanders hochgezogen haben.« Das zweite Gutachten sei teuer und überflüssig gewesen. Zudem habe die Gemeinde einen Imageschaden erlitten: »Außerhalb von Echzell schüttelt man den Kopf über uns.«

Die Vorsitzende der CDU-Fraktion, Bettina Mühl, konterte, man habe im Sinne der Bürger gehandelt. »Demokratieverständnis bedeutet, dass man die Bürger in Entscheidungen mit einbeziehen muss.«

Die Auffassung des Hessischen Städte- und Gemeindebunds (HSGB), dass Mühl ebenso wie Martina Schild und Steffen Fleischer wegen eines möglichen Widerstreits der Interessen weder beratend noch beschlussfassend mitwirken dürften, wurde in der Sitzung am Montag erneut ignoriert. Nach Auffassung des HSGB hätten Mühl und Schild - Fleischer war nicht da - nach Verlesen des Tagesordnungspunktes den Sitzungssaal verlassen müssen.

Um die Lebensqualität der »Limesring«-Anwohner so wenig wie möglich einzuschränken, forderte die Koalition aus CDU, FWG und Grünen in einem weiteren Tagesordnungspunkt, ein Fachbüro mit der Planung verkehrsberuhigender Maßnahmen in der Straße zu beauftragen. Grundsätzlich stehe die SPD dem Antrag offen gegenüber, sagte deren Fraktionsvorsitzende Brunhilde Bächt-Strasdas. Allerdings sollte die Planung ihrer Meinung nach erst beginnen, wenn die »Heinrichswiese« offiziell als Baugebiet ausgewiesen ist - vor dem Hintergrund einer angekündigten Klage durch die BI. »Derzeit sollten keine neuen Kosten anfallen.« CDU, FWG und Grüne berieten in einer kurzen Sitzungsunterbrechung über den Änderungsantrag, bevor sie ihre Zustimmung gaben.

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