21. November 2010, 19:00 Uhr

Diskussion um »Heinrichswiese« erhitzt Gemüter

Echzell (arc). »Haben wir in Echzell wirklich keine Probleme außer der Heinrichswiese? Das ist ja prima« freute sich die Vorsitzende der Gemeindevertretung Martina Schild (CDU). In der Bürgerversammlung am Freitagabend kamen zwar auch noch andere Themen zur Sprache, die aber schnell abgehandelt wurden. Nur die »Heinrichswiese« und deren Zuwegung waren nicht so schnell vom Tisch.
21. November 2010, 19:00 Uhr

Den im Kolleg der Horlofftalhalle erschienen Bürgern standen neben Schild auch der Erste Beigeordnete Werner Müller (CDU) sowie die Gemeindevorstandsmitglieder Manfred Linß (Grüne) und Hans-Jürgen Hahn (SPD) Rede und Antwort. Nicht offiziell in die Sitzung eingebunden war Hauptamtsleiter Thomas Alber, der einige Fragen beantwortete, die die Gemeindeverwaltung betrafen. Bürgermeister Dieter Müller war urlaubsbedingt nicht anwesend. Schnell brachten die Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Limesring das Thema auf die geplante Zuwegung zum neuen Baugebiet »Heinrichswiese«. Auch als Schild das Thema für beendet erklären und auf die Fragen anderer Bürger eingehen wollte, kam das Gespräch immer wieder zurück zur »Heinrichswiese«.

Ausführlich hatte Dr. Jörg Lindenthal von der BI seine Sicht der Dinge dargelegt. Die Zuwegung zur »Heinrichswiese« sei zunächst von der Gemeinde und dem Planungsbüro Eichler und Schauss über den Limesring und die Schöne Aussicht geplant worden. Später sei nur noch der Limesring übrig geblieben. Daran habe die Gemeinde versucht festzuhalten und »drei Mauern« gebaut, sagte Lindenthal. Die erste Mauer sei einfach ein »Geht nicht« gewesen. Diese habe die BI eingerissen und gezeigt, dass es mit einer Zuwegung über den Södeler Weg funktioniere. Die zweite Mauer seien Vorgaben und Richtlinien in Straßenbau und Denkmalschutz gewesen. Nun stehe man an der dritten Mauer: »dem Schreckgespenst Kosten«. Lindenthal führte an, dass die Zufahrtstraße über den Södeler Weg, wie ihn die BI wünsche, nicht so teuer sei, wie von den Planungsbüros vorgerechnet. Das Einsparpotenzial zwischen den Varianten Limesring und Södeler Weg sei nicht so gravierend: Es gehe um rund 200 000 Euro. Josef Hruschka von der BI fügte hinzu, dass man die Kosten für die Straßenerneuerung im Limesring hinzurechnen müsse. Diese 300 000 Euro würden auf die 48 Anlieger umgelegt. Zuvor hatte er die Koalition im Gemeindeparlament von CDU, FWG und Grüne in Schutz genommen, denen Bürgermeister Dieter Müller einen inkompetenten Umgang mit der Sache vorgeworfen habe.

BI-Vertreter Jochen Leuschner hätte den Bürgermeister gerne in der Versammlung getroffen. Immerhin warte die BI seit über einem Jahr »vergeblich« auf einen Gesprächstermin mit ihm. Weiter fragte Leuschner, wer für die Straßenschäden durch den verstärkten Verkehr im Limesring aufkomme.

Vorschlag: Ampel für Lindenstraße

Der Vertreter des Bürgermeisters, Werner Müller, antwortete auf die Fragen der BI. Er wies zunächst den unterschwelligen Vorwurf zurück, die Planungsbüros Eichler und Schauss sowie Mörner und Jünger hätten im Sinne der Gemeinde gearbeitet. Zu den Rechenbeispielen Lindenthals führte Müller aus, man könne sicher durch einzelne Anfragen bei Behörden und Firmen auf abweichende Ergebnisse kommen. Jedoch seien die Gemeindevertreter und die meisten anderen Beteiligten Laien. Man habe ein zweites Planungsbüro (Mörner und Jünger) beauftragt, nachdem das Ergebnis des ersten (Eichler und Schauss) angezweifelt worden war. Nun sei jedoch auch das zweite Büro zum gleichen Schluss gekommen. Danach müssten sich die Politiker nun richten und sich darauf verlassen.

Als Anlieger der Lindenstraße beteiligte sich auch Dr. Jochen Degkwitz an der Diskussion. Er gab zu bedenken, dass im Falle einer Zuwegung über den Södeler Weg der gesamte Verkehr aus der »Heinrichswiese« über die Lindenstraße in den Ortskern laufe. An dieser jedoch müsse man schon heute zu Stoßzeiten bis zu fünf Minuten warten, bis man die Straße überqueren könne. Deshalb sollte man in die Kosten »Södeler Weg« auch eine Ampel für die Lindenstraße einplanen. Für diesen Vorschlag erhielt Degkwitz spontanen Applaus von der Versammlung.

Aus den Reihen der Bürger meldete sich auch Regina Zenz zu Wort. Sie betonte, der Södeler Weg werde heute von vielen Radfahrern, Spaziergängern und spielenden Kindern genutzt. Werde die Straße als offizielle Zufahrt ausgebaut, solle man deshalb auf jeden Fall einen parallelen Radweg einplanen.

Neben diesem Thema kamen auch Fragen zu den Parkplätzen am Echzeller Bahnhof auf, zu einem fehlenden Wickeltisch in der Horlofftalhalle, zur Straßenbeleuchtung, Sicherung der Bahnstrecke oder der fehlenden Fahrbahnmarkierung in Gettenau. Diese konnten schnell beantwortet werden. Entweder waren die Sachen bereits bei der Verwaltung in Arbeit oder sie sollten im kommenden Jahr auf die Tagesordnung der Gemeindevertreter kommen.

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