13. Januar 2011, 18:16 Uhr

Martin Holzfuß: »85 Jahre wandelnde deutsche Geschichte«

Butzbach (bd). 85 Jahre alt wurde er an Heiligabend, doch im offiziellen Kreis feierte Martin Holzfuß am Mittwochabend in der bis auf den letzten Platz besetzten »Wilhelmshöhe«. Inmitten von Parteifreunden und Politikern fast jeder Couleur aus Land, Kreis und Stadt genoss der Generalmajor a. D. und an Jahren älteste Kommunalpolitiker der Wetterau mit Europaparlamentserfahrung die zweistündige Gratulationscour.
13. Januar 2011, 18:16 Uhr
Prominente Gäste gratulieren: Martin Holzfuß (2. von rechts) mit Bürgermeister Michael Merle, FDP-Chef Norbert Gonter und Staatsminister Jörg-Uwe Hahn (von links). (Foto: Dörr)

Norbert Gonter, der Chef der Butzbacher Liberalen, war nach dem musikalischen Auftaktdurch Butzbacher Musikschüler begeistert über die vielen Gäste. Persönlich begrüßte er Landtagspräsident Norbert Kartmann, den hessischen Minister und FDP-Vorsitzenden Jörg-Uwe Hahn, Landrat Joachim Arnold und Bürgermeister Michael Merle sowie weitere politische Prominenz.

Gonter berichtete aus der Kindheit des Jubilars in Hinterpommern, von seinem Abitur an einer Internatsschule und seinem Einsatz im letzten Abschnitt des Weltkriegs. Danach habe es ihn als Zivilangestellten der Amerikaner zunächst nach Kassel und dann nach Butzbach verschlagen. Holzfuß habe im US-Depot gearbeitet, seine Frau Elli kennengelernt und sei nicht nur Maibacher geworden, sondern 1947 auch FDP-Mitglied. Und 1956 sei er einer der ersten Soldaten und ein wichtiger Mann beim Aufbau der Bundeswehr gewesen.

Einst Junior, jetzt Senior

Einst der jüngste Kreistagsabgeordnete in Friedberg, sei Holzfuß nun der älteste in diesem Gremium. Auch der Fraktionsvorsitz im Stadtparlament und der Vorsitz der Butzbacher FDP seien ihm nicht fremd.

Man gratuliere einem guten Freund, den feiner Humor, sanfte Ironie, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und ein starker Charakter auszeichneten, schloss Gonter seine Laudatio.

Norbert Kartmann freute sich, dass sich Martin Holzfuß trotz seines stolzen Alters noch so für die Stadt engagiere. Man brauche ihn, den politischen Profi, der lange Jahre im Europaparlament gewesen sei und alle Facetten der politischen Arbeit kenne. Martin Holzfuß habe Lebenserfahrung, von ihm könne man viel lernen über Krieg, Not und Vertreibung, aber auch über die Integration in einer neuen Heimat und über Familienglück.

Auch Bürgermeister Merle dankte für das ehrenamtliche kommunalpolitische Engagement. Martin Holzfuß sei »wandelnde deutsche Geschichte«, ein äußerst unterhaltsamer Mensch und ein Vorbild an demokratischen Grundsätzen. Niederlagen nehme er mit Langmut hin, er habe Respekt vor der Meinung anderer, sei hart in der Sache, aber stets fair und kompromissbereit - und in seinem offenen Denken sei er »für weitere Wahlperioden gerüstet«.

Für Landrat Joachim Arnold stand fest: »Martin Holzfuß liebt klare Worte und weiß, dass man alles bezahlen muss, was man bestellt hat.« Im Krieg habe er gelernt, dass man alles tun müsse, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederhole.

Staatsminister Jörg-Uwe Hahn wünschte dem Jubilar weitere Lebensjahre, wie dieser sie sich vorstelle - und er bat ihn, weiterhin der FDP zur Verfügung zu stehen und dabei die Balance zwischen politischer Arbeit ud freier Zeit zu finden. Hahn würdigte die freundschaftliche und kameradschaftliche Zusammenarbeit über die Jahrzehnte.

Holzfuß spiele nicht »Blockflöte«, sondern sei ein Querdenker, der es liebe, die Themen anders aufzunehmen als der Durchschnittsbürger, dann aber aufrecht, bisweilen auch mit spitzer Zunge, in die Debatte gehe.

Er persönlich, so Hahn, verdanke sein Kreistagsmandat 1977 Martin Holzfuß, der auf seines verzichtet habe. Insofern sei er »der Patenonkel oder gar die Hebamme meiner politischen Karriere«. Und im Mai 2009, als er gemerkt habe, dass seine Arbeit im Kreistag mit den Verpflichtungen in Wiesbaden nicht in Einklang zu bringen waren, habe ihn Holzfuß abgelöst.

Danach gratulierten, eingebettet in die von allen Gästen gesungene Hymne »Die Gedanken sind frei« der Kreistagsabgeordnete Wolfgang Patzak, Pfarrer i. R. Siegfried Lauer und der Maibacher Ortsvorsteher Volker Hofmann.

Zu Guttenberg gratuliert

Martin Holzfuß dankte jedem Redner in direkter Erwiderung. »Zurück zu den Wurzeln« sei seit 20 Jahren seine Devise, nachdem er 45 Jahre beruflich in der Welt unterwegs gewesen sei. Abschließend verlas er die Glückwünsche zum Geburtstag, die ihm Verteidigungsminister Baron Freiherr Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg übersandt hatte.



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