17. Dezember 2010, 20:54 Uhr

Attac-Demo gegen möglichen Hess-Natur-Investor Carlyle

Butzbach (pm/en). Unter dem Motto »Kein Ökomäntelchen für Bombenbauer« haben Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac gestern am Firmensitz des Ökotextilunternehmens Hess-Natur gegen dessen im Gespräch befindlichen Verkauf an den amerikanischen Konzern Carlyle protestiert. Rund 200 Kunden von Hess-Natur schlossen sich laut Attac dem Protest an.
17. Dezember 2010, 20:54 Uhr
Vielköpfiger Protest: Ansehnlich ist der Zug der Globalisierungsgegner zum Verwaltungsgebäude von Hess-Natur. (Foto: Nici Merz)

Butzbach (pm/en). Unter dem Motto »Kein Ökomäntelchen für Bombenbauer« haben Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac gestern am Firmensitz des Ökotextilunternehmens Hess-Natur gegen dessen im Gespräch befindlichen Verkauf an den amerikanischen Konzern Carlyle protestiert. Rund 200 Kunden von Hess-Natur schlossen sich laut Attac dem Protest an.

Die Demonstranten forderten die Eigentümer von Hess-Natur - den Karstadt-Quelle-Mitarbeiter-Trust (KQMT) sowie die dazugehörige Primondo Speciality Group (PSG) - auf, verbindlich ihren dauerhaften Verzicht auf einen Verkauf der Firma an Carlyle zu erklären.

»Gefährlich für Hess-Natur ist nicht unser Protest, sondern der geplante Verkauf an Carlyle. Die beteiligten Konzerne haben es in der Hand, Schaden von Hess-Natur abzuwenden. Die Kunden werden sich sicher nicht dazu hergeben, die Kassen eines Bombenbauers zu füllen«, sagte Jutta Sundermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.

Wie berichtet, soll Carlyle entgegen früheren Informationen nach wie vor großes Interesse an einer Übernahme von Hess-Natur haben. Am Donnerstag unterschrieben mehr als 800 Menschen auf der Attac-Webseite, dass sie Hess-Natur boykottieren werden, sollte das Ökounternehmen von Carlyle übernommen werden.

Attac zufolge gibt es durchaus andere Interessenten für Hess-Natur. So habe sich am Donnerstag der Eigentümer des »Waschbär«-Umweltversandes, Ernst Schütz, an das Netzwerk gewandt und berichtet, dass er schon vor Monaten KQMT ein Kaufangebot unterbreitet habe, seither aber hingehalten werde.

Wie Hess-Natur gilt auch der »Waschbär«-Umweltversand als ein Vorreiter im Versandhandel für umweltfreundliche Produkte.

Einen Verkauf »in naher oder ferner Zukunft« hatte Hess-Pressesprecherin Verena Kuhnert in Aussicht gestellt, es habe aber noch kein Verkaufsgespräch stattgefunden. Neben Carlyle gebe es weitere Interessenten, eine Zahl nannte sie nicht. Darunter seien auch Unternehmen, die zur Ausrichtung von Hess-Natur passten.

Ähnlich hatte sich Geschäftsführer Wolf Lüdge geäußert.

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