19. August 2009, 20:08 Uhr

Vom Hilfsverein für Kriegsopfer zum Sozialverband

Butzbach-Hoch-Weisel (bd). Bei strahlend blauem Himmel feierte der VdK-Ortsverband am Samstag sein 60-jähriges Bestehen. Im Hof Messerschmidt in der Ortsmitte hatten sich zahlreiche Anwesende, darunter die Vertreter aller Ortsvereine, eingefunden, um am Programm mit Ansprachen, Ehrungen und Unterhaltung teilzunehmen.
19. August 2009, 20:08 Uhr
Verdient gemacht um den VdK Hoch-Weisel haben sich (v. r.) Elke Düsterwald, Elli Dämon, Helga Jung und Hans-Georg Niebuhr. Kreisvorsitzender Harald Krämer (M.) und Ortsverbandsvorsitzender Gerhard Michel (l.)

Butzbach-Hoch-Weisel (bd). Bei strahlend blauem Himmel feierte der VdK-Ortsverband am Samstag sein 60-jähriges Bestehen. Im Hof Messerschmidt in der Ortsmitte hatten sich zahlreiche Anwesende, darunter die Vertreter aller Ortsvereine, eingefunden, um am Programm mit Ansprachen, Ehrungen und Unterhaltung teilzunehmen. Vorausgegangen war am Abend zuvor eine feierliche Totenehrung mit Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Friedhof.

Der besondere Gruß des Vorsitzenden Gerhard Michel galt der Vorsitzenden des VdK-Bezirks Gießen, Helma Schnell-Kretschmer (Alsfeld), dem Wetterauer VdK-Kreisvorsitzenden Harald Krämer (Bad Vilbel), dem Gießener Kreisvorsitzenden Reinhold Hanitsch, dem Ortsbeiratsmitglied und Stadtverordneten Raimer Becker und Ortsvorsteher Fritz Geretschläger, den Vertretern der Ortsvereine und den VdK-Abordnungen aus Nieder-Weisel, Fauerbach und Ebersgöns. Einen herzlichen Gruß empfing auch das unermüdliche Butzbacher Vereinsring-Trio Robert Werner, Walter Gödel und Toni Möller.

Wie Michel betonte, wolle der VdK Hoch-Weisel das Jubiläum nutzen, um die Bilanz von sechs Jahrzehnten Einsatz für die Menschen, den demokratischen Rechtsstaat und die soziale Gerechtigkeit zu würdigen. Der VdK Hoch-Weisel sei 1949 gegründet worden als Hilfsverband für die vielen Opfer des 2. Weltkrieges. In einer Phase, in der Deutschland am Boden gewesen sei, hätten sich engagierte und verantwortungsvolle Menschen auch in Hoch-Weisel gefunden, um für die Rechte der Menschen einzusetzen, die unter den Kriegsfolgen als Witwen, Waisen und Versehrte am stärksten gelitten hätten.

Die Bezirksvorsitzende Helma Schnell-Kretschmer sprach von einer »imponierenden großartigen Leistung«. Deshalb sei es ihr eine Ehre, den Hoch-Weiselern im Namen des Hessischen VdK-Landesvorsitzenden Udo Schlitt ihre Glückwünsche zu überbringen. Hilfe zur Selbsthilfe - dies sei der Grundgedanke bei der Gründung des Sozialverbands VdK Deutschland und seiner Landesverbände gewesen. Bereits in den Jahren 1946 und 1947 hätten Kriegsopfer in Städten und Gemeinden erste Selbsthilfegruppen mit dem Ziel gegründet, die Interessen der Kriegsbeschädigten und -opfer gegenüber den Verwaltungen zu vertreten. Der VdK könne für sich in Anspruch nehmen, zu den ersten Organisationen zu gehören, die den Gedanken des solidarischen Handelns geprägt hätten.

Sehr viele Menschen seien damals ohne Arbeit oder an Leib und Seele so schwer geschädigt gewesen, dass sie nicht in der Lage waren, für sich und ihre Familien zu sorgen. Ein staatliches Versorgungssystem habe noch nicht existiert, so dass es äußerst wichtig gewesen sei, für eine rasche unbürokratische Hilfe in akuten Notsituationen zu sorgen. Dies seien die ersten Schwerpunkte des Verbandes gewesen. Heute stehe der Sozialverband VdK allen Menschen offen, die Rat und Hilfe in sozialen Fragen suchten, so die Bezirksvorsitzende.

210 000 Mitglieder zähle der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen, und ihre Zahl wachse. Monatlich kämen 1400 neue Mitglieder hinzu. Dies sei auch eine Folge des »unglaublichen Sozialabbaus« der letzten Jahre und der finanziellen Kürzungen für die Menschen im Lande. Helma Schnell-Kretschmer.

Der neue Kreisvorsitzende Harald Krämer betonte, er sei gerne gekommen, auch um sich dem Ortsverband Hoch-Weisel vorzustellen. Er ging in seiner Ansprache auf die Bundestagswahl ein. Ihm dränge sich der Eindruck auf, dass es den meisten Politikern mehr um die eigene Karriere gehe als um das, was für das Volk von Nutzen sei. Der VdK sei Pate der Demokratie und werde auf der Seite der kleinen Leute stehen, damit sich die Waage der sozialen Gerechtigkeit nicht noch mehr auf die Seite der Vermögenden verschiebe.

Stadtverordneter Raimer Becker bezeichnete die Arbeit des VdK als »von größter Wichtigkeit für unsere Stadt«. Landtagspräsident Norbert Kartmann lobte, der VdK habe eine riesige Erfolgsgeschichte hinter sich, auch wenn er als Politiker mit den Zielen des Sozialverbands nicht immer einig sei. Nach einer musikalischen Einlage durch den Mundartchor Heimatland Butzbach, er sang das »Hessenlied«, ehrte Kreisvorsitzender Krämer langjährige Mitglieder. Die Ehrenurkunde für 60-jährige Mitgliedschaft erhielten Elli Dämon und Gertrud Becker (in Abwesenheit. Für zehnjährige Mitgliedschaft wurden Elke Düsterwald, Helga Jung und Hans-Georg Niebuhr geehrt. (Fotos: Dörr)

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