29. Mai 2009, 16:52 Uhr

»Jede Krise auch eine Chance«

Butzbach (bd). Der liberale Europaparlamentarier Dr. Wolf Klinz erklärte am Donnerstag in Butzbach die europäischen Zusammenhänge der Wirtschaftskrise. Klinz forderte alle Bürger auf, am 7. Juni wählen zu gehen.
29. Mai 2009, 16:52 Uhr

Butzbach (bd). Der liberale Europaparlamentarier Dr. Wolf Klinz erklärte am Donnerstag in Butzbach die europäischen Zusammenhänge der Wirtschaftskrise. Klinz forderte alle Bürger auf, am 7. Juni wählen zu gehen.

Gut 30 interessierte Zuhörer waren in die »Wilhelmshöhe« gekommen, um über die europäische Dimension der Krise zu diskutieren. Klinz analysierte die Lage und sprach neben Problemen innerhalb der Bankenwelt auch Probleme durch die Globalisierung an. Verbessert werden müssen nach seinen Worten die internationalen Kontrollen für Banken und Konzerne.

In der Krise hob Klinz die stabilisierende Rolle der Europäischen Union hervor. Der Euro sei im Gegensatz zu vielen anderen Währungen eine stabile Größe auf den Finanzmärkten. Klinz forderte, über eine gemeinsame europäische Finanzaufsicht nachzudenken. Sie könne wie das europäische Zentralbanksystem funktionieren. Die bisherigen Finanzaufsichten könnten wie die Zentralbanken in einem föderalen System zusammenwirken.

In der Wirtschaftskrise sei es nur sinnvoll, langfristig zu handeln. Maßnahmen wie die Abwrackprämie könnten keine langfristige Wirkung entfalten. Auch ein staatlicher Einstieg bei Opel sei abzulehnen. »Auch in der sozialen Marktwirtschaft gibt es Probleme, aber ich bin fest davon überzeugt, dass sie die beste Wirtschaftsform ist«, erteilte Klinz der Verstaatlichung von Unternehmen eine Absage. Die FDP wolle einen Staat, der an den richtigen Stellen stark sei. Dies sei bei Kartellfragen der Fall, da Monopole schlecht für den Markt seien. »Der Staat darf aber nicht vorschreiben, wo investiert wird«, forderte Klinz.

Bei der anschließenden Diskussion stellte der Politiker fest, dass das System der EU in einem Punkt allen anderen überlegen sei: »In Europa werden Wirtschaft, Sozialpolitik und die Umwelt ins Gleichgewicht gebracht.« Dies sei ein großer Vorteil im Vergleich zu den USA oder China, wo entweder die Wirtschaft oder soziale Faktoren die Politik bestimmten. Dadurch könne die EU in der Wirtschaftskrise gut bestehen, auch wenn die Krise die Entwicklung in den kommenden Jahren dämpfe. »Langfristig bietet die Krise einen Anlass für Strukturwandel und eröffnet der EU so auch neue Chancen«, resümierte Klinz.

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