30. Januar 2009, 20:24 Uhr

Wärter verkauft Drogen

Butzbach (srs). Der Fall wirft kein gutes Licht auf die JVA Butzbach. Ein 43-jähriger Beamter verkaufte 2005 bis 2008 Haschisch an Häftlinge und an einen Kollegen. Die illegalen Geschäfte des spiel- und drogensüchtigen Mannes kamen erst im Sommer ans Tageslicht, als ihn ein Insasse verpfiff und der 43-Jährige auf frischer Tat gefasst werden konnte. Seit gestern muss sich der Butzbacher vor dem Gießener Landgericht verantworten.
30. Januar 2009, 20:24 Uhr

Butzbach (srs). Der Fall wirft kein gutes Licht auf die JVA Butzbach. Ein 43-jähriger Beamter verkaufte 2005 bis 2008 Haschisch an Häftlinge und an einen Kollegen. Die illegalen Geschäfte des spiel- und drogensüchtigen Mannes kamen erst im Sommer ans Tageslicht, als ihn ein Insasse verpfiff und der 43-Jährige auf frischer Tat gefasst werden konnte. Seit gestern muss sich der Butzbacher vor dem Gießener Landgericht verantworten.

Weitgehend war er geständig. »Nach der Trennung von meiner Frau war mir alles egal«, gab er als Motiv an.

Der 43-Jährige soll laut Anklage in 15 Fällen mit Rauschgift in der JVA gehandelt haben. Er räumte die Taten zum großen Teil ein. Auch Handys und alkoholische Getränke in Wasserflaschen habe er gegen Geld in die JVA geschmuggelt, gestand er. Sogar per Überweisung sei er bezahlt worden.

Drei Geschäfte mit einem Häftling über insgesamt 180 Gramm Haschisch allerdings stritt der Angeklagte ab. »Ich habe Mist gebaut. Aber mit dem habe ich nichts zu tun gehabt.« Der Häftling habe die Vorwürfe nur unterbreitet, um in ein anderes Gefängnis verlegt zu werden. Zu diesem Geschehen werden im Prozess noch Zeugen befragt.

Verkäufe von Haschisch in kleinen Mengen an einen Kollegen der JVA wiegelte der Angeklagte als Freundschaftsdienste ab. »Einige bringen zu Besuchen eine Flasche Wein mit. Wir haben uns eben Haschisch gegeben«, sagte der 43-Jährige.

Der gelernter Straßenbauer war 2001 zum Vollzug gekommen, nachdem ihm bei der Arbeit ein Kettenwagen über den Fuß gefahren war. Die Bekämpfung der Schmerzen im Fuß führte ihn in eine Tablettenabhängigkeit.

Als seine Ärzte ihm keine Rezepte mehr ausgestellt hätten, habe er sich an die in der JVA gewandt. Dort habe er größere Mengen bekommen. Der Butzbacher konsumiert außerdem Haschisch, Speed, Kokain. »Ich habe nichts ausgelassen. Und richtig schlimm wurde es, als die Familie Anfang 2008 auseinanderging.« Der Angeklagte ist zudem spielsüchtig. Vor allem dadurch hat er Schulden von insgesamt 40 000 Euro angehäuft.

Zum Verhängnis wurde dem Mann im August ein kurz vor der Entlassung stehender Häftling, der den 43-Jährigen anzeigte. Der Häftling vereinbarte mit der Polizei, zum Schein einen Handel mit dem Angeklagten einzugehen. Der Angeklagte sollte dazu die 23-jährige Tochter des Häftlings vor einem Schnellimbiss treffen und eine Tüte mit 100 Gramm Hasch und einem Handy entgegennehmen, um sie ins Gefängnis zu schmuggeln. Die Polizei überwachte die Übergabe.

Am Dienstag wird die Verhandlung fortgesetzt.



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