23. Dezember 2008, 19:58 Uhr

Behindertenheim in die »Lücke« Aus Sozial- wird Demenzzentrum

Butzbach (vj). Ein Meilenstein für den Dienstleistungsstandort Butzbach: Landrat Joachim Arnold hat in der Seniorenresidenz am Landgrafenschloss die (Um-)Baugenehmigung für das 30 Jahre alte Gebäude des AWO-Sozialzentrums im Degerfeld übergeben. Für 6 Millionen Euro wird dort ab Januar ein modernes Pflegezentrum für Demenzkranke und schwerstkranke jüngere Menschen errichtet, das im Sommer betriebsbereit sein soll.
23. Dezember 2008, 19:58 Uhr
Muss nach 30 Jahren und für die neue Nutzung saniert werden: das AWO-Haus im Degerfeld.

Butzbach (vj). Ein Meilenstein für den Dienstleistungsstandort Butzbach: Landrat Joachim Arnold hat in der Seniorenresidenz am Landgrafenschloss die (Um-)Baugenehmigung für das 30 Jahre alte Gebäude des AWO-Sozialzentrums im Degerfeld übergeben. Für 6 Millionen Euro wird dort ab Januar ein modernes Pflegezentrum für Demenzkranke und schwerstkranke jüngere Menschen errichtet, das im Sommer betriebsbereit sein soll. An der Übergabe nahmen neben dem Landrat Carola Braika, die Betriebsleiterin der Seniorenresidenz, Bürgermeister Michael Merle, Projektleiter Gerhard Thiele als Vertreter des Bauherrn (Merkur Sozialinmmobilen Südhessen) sowie Willi Jost, Vorsitzender der AWO-Hessen Süd, und Helmut Kaufmann vom Fachbereich Altenpflege der AWO teil.

In dem modernisierten Haus wird es auf einer Fläche von knapp 5000 Quadratmetern 89 Plätze in 41 Einzel- und 24 Doppelzimmern geben.

In diesem Jahr waren die Bewohner des Altenpflegeheims im Degerfeld in die neue Seniorenresidenz am Landgrafenschloss gezogen. Das jetzt leer stehende Haus wird von Grund auf modernisiert: Angefangen von der Heizung, über die Bewohnerzimmer, Gemeinschafts- und Verwaltungsräume bis hin zu Dach und Fassade. 2007 hatte die AWO Hessen Süd die Immobilie an den Investor verkauft und auf 25 Jahre von ihm gemietet. Die Sanierung übernimmt nun Eigentümer, die Merkur GmbH mit Sitz in Rüsselsheim.

Das Projekt sei stimmig, sagte Arnold. Butzbach sei nicht nur ein guter Standort, die Pflege sei auch ein Markt der Zukunft. Die neue Einrichtung sei eine ideale Ergänzung zum entstehenden Gesundheitszentrum.

»Die Medizinlandschaft ändert sich rasant«, pflichtete Bürgermeister Merle dem Landrat bei. Das neue Angebot sei für die Menschen in der Stadt und der Region eine wesentliche Verbesserung. Geminsam mit dem entstehenden Diagnosezentrum und dem neuen Haus im Degerfeld werde Butzbach in der Region als Dienstleistungszentrum gestärkt. (Foto: en)

Butzbach (bd). Eine wichtige Vertragsunterzeichnung fand am Montag bei Notar Dr. Jürgen Reichel statt: Reinhold Medebach, der Geschäftsführer der Behindertenhilfe Wetteraukreis, Kreisbeigeordneter Otmar Lich, Bürgermeister Michael Merle, Erster Stadtrat Mark Kannieß, Michael Weiß von der städtischen Parkhausgesellschaft, Wolfgang Bender für die Landgrafenschlossgesellschaft, Helmut Hankel von der Stadtverwaltung und Doris Friedrich von der Wohnungsbaugesellschaft gaben grünes Licht für einen Grundstückskauf.

Die Behindertenhilfe erwarb ein 1300 Quadratmeter großes Grundstück am Landgrafenschloss, um ein Heim für behinderte Menschen zu errichten.

Die Fläche liegt zwischen dem Parkhaus, der AWO-Seniorenresidenz und dem Butzbacher Ärztehaus. Vorgehalten wurde sie eigentlich zur Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses, nun soll ein Wohnheim für geistig behinderte Menschen entstehen.

Die planungs- und vermessungstechnischen Vorarbeiten sind bereits geleistet. Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags kann nun gleich im neuen Jahr mit der Planung begonnen werden.

Das Gebäude wird für 26 Menschen Platz bieten. Geplant sind zwölf Plätze für stationäres Wohnen, zwei Kurzzeitpflegeplätze, vier Plätze im teilstationären Wohnen und acht im betreuten Wohnen. Im Erdgeschoss des Gebäudes ist zudem ein Blumengeschäft geplant, denn durch die Nähe zum Friedhof bestehe ein gewisser Bedarf.

Die Behindertenhilfe will mit dem Betrieb des Wohnheims Arbeitsplätze schaffen. Die Bewohner des Hauses sollen so weit wie möglich ins öffentliche Leben der Stadt eingebunden werden.

Die Behindertenhilfe ist nun dabei, das mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen abgestimmte Raumprogramm in die Planung des Hauses zu integrieren. Mit den Bauarbeiten soll Mitte 2009 begonnen werden, 12 bis 18 Monate Bauzeit sind vorgesehen.

Mit dem geplanten Wohnheim für Behinderte, so bhw-Geschäftsführer Medebach, sei man auf dem Weg, auch in der nördlichen Ecke des Kreises eine solche Einrichtung zu schaffen. Hier, wo etwa 40 000 Menschen (und damit jeder siebte Wetterauer) lebten, habe bislang ein solches Gebäude gefehlt.

Gerade älter werdende Behinderte entwickelten neue Platzbedürfnisse. Der Landeswohlfahrtsverband und die Behindertenhilfe Wetteraukreis hätten auf diesen Bedarf reagiert. Mit der Planung beauftragt wird das Bad Nauheimer Architekturbüro Fischer.

Nicht nur Reinhold Medebach, auch der Butzbacher Magistrat und besonders die Geschäftsführer von LSB und Parkhausbetrieben zeigten sich erfreut, dass die »große Lücke« zwischen Ärztehaus und Seniorenzentrum geschlossen und das Schlossareal mit dem neuen Haus weiter aufgewertet werde.

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