01. August 2019, 20:47 Uhr

Zum Spielen reicht es gerade so

01. August 2019, 20:47 Uhr
Marie Marowsky beanstandet den Zustand des Sands auf Vilbeler Spielplätzen, wie hier auf dem Römer-Spielplatz. (Foto: cf)

Marie Marowsky ärgert sich über die Stadt Bad Vilbel. Das Herz der langjährigen Leiterin der Kita Kunterbunt hängt am Wohl der Dreikäsehochs - daran hat sich auch im Ruhestand nichts geändert. Seit einiger Zeit ist sie mit zwei Kleinkindern auf den Spielplätzen im Stadtgebiet unterwegs und musste dabei feststellen: »Die Sandbereiche gleichen eher einer Kiesgrube mit hohem Staubanteil als einem Sandkasten.«

Das Paradebeispiel für diesen Zustand ist für sie der Römer-Spielplatz im Kurpark. Dort gibt es auf einem rund 1000 Quadratmeter großen Gelände unter anderem zwei Klettergeräte und eine Nestschaukel. Weil unter ihnen Sand fehle, sei der Fallschutz nicht gewährleistet, bemängelt Marowsky. Stürze ein Kind, fehle ein weicher Puffer - und das Verletzungsrisiko steige.

In der Hoffnung, die Stadt könne das Problem beheben, wandte Marowsky sich vergangene Woche an die Fachdienststelle für Park- und Gartenanlagen, die auch die Spielplätze betreut. Dort wurde sie vertröstet, mit dem Verweis darauf, dass die leitenden Mitarbeiter erkrankt seien. Nach 34 Jahren als Kita-Leiterin ist Marowsky in der Quellenstadt jedoch gut vernetzt: »Ich habe dann in Erfahrung gebracht, dass in der zweiten Augustwoche in den städtischen Kitas eine Sandreinigung samt Auffüllung vorgesehen ist. Das habe ich weitergegeben und um eine Kooperation mit dem Fachbereich Soziale Sicherung gebeten.« Erneut erhielt sie als Antwort, dass die Fachdienstleitung erst ab kommender Woche wieder zu erreichen sei. So lange wollte die aufgebrachte Bad Vilbelerin aber nicht warten. Aus ihrer Sicht drängt die Angelegenheit.

Marowsky sieht Verletzungsgefahr

Weil ihr auch die Kinderbürgermeisterin nicht helfen konnte, da sie selbst Mutter geworden ist, kontaktierte Marowsky die Zeitung. »Der Spielplatz am Römer-Brunnen ist stark frequentiert, alleine schon, weil es hier eine Wasseranlage gibt«, begründet sie. »Den Verantwortlichen scheint die Sicherheit der Kinder aber ziemlich egal zu sein. Und dies, obwohl Bad Vilbel mit Kinder- und Familienfreundlichkeit wirbt. Wo bleibt die hier?«

Bei einer WZ-Stichprobe auf dem Römer-Spielplatz zeigte sich: Marowsky ist mit ihrem Ärger nicht allein. »Das ist kein Spielsand. Da sind viele Steine drin, abgesehen vom ganzen Dreck. Der reicht von Zigarettenstummeln über kleine Zweige und Blätter bis zu Papier und Plastik«, hielten drei Mütter fest. Die einjährige Leonie aus Harheim spielte begeistert mit Eimer, Schaufel und Förmchen im Sand, buddelte ein Loch aus. Ihre Mutter musste aber stets darauf achten, dass die Kleine sich keinen Unrat in den Mund steckt. Sie sagte: »Mir gefällt dieser Spielplatz sehr gut - bis auf den verdreckten Sand. Die Spielgeräte sind sehr schön.«

Eine Mutter aus Dortelweil sagte: »Das ist hier ein schöner Spielplatz, weil er eingezäunt ist und man seine Kinder beim Spielen gut im Auge behalten kann.« Das fanden auch eine Kernstädterin und eine Gronauerin, die den Römer-Spielplatz wegen seiner Schatten spendenden Bäume favorisieren. Auch Ebubekir aus der Kernstadt und Emir aus Dortelweil spielen auf dem Römer-Spielplatz. Dabei kommt es ch vor, dass sie unfreiwillig im Sand landen. Alle Mütter bestätigten, dass sie bereits gesehen haben, wie Kinder von den Spielgeräten gefallen und unsanft im Sand gelandet sind. Der Tenor: »Mehr Sand wäre besser. Vor allem sollte er auch regelmäßig gereinigt werden.« Auf der Wunschliste der Eltern stehen außerdem neue Tische und Bänke sowie Toiletten. »Die Kids gehen fürs große und kleine Geschäft in die Büsche. Das muss nicht sein«, sagte eine der Frauen. Stadtsprecher Yannick Schwander sagte, dass die Spielplätze in der Regel einmal wöchentlich von Mitarbeitern des Gartenamtes auf Oberflächenverschmutzung (Kippen, Scherben, Tierkot) überprüft würden. Der Sand werde in unregelmäßigen Abständen aufgefüllt. Eine Reinigung finde nicht statt. Toiletten seien nicht üblich.

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