16. November 2017, 14:00 Uhr

Okarbener Ortsbeirat

Zoff ums neue Vereinsgelände

Dass der Petanque-Club aus Petterweil nach Okarben umziehen wird, steht fest. Doch als der Vorstand des Vereins jetzt sein Modell der Anlage präsentierte, ging es im Ortsbeirat hoch her.
16. November 2017, 14:00 Uhr
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Von Holger Pegelow
Der Vorsitzende des Petanque-Clubs Petterweil, Heiko Hoffmann (l.), zeigt in der Sitzung des Ortsbeirats Okarben zusammen mit seinem Sohn Marcel erstmals ein Modell der Idee, die der Club für seinen Umzug auf die Okarbener Sportanlage entwickelt hat. (Foto: pe)

Schon seit einer halben Ewigkeit wird auf dem Okarbener Fußballplatz neben der Nidda kein Fußball mehr gespielt. Die Anlage gammelt vor sich hin. Da wird es Zeit für eine Wiederbelebung, dachte sich der Magistrat und bot dem Petterweiler Petanque-Club an, die Kugeln am Klingelwiesenweg rollen zu lassen. Der griff zu, denn in Petterweil kann er nicht mehr bleiben, weil nach zwei Jahrzehnten der Mietvertrag ausgelaufen ist.

Der Verein hat inzwischen einen Entwurf für die künftige Bebauung entwickelt und diesen als Modell angefertigt. Dieses stellte Vorsitzender Heiko Hoffmann in der Sitzung vor. Es sieht neben dem Ex-Fußballervereinsheim eine 30 Meter lange, 15 Meter breite und 5,50 Meter hohe Halle vor, damit der Verein auch im Winter Turniere veranstalten kann. Außerdem plant er verschiedene Außenbahnen. Zur Seite des Obst- und Gartenbauvereins hin sehen die Pläne eine große Freifläche vor, »auf der man eventuell einen Grillplatz bauen könnte«. Wie Hoffmann betonte, »soll unsere Anlage den Charakter einer Spiel- und Freizeitfläche haben. Wir wollen dort eine gewisse Idylle schaffen.« Allerdings erregte die Absicht, an der Seite einen rund ein bis 1,50 Meter hohen Erdwall zu schaffen, Unmut. Die Idee sei, dass der beim Bau der neuen Halle und der Bahnen anfallende Erdaushub von 300 bis 400 Kubikmetern nicht für teures Geld weggefahren werde, sondern als Grenzwall auf dem Gelände verbleibe.

Gegen den Wall

Darüber erregten sich Gertrud Hilka und Aribert Groll, die sich seit sechs Jahren mit den Erlebnispunkten für Okarben befassen. Dieser Erlebnispunkt soll hinter dem künftigen Bouleplatz entstehen. »Dann geht da niemand mehr hin, wenn der Wall kommt«, erklärte Groll. Und Hilka drohte: »Wenn sich hier nicht endlich was bewegt, ziehe ich die Reißleine.« Hoffmann erklärte, wenn der Verein das Gelände saniere und wiederbelebe, dürfe da »nicht jeder jederzeit Zugang haben«.

Diese Aussage wiederum erregte einige Zuschauer, vor allem von den örtlichen Vereinen. Sie fürchten, dass sie dann dieses Gelände nicht mehr nutzen könnten. Das verneinte der 1. Vorsitzende. »Wir wollen mit Ihnen gemeinsam etwas feiern«. Allerdings gebe es Liga-Spiele, bei denen das Gelände von den Boulespielern genutzt werde. Hoffmann machte deutlich, dass sein Verein lediglich 3600 der 12 000 Quadratmeter des ehemaligen Sportgeländes nutzen wolle.

Ortsvorsteher heizt Stimmung an

Zusätzlich heizte Ortsvorsteher Karlheinz Gangel die Stimmung im Saal an, als er die Frage formulierte, wie denn sichergestellt sei, dass Okärber Vereine und die Grundschule die verbleibende Fläche und das Gebäude nutzen könnten?. Das sei eine Frage an den Magistrat. Dessen Vertreter, Stadtrat Sebastian Wollny, antwortete nicht darauf. Das tat der Club-Vorsitzende. Beim Verein sei ein Vertragsentwurf der Stadt eingegangen, der eine Nutzung des Geländes für Okärber Vereine vorsehe. Wollny wiederum sorgte bei Hoffmann für Unmut, als er ankündigte, der Magistrat wolle ein Fachbüro mit der Planung für das Gelände beauftragen. »Aber ich bin zufrieden mit der Planungsrichtung«, meinte er. Eher unzufrieden war Heiko Hoffmann: »Ich komme als Freund und höre hier Ablehnung.«

Nutzung auch durch andere Vereine

Bürgermeister Guido Rahn sagte gegenüber der WZ, bislang sei die Sportanlage lediglich vom Turnverein für eine Veranstaltung genutzt worden. Die anderen Vereine wie SKG oder Schützenverein hätten in den letzten Jahren keinerlei Veranstaltungen auf dem Sportgelände gehabt. Im Rahmen des Pachtvertrages zwischen Stadt und Petanque-Club werde explizit geregelt, dass eine Nutzung durch andere Vereine sichergestellt werde. Details würden bei einer Sitzung im Rathaus am Freitag besprochen.

Am nächsten Tag hatte sich der Vorsitzende Hoffmann zwar beruhigt, zog aber dennoch keine gute Bilanz des Abends: »Eine solche Sitzung hilft keinem.«



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