22. April 2019, 19:36 Uhr

Wo sind die Jugendlichen?

22. April 2019, 19:36 Uhr
Kirchenvorstand Michael Beczkowiak fragt sich, ob die Kirche die Petterweiler Jugend verloren habe. (Foto: Fauerbach)

Jeden Freitag demonstrieren weltweit Schüler und Studenten während der Unterrichtszeit unter dem Motto »Fridays For Future« für den Klimaschutz. Sie folgen allen Widerständen zum Trotz dem Vorbild der jungen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg. Und sie zeigen mit ihrem Engagement, dass sie ein Interesse am Erhalt der Schöpfung haben und sich für eine bessere Welt stark machen.

Die Frage, wie man Jugendliche erreicht und zur Mitarbeit gewinnt, beschäftigt derzeit auch Michael Beczkowiak. Der 66-Jährige arbeitet nach langer Pause wieder im Kirchenvorstand (KV) mit. Dort ist er seit einem Jahr zuständig für Musik und Öffentlichkeitsarbeit. Für Musik, weil er und seine Frau im Oberhessischen Vocal Ensemble mitsingen und er zudem seit 1967 im Petterweiler Posaunenchor mitspielt, den er seit 1984 leitet. »Ich bin mit fünf Jahren von Duisburg nach Petterweil gekommen. Zur Kirchengemeinde gab es immer viele Berührungspunkte«, betont der Physiker im Ruhestand.

Aus diesem Grund ist ihm ein lebendiges Gemeindeleben ein Anliegen. »Wir haben zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Konfirmandengruppe mehr in Petterweil, weil die vorgeschriebene Anzahl nicht erreicht wurde. Die sechs Konfirmanden wurden auf andere Gemeinden aufgeteilt. In 2020 gibt es wieder eine Gruppe.« Konfirmanden seien für eine Gemeinde vor allem auch deshalb wichtig, »weil sie die effektivste Verbindung einer Gemeinde zu Jugendlichen sind.«

Die symbolisch leeren Kirchenbänke der Konfirmanden führen ihn zur Frage, ob die Evangelische Kirche die Petterweiler Jugend verloren hat. Und vor allem warum? Dabei geht es ihm nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Lösungsansätze. Einen der Gründe für das Fehlen Jugendlicher und junger Erwachsene sieht er im Alter der Aktiven. Andere Gründe könnten fehlendes Geld, nicht zielgruppenorientierte Angebote, kein Gemeindepädagoge und zu eng gefasste »Spielregeln« sein. »Wir brauchen Jugendliche, die mit uns zusammen Veranstaltungen, Jugendgottesdienste, moderne Gottesdienste mit Online-Übertragung ins Internet, Musikveranstaltungen mit jungen Bands und viele weitere Angebote organisieren wollen und können.«

Eckpunkt unseres Glaubens

Michael Beczkowiak will in den nächsten Monaten Jugendliche anzusprechen und sie für die Gründung einer Projektgruppe gewinnen. »Wir brauchen Leute sprich Multiplikatoren, welche die Sprache der Jugendlichen sprechen. In dieser Angelegenheit hat Michael Beczkowiak bereits einen Aufruf in der Gemeindezeitung veröffentlicht, um Unterstützung der Eltern, Großeltern und anderer Mitglieder geworben. »Leider bisher ohne Erfolg.« Er bittet alle Jugendlichen darum, sich bei Interesse mit ihm in Verbindung zu setzen. Zum Osterfest sagt Michael Beczkowiak: »Ostern ist einer der Eckpunkte unseres Glaubens. Es ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit.« Gefeiert wurde nach der Passionszeit die Auferstehung Jesu Christi und der Sieg des Lebens über den Tod. Ob Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist, sei Glaubenssache, sagt der Naturwissenschaftler Beczkowiak.

Die Auferstehung sei bereits damals als Wunder verstanden worden, als Eingreifen Gottes in unsere Welt. Die mythische Vorstellung der Auferstehung verknüpfe zweierlei: Einmal die Illusionslosigkeit, dass zu Lebzeiten keine Gerechtigkeit zu erwarten ist. Und zum anderen die Hoffnung, dass jene, die Gott und ihren Nächsten selbstlos zum Besten dienen, doch noch Gerechtigkeit widerfährt.

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