30. Januar 2018, 10:00 Uhr

Bewegungsdschungel

Wo Kinder toben dürfen

Wer sich viel bewegt, der wird nicht dick. In einem riesigen Bewegungsdschungel toben mehrere Hundert Kinder bei der TG Groß-Karben. Ziel ist es, die Kleinen fürs Kinderturnen zu begeistern.
30. Januar 2018, 10:00 Uhr

Eric (9) umklammert das Seil, stößt sich ab und segelt durch die Luft, ehe er sich auf die weiche blaue Matte fallen lässt. Er beherrscht den »Tarzansprung« beim 17. Bewegungsdschungel der Turngemeinde Groß-Karben. Das ist nicht verwunderlich. »Ich bin hier schon oft gewesen«, verrät er. Seine Lieblingsstation ist die blaue Airtrack-Bahn, die einen weichen Untergrund bietet, auf dem man sehr gut springen, Purzelbäume machen oder Räder schlagen kann.

Airtrack-Bahn ist beliebt

»Die Airtrack-Bahn ist besonders bei den größeren Kindern sehr beliebt«, erzählt Isabel Theis von der TG, die den Abenteuerspielplatz in der Großsporthalle der Kurt-Schumacher-Schule aufgebaut hat. An 13 Stationen wird getobt und nebenbei Gleichgewicht und Koordination trainiert.

774 Besucher

774 Besuchern zählt die TG am Sonntag, einen neuer Rekord »Wir veranstalten den Bewegungsdschungel als Werbung für unser Kinderturnen. Wir wollen die Kinder zum Sport führen und ihnen Spaß an Bewegung vermitteln.« Schließlich gibt es immer mehr Kinder, die sich viel zu selten bewegen und nur wenig Ausdauer haben.

Davon ist den kleinen Sportlern nichts anzumerken. Mit Eifer rennen sie von Station zu Station, fahren Pedalo, hüpfen auf dem Trampolin, wagen sich auf das Klettergerüst oder balancieren über den Schwebebalken. Leichtfüßig meistert Alba (6) diese Herausforderung, auch ihre kleine Schwester Emma (4) braucht nur noch zwei Finger von Papa Daniel Schilling als Hilfe. »Ich finde Sport sehr wichtig, damit die Kinder ihre Koordination verbessern und ihren Körper kennenlernen«, sagt Schilling.

 

Probleme beginnen später

 

»Hier ist wirklich alles dabei, das ist für die Kinder ganz toll, gerade im Winter«, lobt Ina Hoffmann. Sie hat sich mit Sohn Eric auf Friedberg auf den Weg in den Bewegungs- dschungel gemacht. »Bewegung ist so wichtig für die Kinder.«

Jugendliche mit Haltungsschwächen

Die Physiotherapeutin weiß, wovon sie spricht. In ihrer Praxis behandele sie immer häufiger Jugendliche, die Haltungsschwächen oder Schmerzen durch Verspannungen haben. »Das zeigt sich bei Schulkindern, die nachmittags noch lange vor dem PC sitzen. Oft fängt das mit dem Beginn der Pubertät an«, erzählt sie. Auch der regelmäßige Blick aufs Smartphone, für den der Kopf nach unten gebeugt werde, sei problematisch. Smartphones haben in der Sporthalle hauptsächlich einige Eltern in der Hand, die ihre Kinder fotografieren.

Jauchzen auf den Brettern

Begeistertes Jauchzen erklingt, wenn die kleinen Sportler mit Rollbrettern die Bahn runtersausen. Unterdessen wagt sich Sophie (4) über eine Wackelbrücke aus bunten Seilen. Ihr klarer Favorit ist aber die Hüpfburg. »Sie findet das toll«, sagt ihre Mutter Christine Rahmes aus Karben. Die beiden sind zum ersten Mal dabei, genauso wie Luise (8), die sich ans Kletternetz wagt. »Mir gefällt es gut hier. Ich mache auch sonst Sport, manchmal reite ich und ich gehe noch in Leichtathletik«, erzählt sie.

 
Fotostrecke: Bewegungsbaustelle TG Groß-Karben

An jeder Station steht jemand vom Verein, um den Kindern Hilfestellung zu geben. Auch um die Verpflegung und den Transport der Sportgeräte aus der eigenen Turnhalle in die KSS-Sporthalle kümmern sich zahlreiche Ehrenamtliche. »Insgesamt sind rund 50 Helfer im Einsatz«, erzählt Theis.

 

 

Drei Fragen an die Übungsleiterinnen

Eltern sind der Schlüssel

Sind Kinder heute weniger beweglich als früher?

Simone Marx: Bewegungsdrang haben alle Kinder. Ich denke, dass es eher manchmal die Eltern sind, die diesen Bewegungsdrang unterbinden, wenn sie sagen, du musst jetzt still sitzen. Die Kinder, die zu uns gebracht werden, sind nicht beeinträchtigt. Allerdings stehen bei ihnen ja auch die Eltern dahinter, dass sie Sport machen. Beeinträchtigte Kinder kommen bei uns vermutlich gar nicht an.

Stellen Sie bei manchen Kindern Bewegungsstörungen fest?

Natalja Grauberger: Es gibt natürlich manchmal Kinder, die motorisch weniger weit entwickelt sind als andere, aber mit viel Liebe und Geduld verbessert sich das mit der Zeit, wenn sie regelmäßig zum Turnen kommen.

Kommen viele Kinder zum Kinderturnen?

Simone Marx: Unsere Kinderturngruppen und auch die anderen Angebote sind konstant voll. Es gibt immer noch genügend Eltern, die ihre Kinder in den Sportverein bringen. Allerdings weiß ich nicht, ob der Anteil an Kindern, die zum Kinderturnen gehen, im Verhältnis gleich groß geblieben ist, da Karben ja stetig wächst. (fkl/Fotos: fkl) * Simone Marx und Natalja Grauberger sind Übungsleiterinnen Kinderturnen bei der TG Groß-Karben.

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