27. Oktober 2018, 18:00 Uhr

Halloween-Experten

Willkommen im Grusel-Haus in Klein-Karben

Schreie des Entsetzens werden am Mittwoch wieder durch Klein-Karben hallen. Aber auch Gelächter. Denn dann öffnet das Halloween-Haus für vier Stunden seine Türen. Dafür haben Silke und Klaus Jaschkowitz jede Menge vorbereitet.
27. Oktober 2018, 18:00 Uhr
Klaus Jaschkowitz hat alles vorbereitet für das große Halloween-Fest. Mit seiner Frau Silke hat er sein Haus in der Karl-Liebknecht-Straße in ein regelrechtes Gruselkabinett verwandelt. (Fotos: pe)

Ein mulmiges Gefühl kann einen schon beschleichen, wenn man das Anwesen in der Karl-Liebknecht-Straße 6 in Klein-Karben betritt. Eine gigantische Spinne mit behaarten Beinen sitzt auf einem Netz auf dem Vordach. Die Veranda ziert ein schauriges Skelett, und auf einem der Tische liegt ein Kopf, in dem ein Beil steckt. Der unbefangene Besucher könnte sich schon fragen, ob er dieses Haus wieder unbeschadet verlassen kann. Dabei ist noch helllichter Tag, als wir bei Silke und Klaus Jaschkowitz zu Besuch sind.

Richtig gruselig dürfte es erst am Mittwoch werden, wenn Halloween gefeiert wird. Denn dann ist es dunkel, und die Figuren, von denen es noch mehr gibt, dürften einem noch schauriger erscheinen. Das ist aber noch nichts dagegen, was einen im Innern des Halloween-Hauses erwartet, das sich im Hof des Anwesens befindet.

Die Figuren bewegen sich

Hinter den schwarzen Bändern geht es gleich los: Eine blutrünstige Gruppe empfängt einen am Eingang. Der Clou: Wenn man in die Hände klatscht, richtet sich das Skelett auf dem OP-Tisch wieder auf, und auch die anderen Figuren bewegen sich. Geht man um die Ecke, folgt eine weitere Attraktion: Die Galerie. Da hängen gut zwei dutzend 3-D-Aufnahmen mit Motiven aus berühmten Grusel-Schockern. Aber Vorsicht! Hinter den Bildern lauert manche Überraschung.

»Zombie und Galery« lautet das Motto der diesjährigen Halloween-Party. Die Galerie haben wir hinter uns, nun kommt hinter weiteren schwarzen Bändern der Zombie-Bereich. Hier sitzen Mumien mit leuchtenden Augen, ein blutiger Geselle ohne Unterleib und ein Quartett aus Mumien hinter einem Zaun. Doch auch hier wird Vorsicht angezeigt sein: Denn einige vom Ehepaar Jaschkowitz engagierte Animateure werden, in entsprechender Kleidung, Schaudern verbreiten. »Sie greifen durch den Zaun und nach den Leuten.« Und der Zaun hat’s auch in sich: Drei Kästen hängen dran, die simulieren sollen, dass der Draht unter Strom stehen wird. Blinkende Beleuchtung inklusive.

Wer all das mit Erschreckensschreien, aber garantiert unverletzt überstanden hat, auf den wartet am Ausgang des Grusel-Labyrinths eine süße Überraschung: Eine vom Ehepaar selbst zusammengestellte Tüte mit Süßigkeiten für die Kinder und Erdbeer-Limes für die Erwachsenen.

»Wir wollen ja schließlich auch feiern und fröhlich sein«, sagt Jaschkowitz, der den Schelm in Nacken trägt. Seit Jahren engagieren er und seine Frau sich schon für Halloween, ein eigentlich amerikanisches Fest. Aber in Deutschland findet es immer mehr Anhänger. Seit vielen Jahren schon veranstalten die Jaschkowitz‹ auf ihrem Anwesen diese Party. »Ständig kommen mehr Leute«, sagen sie. 1000 seien es im vergangenen Jahr gewesen, »in diesem Jahr rechnen wir mit 500 Kindern und 1000 Erwachsenen.«

 

Vierminütiges Video im Internet

Das gruselig-schöne Geschehen wird auch jedes Jahr vom Filmemacher Alexander Rippl aufgezeichnet und als rund vierminütiges Video ins Internet gestellt. Fast tausend Aufrufe hat das Filmchen von der Party 2017 gehabt. Auch das Hessenfernsehen war im vergangenen Jahr da und hat für die Hessenschau einen Film gedreht.

Dem Grusel haben sich die beiden verschrieben, seit sie 2011 von Frankfurt nach Karben gezogen sind. »Da kamen Kinder an unser Tor und haben gefragt: Süßes oder Saures? So hat es angefangen«, erzählen sie. Da die beiden gerne basteln, haben sie viele der Figuren in monatelanger Arbeit selbst gemacht. »Vieles haben wir auch aus Amerika, wo die Tradition des Halloween viel älter ist.« Und auch im Internet schaue man sich regelmäßig um. Dort gibt es mittlerweile eine deutsche Fan-Gemeinde, die aktuell 1824 Mitglieder hat. Man tausche sich aus, und manche Freundschaft sei entstanden.

Für Silke und Klaus lohnt sich die Mühe, denn dann kommen Familie, Freunde, Bekannte und viele Leute ins Grusel-Haus. Vier Stunden, von 17 bis 21 Uhr, ist offen, dann wird noch im kleinen Kreis weitergefeiert.

Und am 1. November? »Da wird man hier nichts mehr sehen. Halloween hat die Bedeutung, dass man die bösen Geister vertreibt. Wenn wir nicht abschmücken, haben wir die bösen Geister hier das ganze Jahr.«

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