27. März 2017, 20:12 Uhr

Wenn Bläser wie Streicher klingen

27. März 2017, 20:12 Uhr
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Von Franziska Klinger
Mit Musik, Strohhüten, Sonnenbrillen und Hawaiiketten gestalten die Musiker der Stadtkapelle die Zugabe ihrer beiden Jahreskonzerte am Wochenende. (Foto: fkl)

Schnelle, schwungvolle Rhythmen, Gefühlvolles, Bekanntes zum Mitsingen und neue Entdeckungen, Pop und Klassik mit viel Abwechslung bot die Stadtkapelle Bad Vilbel in ihren beiden Jahreskonzerten am Samstag- und Sonntagabend. Fast 70 Musiker an Querflöte, Oboe, Klarinette, Saxophon, Trompete, Horn, Posaune, Tuba und Perkussion, geleitet von Dirigent Christoph Bernius, wussten die Zuhörer schon mit dem Eröffnungsstück »Enjoy the music« mitzureißen.

Gediegener ging es weiter mit der »Peer Gynt Suite No. 1«, die durch zarte Querflöten- und Oboenklänge eingeleitet wurde. Die friedlichen Melodien des ersten Satzes (»Morgenstimmung«) wurden im Teil »In der Halle des Bergkönigs« von bedrohlicher Stimmung abgelöst, die die tiefen Blechbläser beisteuerten. Das klassische Werk von Edvard Grieg sei eine neue Herausforderung für die Stadtkapelle gewesen. Pressewartin Melanie Weber erklärte: »Es ist für uns als Blasorchester wegen der Intonation schwierig gewesen, das Stück wie ein Streichorchester zu spielen.«

Die Zuschauer wussten das zu schätzen. »Mir hat besonders gut die Peer Gynt Suite gefallen«, lobte Uschi Knorr. Ähnlich ging es Marlene Vieira-Kraus: »Ich fand ›In der Halle des Bergkönigs‹ toll.« Klaus Knorr gefiel besonders gut die »West Side Story Selection« (Leonard Bernstein), die unter anderem mit »I feel pretty«, »Maria« und »America« viele bekannte Melodien vereinte. Im zweiten Teil folgte auf das »Vienna Festival Music« (Otto M. Schwarz) »The wind in the willows« von Johann de Meij. Das Stück in vier Sätzen erzähle die Abenteuer eines kleinen Maulwurfs, der keine Lust auf den Frühjahrsputz hat und lieber um die Welt zieht, verriet Moderator Martin Heß. Schnelle Rhythmen und die abwechslungsreiche Begleitung am Schlagwerk animierten das Publikum, bei »Groovin around« (Otto M. Schwarz) mitzuklatschen. Zwischenapplaus erhielten Markus Leimbach (Trompete), Josef Mayr (Posaune) und Michael Spiegler (Saxophon) für ihre schwungvollen Soli.

Beim letzten Stück war das Publikum gefragt: Das »Queen Greatest Hits«-Medley vereinte unter anderem »Another one bites the dust«, »We are the champions« und »We will rock you«, unterstützt durch das Klatschen und Stampfen der Zuhörer. Begeisterten Applaus erhielt die Stadtkapelle für den großartigen Auftritt und das abwechslungsreiche Programm und belohnte das Publikum mit einer Zugabe im karibischen Flair – mit Sonnenbrille, Strohhut und Hawaiikette.

»Es war wirklich super. Wir sind häufiger bei den Konzerten der Stadtkapelle und sie wird immer besser. Gerade mit Christoph Bernius als Dirigent steigt das Niveau immer weiter und sie bietet immer etwas Neues«, sagten Uschi und Klaus Knorr. Auch Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr hatte nicht nur eine »Kostendämpfungsmaßnahme«, sondern auch viel Lob im Gepäck: »Dass wir so ein herausragendes Wochenende erleben können, haben wir vor allem Ihnen zu verdanken. Sie sind unser sympathischster Botschafter der Stadt.«

Freuen konnten sich einige Musiker nicht nur über die zahlreichen positiven Rückmeldungen, sondern auch über eine Ehrung für ihre aktive Mitgliedschaft. Stefan Bopp, Thorsten Lemler und Dominik Ohlenschläger stehen bereits seit 20 Jahren, Svenja Tobisch seit 25 Jahren mit der Stadtkapelle auf der Bühne. Einen Rekord stellte Achim Weyland auf, der für 60 aktive Jahre geehrt wurde. Der Vorsitzende der Stadtkapelle, Alexander Fry, sagte: »Du bist der erste, der die Anstecknadel mit der 60 bekommt.«



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