12. Januar 2018, 05:00 Uhr

Rentenberatung

Was tun, wenn die Rente nicht so sicher ist? Unterlagen auf einen Blick

Nach dem Berufsleben soll eine Rente folgen, von der man leben kann. Doch was, wenn es lediglich 350 Euro sind? Bernd Benölken aus Karben hilft, denn er weiß als ehrenamtlicher Berater Bescheid.
12. Januar 2018, 05:00 Uhr
Wie gut oder schlecht es sich finanziell im Alter lebt, hängt stark von der Höhe der Rente ab. Damit Rentner entspannt in die Zukunft blicken können, dafür gibt es ehrenamtliche Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung. (Symbolfoto: dpa) (Foto: Jens Wolf (dpa-Zentralbild))

Auf die künftigen Entwicklungen der Renten hat Bernd Benölken als ehrenamtlicher Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund keinen Einfluss. Wohl aber kann er Ratsuchenden hilfreich zur Seite stehen. Dazu wurde er kürzlich von der IG Metall bei den Sozialwahlen vorgeschlagen. Postwendend folgte seine Benennung für die kommenden sechs Jahre durch die Deutsche Rentenversicherung. Es ist dies die erste offizielle Benennung für den von der holländischen Grenze stammenden Münsterländer, der mit seiner Ehefrau seit 1991 in Klein-Karben lebt. Seit 2013 war Benölken in dem gleichen Amt als Nachrücker tätig. Seine langjährige Erfahrung im Betriebsrat und als DGB-Vertreter in Karben gab hierfür den Ausschlag.

Er zeigt, wie es geht: Bernd Benölken hilft bei Fragen rund um die Rente. (Foto: jsl)

Der Wirrwarr an Anträgen sei oft enorm, weiß er aus der Praxis zu berichten. Man sehe sich mit der reinsten Zettelwirtschaft konfrontiert. Von seinem Friedberger Büro aus betreue er die gesamte Wetterau. Es sei ein Glück, dass der Sozialverband VDK Hessen-Thüringen die Möglichkeit zur Beratung biete, sagt Benölken. »Es geht ja auch in den meisten Fällen um Frühberentungen aus gesundheitlichen Gründen. Wenn die Krankengeldzahlung endet, muss es irgendwie weitergehen. Dann prüfen wir die Schriftstücke für die Rentenversicherung auf Vollständigkeit, zum Beispiel ob Ausbildungs-und Kindererziehungszeiten korrekt angerechnet wurden. Wenn Lücken vorhanden sind, versuchen wir zusammen mit den Antragstellern Unterlagen zu besorgen. Die Fragebögen zur Renten-Kontoklärung müssen durchgehend beantwortet werden. Ist alles da, schicken wir die Dokumente zur Rentenversicherung. Diese Art der Unterstützung ist rein ehrenamtlich, kostet die Versicherten nichts und geht auch online.«

 

 

Expertenrat: Ab 30 schon an die Rente denken

 

Der Experte rät, schon ab 30 einen Blick auf die individuellen Versicherungszeiten zu werfen. Zwar seien im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent aller Versicherungsverläufe lückenlos, bei Unklarheiten bohre die Rentenversicherung aber so lange nach, bis alle Fakten bekannt seien. Sogar wenn es sich nur um drei Wochen handele.

880 Euro gelten in Deutschland als Grundsicherung. Ist die Rente geringer, wird sie vom Sozialamt durch monatliche Unterstützung aufgestockt. Bei dem anfallenden Papierkram helfen VDK und Versichertenberater im Einklang. Benölken weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass er das Bindeglied zwischen Rentenversicherung und Antragsteller sei. »Ich habe in dem ganzen Verfahren keinen Zugriff auf die gespeicherten Daten. Anhand den Zeiten, die mir vorgelegt werden, kann ich aber in der Regel die Rentensumme recht genau berechnen«, erklärt er.

 

 

So sieht eine Beispielrechnung aus

 

Als Beispiel zeigt er eine Rentenberechnung, wie sie häufig bei ihm auf dem Schreibtisch liegt. Natürlich ist der Name unkenntlich gemacht. Rund 350 Euro Rente würden dieser Person demnach zum Leben bleiben. 350 Euro? Benölken unterstreicht, dass so etwas leider keine Ausnahme sei. Der Rentendurchschnitt bei den Erwerbsminderungsrenten läge derzeit mit etwa 700 Euro unterhalb der Grundversorgung. »22,5 Jahre, also ungefähr die zweite Hälfte der Berufszeit, muss man in der Krankenversicherung pflichtversichert gewesen zu sein«, stellt er zum Schluss klar. »Darauf sollte unbedingt geachtet werden.«

Info

Alle wichtigen Unterlagen auf einen Blick

Um für den Rentenantrag oder die Renten-Kontoklärung gerüstet zu sein, müssen einige Unterlagen zusammengetragen werden. Bernd Benölken weiß, was man mitbringen muss:

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Bankverbindung
  • Angaben über Krankenversicherungsverhältnisse ab 1. Januar 1989
  • Name und Anschrift der Krankenkasse (Chipkarte)
  • Persönliche Steuer-Identifikationsnummer
  • Geburtsurkunden der Kinder (gilt für weibliche sowie männliche Versicherte)
  • Familienstammbuch
  • Letzter Versicherungsverlauf (sofern vorhanden)
  • Sozialversicherungsausweis der DDR
  • Vertriebenenausweis oder Spätaussiedlerbescheinigung (sofern vorhanden)
  • Nachweis über Berufsausbildung (Lehrvertrag, Gesellenbrief etc.)
  • Für Ruhestandsbeamte: Bescheide über die ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten
  • Anschrift des Arbeitgebers, Personalnummer (sofern berufstätig)
  • Schwerbehindertenausweis mit Gültigkeitsnachweis

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