03. Oktober 2018, 18:53 Uhr

Wahnsinnig und wahnsinnig witzig

03. Oktober 2018, 18:53 Uhr
Unerwarteter Besuch mit fatalen Folgen. Die Theatergruppe »Der Spiegel« der SKG Okarben probt für die Komödie »Neurosige Zeiten« von Winnie Abel. (Fotos: cf)

Theaterspielen hat bei der SKG Okarben, die im kommenden Herbst ihr 100-jähriges Bestehen feiert, Tradition. Gegründet wurde die Theatergruppe »Der Spiegel« für Erwachsene bereits am 20. Juli 1920. Spartenleiter Theater sind Marie-Luise Bienstock und Andreas Czuba. Die seit Jahren bestehende Abteilung Kinder- und Jugendtheater leitet Andreas Czuba.

Seit zehn Jahren führt Erwachsenentheaterleiter Bernd Pliquett Regie. Elf Darsteller proben seit April bis zu dreimal in der Woche das neue Stück im Bürgerhaussaal. Verstärkt werden die Okärber Laienschauspieler erstmals durch Michelle Domesle, die gerade eine Ausbildung zur Erzieherin mit Theaterpädagogik absolviert.

Auf dem Spielplan des Ensembles im Oktober steht mit »Neurosige Zeiten« eine irre Komödie in drei Akten. Die Geschichte handelt von »einer skurrilen Psychiatrie-Wohngruppe« und stammt aus der Feder der in Mainz lebenden Journalistin und Autorin Winnie Abel. Die Komödie ist reich an Irrungen, Wirrungen und Verwechslungen. Ort der Handlung ist eine Irrenanstalt. Wie empfängt man Besuch in einer Psychiatrie, ohne dass die Besucherin merkt, dass sie in einer »Klapsmühle« ist? Vor dieser Herausforderung steht Agnes Adolon (Anette Pliquett), sexsüchtige Tochter einer reichen Hoteliersfamilie.

Mutter weiß von nichts

Spontan hat ihre Mutter Cécile Adolon (Martina Bergbauer) sich zum Besuch angemeldet. Sie glaubt, dass ihre in der Pharmaindustrie erfolgreiche Tochter Agnes in einer Villa residiert. Auf die Idee, dass sie in einer in einer Psychiatrie lebt, kommt sie nicht. Agnes bittet ihre mit diversen Störungen und Leiden behafteten Mitbewohner, ihrer Mutter gegenüber normal aufzutreten. Als dann noch die etwas hysterische Tupperwarenverkäuferin Herta (Marie Luise Bienstock) in der Wohngruppe auftaucht und für Agnes Mutter gehalten wird, nimmt das wahnwitzige Verwechslungsspiel Fahrt auf.

Der zwangsneurotische Finanzbeamte Hans (Carl-Benett Bienstock) mimt den langjährigen Lebenspartner. Die Stalkerin und Volksmusikliebhaberin Marianne (Maria de Rosa) wird als Villen-Haushälterin ausgegeben, die manisch-depressive Malerin Desirée (Nuska Fitzner) wird zur Freundin des Hauses erklärt und die menschenscheue, stotternde Waltraud (Ulrike Groh) tritt als Hausmeisterin auf. Genug Personal für das perfekte Chaos. Doch es kommt noch schlimmer. Es tauchen die Psychiaterin Dr. Dr. Ilse Schanz (Michelle Domesle), der Volksmusikstar Hardi Hammer (Michael Neugebauer), der alle Bewohner nervende Beschäftigungstherapeut Rolf (Alexander Farr) und die auf eine spannende Story und knackige Schlagzeile witternde Reporterin Fritzi (Denise Pliquett) auf.

Das Publikum darf gespannt sein, zu welch skurrilen Blüten die Macken, Verwechslungen und ungewollten Bekanntschaften beider Gruppen führen. Nur noch ab und zu müssen Regisseur Bernd Pliquett sowie die Souffleusen Christa Kunkel und Helga Lenhardt eingreifen. Die Techniker Oliver Pentzel und Sebastian Sprater feilen nur noch an Nuancen und Bühnenbildner Franjo Obermann und sein Team sind fertig mit ihrer Arbeit.

Wie das Ensemble berichtet, habe es großen Spaß an der turbulenten Handlung und den unterschiedlichen Rollen. Es sei spannend zu sehen, wie sich Normalität und Wahnsinn miteinander verbinden. Die Herausforderungen sind groß, denn eine Tote zu spielen ist nicht einfach, vor allem dann, wenn ihre Mitspieler sie lachend und temperamentvoll vom Sofa heben. Das geht wohl nur in einer verrückten Wohngruppe.

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