01. November 2019, 21:03 Uhr

Vorbereitungen auf den Frühling

Nicht nur die heimischen Gärten müssen auf den Winter vorbereitet werden, sondern auch die städtischen Grünanlagen. Im Kurpark setzen Mareike Hubeler, Leiterin des Gartenamtes, und ihr Team schon die Zwiebeln für die kommenden Frühlingsmonate.
01. November 2019, 21:03 Uhr
LSF
Für die Wintervorbereitungen im Kurpark muss das Team des Gartenamtes Bad Vilbel kräftig anpacken. In den kommenden Tagen müssen die letzten Arbeiten abgeschlossen werden. Leiterin Mareike Hubeler (vorne l.) setzt zusammen mit ihrer Kollegin Felicita Buchta (vorne r.), den Auszubildenden Maria Dedecke und Christiane Glanz sowie dem Praktikanten Dominik Schäfer Pflanzenzwiebeln im Kurpark. (Fotos: Schäfer)

Still ist es an diesem Mittwochmorgen im Kurpark. Eine kalte Nacht mit Temperaturen um den Gefrierpunkt liegt hinter Bad Vilbel. Höchste Zeit also, die Winterarbeiten auf den öffentlichen Grünflächen abzuschließen. »Wir haben in diesem Jahr bereits Mitte Oktober mit den Arbeiten begonnen und sind fast fertig«, erklärt Mareike Hubeler, Leiterin des städtischen Gartenamtes. Es hänge ganz von der herrschenden Witterung ab, wann mit den Wintervorbereitungen begonnen werde.

Bis Anfang November sollen auf allen öffentlichen Grünanlagen frische Pflanzenzwiebeln gesetzt werden. In dieser Woche wurde bereits die Grünanlage einer der Bad Vilbeler Kreisel für die kalte Jahreszeit vorbereitet. In den kommenden Tagen kümmert sich das Team des Gartenamtes nun um den Kurpark: »Wir graben die Sommerbepflanzung aus, bringen nicht winterfeste Pflanzen, Sträucher und Bäume zum Überwintern ins Gewächshaus und bereiten die Beete für die Winterbepflanzung vor«, sagt Hubeler. Die ausgebuddelten Pflanzen werden jedoch nicht einfach entsorgt, sondern finden Verwendung in anderen Grünflächen der Stadt. Allerdings kommen in diesem Jahr noch Aufgaben hinzu, die eigentlich Ende Oktober nicht mehr anstehen sollten: »Durch den trockenen Sommer wächst das Gras jetzt besser als in den Sommermonaten. Daher müssen wir uns auch um die Pflege der Grünanlagen kümmern.«

Beete sehen jedes Jahr anders aus

Auf dem Plan steht an diesem Tag die Neubepflanzung der sieben Beete im Kurpark. Wie in jeder herkömmlichen Gartenanlage auch, muss zunächst das Herbstlaub von den Beeten entfernt werden. Das funktioniert heute mit einem modernen Akku-Bläser. »Das ist etwas umständlicher als die Benzinmodelle, aber deutlich umweltfreundlicher«, erklärt Hubeler. Ihre Kollegin Felicita Buchta sortiert in der Zwischenzeit am Sprinter des Gartenamtes die großen Körbe mit den Pflanzenzwiebeln. In diesen befinden sich mehrere Beutel mit jeweils 100 Pflanzenzwiebeln. »Für die Frühjahrsbepflanzung setzen wir Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Krokusse«, sagt Buchta. »Bevor die neuen Frühlingsblumen gesetzt werden können, muss zunächst jedoch das Erdreich der Beete gefräst werden. »In diesem Jahr hatten wir mehrere Probleme mit Wühlmäusen, die Löcher in der Erde hinterlassen«, sagt Mareike Hubeler, während sie mit der Fräse durch das Beet schreitet.

Im Anschluss folgt das eigentliche Setzen. In Zusammenarbeit mit Praktikant Dominik Schäfer und den Auszubildenden Maria Dedecke und Christiane Glanz wird das erste Loch gegraben. Hubeler öffnet einen der Beutel und schüttet grüne Zwiebeln (Narzissen) in die Erde. »Wie viele Pflanzenzwiebeln wir in ein Loch füllen, ist unterschiedlich«, erläutert sie. »Auch die Sorten und Farben der Zwiebeln können sich von Jahr zu Jahr ändern.« Insgesamt werden acht Löcher in drei Reihen von den Auszubildenden angelegt. Felicita Buchta kniet in der Erde und füllt die Erdlöcher gleichmäßig aus.

87 000 Pflanzenzwiebeln

»Damit die Frühlingspflanzen im April auch in voller Blüte stehen, müssen wir die Zwiebeln bereits im Oktober setzen«, erklärt Mareike Hubler. »Die Zwiebeln brauchen den Frost, um richtig zu keimen.« Insgesamt sollen 87 000 Pflanzenzwiebeln in den Grünanlagen der Stadt gesetzt werden, davon 33 000 mit der Hand und 54 000 maschinell. An den ersten Flächen, wie beispielsweise dem Bad Vilbeler Kreisel, sind die Winterarbeiten bereits fertiggestellt. Bei den Erdarbeiten muss vorsichtig mit dem Werkzeug hantiert werden, um keine Schäden im Erdreich anzurichten. So stößt Praktikant Dominik Schäfer mit seinem Spaten zufällig auf ein Wasserrohr. »Das wäre jetzt echt blöd, wenn ich die Leitung beschädigen würde«, scherzt er. Nach einer halben Stunde sind jedoch alle 24 Löcher im Beet erfolgreich ausgehoben. »Beim Setzen achten wir jetzt darauf, die Narzissen nach hinten zu setzen, weil sie höher wachsen als die Tulpen«, erklärt Mareike Hubeler. Schließlich solle das Gesamtbild im Frühling schön aussehen.

Erdreich mit Fräse vorbereitet

Während die Leiterin des Gartenamtes mit der Fräse bereits das Erdreich der zweiten Fläche vorbereitet, sorgen die Auszubildenden mit dem Rechen dafür, dass die Besucher des Kurparks wieder ein ordentliches Beet am Wegesrand vorfinden.

Der Erfolg ihrer Arbeit wird jedoch erst im Frühjahr sichtbar werden. Wenn die Frühlingsbepflanzung Ende März/Anfang April aufblüht, ist das Team des Gartenamtes bereits wieder damit beschäftigt, die Grünanlagen für den Sommer vorzubereiten und die Pflanzen aus dem Gewächshaus zu holen. Doch ganz vollendet sind die Pflanzarbeiten im Kurpark ohnehin nie: »Es gibt immer Stellen, an denen nachträglich noch Pflanzen gesetzt werden«, sagt Buchta. Auch in der Winterzeit benötigt der Kurpark manchmal eine pflegende Hand: »Wenn die Wege schneebedeckt sind, erkennen Fußgänger und Radfahrer sie oft nicht richtig und laufen oder fahren versehentlich durch die Beete. Dann müssen wir nachbessern und gegebenenfalls weitere Zwiebeln setzen.«



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