26. August 2019, 20:26 Uhr

Viel Grün fürs Brunnenquartier

Es ist die letzte große Fläche in Karben, die bebaut werden kann. Zwischen Brunnen-, Bahnhof- und Luisenthaler Straße entsteht das Brunnenquartier. In einer neuen Form der Bürgerbeteiligung werden die Karbener beim Planen miteinbezogen. Mehr als drei Dutzend Menschen sind am Samstag dabei gewesen und übten sich als Stadtplaner, um eigene Ideen einzubringen.
26. August 2019, 20:26 Uhr
In Kleingruppen diskutieren die Karbener darüber, wie sie das Brunnenquartier gestalten würden. Im Mittelpunkt steht dabei der fast 16 000 Quadratmeter große Grünzug rund um das Gebiet. (Foto: Lori)

Jedes Baugebiet benötigt eine Rahmenplanung. Sie dient dazu, Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten darzustellen. Dabei wird festgezurrt, wo Häuser enstehen, wo Grünflächen hinkommen, wie die Mobilität organisiert wird, woher die Energie kommt, auch geht es dabei um Ökologie und Naturschutz. In Karben sind Karbener jetzt in diese Planungsstufe miteinbezogen worden. Unterstützt wurden die Neu-Stadtplaner dabei von Christoph Schmitt, vom Landschaftsarchitekturbüro Herrchen & Schmitt aus Wiesbaden sowie Stadtplaner Ole Heidkamp von der Planungsgruppe Darmstadt.

»Es ist uns wichtig, Ihre Wünsche mit einzuarbeiten. Wir hatten bereits ein Bürgerbeteiligungsverfahren und stehen noch am Anfang«, sagte Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Informationen zu den Bedingungen gab es in Kurzform an drei Stellwänden. Heidkamp erklärte alles bis ins Detail. Er wies auch darauf hin, warum eine Bebauung notwendig ist. »Die Innenentwicklung steht vor der Außenentwicklung.« Angestrebt wird eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Es soll vieles zu Fuß zu erledigen sein, vor allem auch die Verbindung zum Bahnhof und zu den Bushaltestellen. Karben werde wachsen, immer mehr Menschen würden hier wohnen wollen. Das sei eine zu erwartende Entwicklung im Rhein-Main-Gebiet. Durch das Brunnenquartier erhalten die sieben Karbener Stadtteile eine Innenstadt. Längst gehören der Stadt sowie der Hessischen Landgesellschaft ein Großteil der Flächen. 79 000 Quadratmeter umfasst das Areal. Etwa 63 000 Quadratmeter entfallen auf das Wohngebiet und 16 000 Quadratmeter auf den Grünzug. 45 bis 60 Wohneinheiten pro Hektar entsprechen etwa 474 Wohneinheiten. »Ein Verkehrsgutachten liegt aktuell noch nicht vor«, sagte Heidkamp. Ausgehend von 1,5 Stellplätzen pro Wohneinheit würden etwa 711 Parkplätze benötigt. Möglich wären hier Sammelgaragen, Car- and Bikesharing, Abstellplätze für Lastenräder und E-Bikes sowie Parkhäuser am Rand des Gebiets.

Begrünte Fassaden

Beim Bau solle darauf geachtet werden, dass Fassaden und Dächer begrünt werden und dass das Regenwasser genutzt werden kann. Außerdem sollten viele Pflanzen und Bäume im Brunnenquartier wachsen. Schnell ergab sich eine Diskussion. Die Karbener wollten wissen, ob es möglich ist, bereits beim Planen zu beeinflussen, dass hier auch bezahlbarer Wohnraum entsteht, wie hoch gebaut werden darf, wie es mit dem Zugang für die Feuerwehr ist und ob es einen Versammlungsplatz gibt. Es ging darum, wie Tiefgaragen bepflanzt werden können, wo und wie Spielplätze angelegt werden und ob es sinnvoll ist, das Brunnenquartier mit einem durchgängigen Radweg zu erschließen, um auch an die Nidda zu gelangen. Inwiefern in dem Gebiet noch Platz für Gewerbe ist. Viele Teilnehmer plädierten für eine zweigeschossige Gebäudehöhe plus Dach. In den fünf Arbeitsgruppen wurde dann über die Lage des Grünzuges debattiert.

Nach Rücksprache mit Heidkamp stand das »grüne Thema« im Mittelpunkt der Modellplanung. Die Stadtplaner auf Zeit aus Karben wünschen sich für den Grünzug im Brunnenquartier Treffpunkte und Orte, wo sie sich aufhalten können. Vielen Anwesenden sind auch bezahlbarer Wohnraum und ein guter Mix an Bewohnern im Quartier wichtig. Geschosswohnungsbau und Reihenhäuser werden favorisiert. Eine Arbeitsgruppe sprach sich für ein autoarmes Brunnenquartier mit vielen Fußwegen, einer Verbindung zur S-Bahn und Parkmöglichkeiten am Rande aus. Wie Heidkamp erklärte, werden die gebündelten Ideen und Vorschläge nun fachlich bewertet und in Form gebracht.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bahnhöfe
  • Brunnen
  • Bürgerbeteiligung
  • CDU
  • Fassaden
  • Guido Rahn
  • Ideen
  • Stadtplanerinnen und Stadtplaner
  • Wohnbereiche
  • Karben
  • Georgia Lori
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 31 - 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.