03. Mai 2019, 11:00 Uhr

Illegaler Bauschutt

Verursacher bleibt wohl unentdeckt

Die Suche nach dem Verursacher der illegalen Bauschuttdeponie in Karben hat einer Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen geglichen. Selbst eine Analyse des Gesteins führte nicht zum Verursacher. Nun muss die Deponie für teures Geld entsorgt werden.
03. Mai 2019, 11:00 Uhr
Selbst die geologische Untersuchung hat nichts geholfen: Der Verursacher dieser illegalen Bauschuttdeponie ist nicht gefunden worden. Nun muss das Material teuer als Sondermüll entsorgt werden. (Foto: Pegelow)

A ls der Artikel über die illegale Bauschuttdeponie zwischen der Brunnenstraße und der Nordumgehung Groß-Karben erschien, war die Empörung groß. Wie Mitte März berichtet, mussten in den Wochen davor mehrere Lastwagen auf die freie Fläche zwischen dem Rapp’s-Lager und der Umgehung gefahren und dort jede Menge Schutt illegal abgekippt haben. Dort liegen immer noch mehrere Haufen mit alten Stein- und Betonmauerteilen, Kunststoffrohren, Sanitärmaterial, Sand und vielem mehr.

Als die Stadt die Öffentlichkeit um Hinweise gebeten habe, habe sich ein Geowissenschaftler gemeldet und unentgeltlich seine Hilfe angeboten, berichtete der stellvertretende Fachbereichsleiter Jörg Witzenberger jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung. Er habe daraufhin das Gestein untersucht und festgestellt, dass es aus der »unmittelbaren Nähe stammen muss«. Also sprich: Aus Karben und der ganz nahen Umgebung.

Gestein stammt aus der Nähe

Mit dieser Analyse der Gesteinsbrocken war also die Mitte März angenommene These hinfällig, »Auswärtige« hätten die Lkw-Ladungen illegal abgekippt. »Da hat halt jemand die vielen Baustellen in Karben ausgenutzt.« In der Tat wird in der Stadt der südlichen Wetterau inzwischen an jeder Ecke gebaut. Zu den öffentlichen kommen noch private Bauten hinzu.

Witzenberger machte sich nach den Hinweisen nochmals auf den Weg zu den diversen Baustellen. Ohne Erfolg. Das bedeutet im Klartext: Da kein Verursacher herauszufinden war, muss die illegale Bauschutt-Deponie, laut Bürgermeister Guido Rahn eine der größten der Stadtgeschichte, auf Kosten der Steuerzahler entsorgt werden. Witzenberger will zunächst klären klassen, wem genau das Grundstück gehört: Rapp’s oder der Stadt. So oder so dürfte es darauf hinauslaufen, was Rahn im März angenommen hat, dass letztlich der Steuerzahler dafür aufkommen muss. Das dürfte nicht billig werden. Laut einem Gebührenkatalog des Regierungspräsidiums Darmstadt werden bei »stofflich gemischtem Schutt« bis zu 800 Euro pro Container-Ladung fällig. Da dürfte also rasch ein fünfstelliger Betrag zusammenkommen.

Damit an dieser Stelle so etwas nicht nochmals passiert oder Schutt hinzukommt, hat Witzenberger zwei dicke Findlinge an der Zufahrt platzieren lassen. »Obendrein passen die Leute jetzt mehr auf. Ich hatte schon drei Anrufe von Bürgern.« Die Kennzeichenfeststellung habe ergeben: »Es waren Mitarbeiter der Straßenmeisterei, die dort Pause gemacht haben.«

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