09. März 2019, 06:00 Uhr

Zerstörung

Vandalismus am Freundschaftsbrunnen

Mit brutaler Gewalt müssen Unbekannte ausgerechnet am Freundschaftsbrunnen in Groß-Karben gewütet haben. Der Schaden ist erheblich. Nun sucht die Polizei Zeugen und bittet um Hinweise.
09. März 2019, 06:00 Uhr
Künstler Peter Mayer muss den Kopf seiner modellierten Bauersfrau stützen, weil die Figur von Vandalen schwer beschädigt worden ist. (Foto: pe)

Peter Mayer lebt und arbeitet in Karben. Hier ist er täglich unterwegs. Dabei kommt er häufig am sogenannten Freundschaftsbrunnen an der Gehspitze vorbei. Als er am Donnerstagmittag gegen 12.30 Uhr mit seinem Auto von der Bahnhofstraße nach links in Richtung Groß-Karben Ortskern abbog, wurde er stutzig.

»Ich bin vom Einkaufen gekommen und habe mich gewundert, dass meine Skulptur am Brunnen den Kopf so hängen ließ«, beschreibt er. Dann steuerte er seinen Wagen auf den Parkplatz neben dem Brunnen mit der kleinen Grünanlage, stieg aus und ging zu seiner Figur.

»Ich war ziemlich schockiert«, sagt er, als er das Malheur von nahem sehen konnte. Die Figur, die er an zehn Tagen und rund 100 Stunden langer Arbeit gefertigt hatte, ist an Kopf und Hals schwer beschädigt. Risse sind im oberen Bereich zu sehen, an der rechten Kopfseite ist der Putz regelrecht herausgeschlagen worden. »Da ist jemand sehr brutal und mit viel roher Gewalt vorgegangen«, stellt Mayer bestürzt fest.

 

Zweite Figur beschädigt

Der Künstler hat daraufhin sofort die Stadt verständigt, die Eigentümerin des Geländes ist. Der nicht mehr funktionstüchtige Brunnen war von heimischen Künstlern in viel Eigenleistung und mit großem Engagement mit Kunstwerken verziert worden (siehe Kasten).

Von dem Symbol der Freundschaft hielten die brutalen Täter, die zwischen Dienstagabend und Donnerstagmorgen zugeschlagen haben müssen, wohl gar nichts. »Da ist möglicherweise wie beim Kampfsport mit großer Kraft dagegengetreten worden«, meint auch der Schutzmann vor Ort, Bodo Zeifang, der am Freitagmittag vor Ort war, um die förmliche Anzeige aufzunehmen. Vielleicht ist aber auch mit einem schweren Gegenstand, etwa einem Baseballschläger, auf die Figur eingeschlagen worden, meint Mayer. Doch der oder die Täter haben es gar nicht dabei belassen. Sie beschädigten auch noch eine zweite Figur an diesem Brunnen. Rüdiger Kaffenbergers »Verbundenheit« weist ebenfalls Beschädigungen in Form von vielen kleinen Löchern auf. »Darauf wurde mit einem spitzen Gegenstand, möglicherweise einem Notfallhammer, eingeschlagen«, schätzt Zeifang.

 

Reparatur mit erheblichem Aufwand verbunden

Obwohl der Schaden nicht so groß ist wie bei Mayers Figur, für die er einen Wert von rund 3000 Euro angibt, schätzt Kaffenberger den Aufwand, das Werk wieder zu reparieren, als »erheblich« ein. »Die Löcher müssen wieder zugemacht werden, sonst dringt dort Wasser ein, das die Skulptur von innen zerstört.«

Erheblich mehr Arbeit wird allerdings Mayer verrichten müssen. Denn die rund 200 Kilo schwere Bauersfrau aus Beton und Zementputz, die von seinem Atelier hinter dem Leonhardischen Schloss mit einem Kran an seinen Ort transportiert wurde, kann er nur direkt am Brunnen reparieren. »Die Figur ist ja ganz fest verankert.«

Die Polizei bittet die Bevölkerung nunmehr um Hinweise auf die Vandalen. Sie fragt, wer Angaben machen kann, ob im fraglichen Zeitraum Beobachtungen gemacht oder verdächtige Geräusche wahrgenommen worden sind. Sachdienliche Hinweise nimmt der Schutzmann vor Ort im Karbener Bahnhofsgebäude unter seiner Telefonnummer 0 60 39/4 86 28 11 entgegen.

Info

Werke von fünf Karbener Künstlern

Er ist fast 15 Meter lang und acht Meter breit, der Brunnen, aus dem einst das Wasser gesprudelt ist. Doch der Gehspitz-Brunnen war irreparabel beschädigt. Deshalb haben sich Stadt und fünf heimische Künstler entschlossen, den Brunnen dort zu belassen und künstlerisch zu gestalten. In vier Wochen haben die vier Karbener Hobbykünstler Heide Khan, Rolf Theis, Rüdiger Kaffenberger und Peter Mayer ihre bunten Betonskulpturen erschaffen. Die Grundgerüste bestehen aus Baustahl. Diesen ummantelten sie Schicht für Schicht mit Beton, in den sie Zementputz, Fliesenkleber, Unterlegscheiben, Spiralen, Spiegel und vieles mehr einarbeiteten. Ergänzt wurden die vier Betonfiguren durch zwei 1,10 Meter hohe weiße Lichtstelen von Alfred Wolski. (pe)

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