01. August 2018, 19:15 Uhr

Stücke am Nachmittag kommen an

01. August 2018, 19:15 Uhr
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Aus der Redaktion
Absoluter Renner ist »Maria, ihm schmeckt’s nicht«. Das Stück läuft zwar bis zum letzten Tag der Saison, doch Karten dürfte man so gut wie nicht mehr ergattern können. »Das ist selten, dass ein Stück zu 100 Prozent ausverkauft ist«, sagt Burgfestspiel-Intendant Claus Günther Kunzmann. (Foto: Eugen Sommer)

Bad Vilbel (kop). Seit 5. Mai und noch bis zum 9. September laufen die diesjährigen Festspiele in der Wasserburg. Es ist also eher eine Zweidrittel- denn eine Halbzeitbilanz, die die Verantwortlichen auf dem Palas der Burg präsentieren. Doch trotz der anhaltenden großen Hitze, sehr früher Schulferien und der Fußball-WM können sie erneut sehr gute Zahlen präsentieren.

So sind es 92 500 Karten, die bis jetzt verkauft wurden. »Davon bezieht sich natürlich ein Teil auf noch kommende Veranstaltungen, wir müssen weiter bis zum letzten Tag werben«, ist sich Kunzmann sicher. Trotzdem sind die Zahlen verheißungsvoll. Im Rekordjahr 2016 mit am Ende rund 108 000 Gästen waren zu diesem Zeitpunkt etwas mehr Karten verkauft, doch im Vergleich zum vergangenen Jahr mit einer Endbilanz von 103 000 Zuschauern sind es bereits jetzt 2500 mehr verkaufte Tickets.

Sie setzen auf Experimente

Dabei setzen Kunzmann und seine Mitarbeiter weiter auf Experimente, sie wollen nicht stehenbleiben in ihrem Bemühen, das Optimum für die Gäste herauszuholen. Sehr gut angekommen ist etwa der Versuch, Stücke am Sonntagnachmittag um 15 Uhr anzubieten. Die Resonanz spreche dafür, dies im nächsten Jahr auszubauen. »Enttäuscht und ein wenig verwundert« ist Kunzmann allerdings über den Zuspruch für die vormittäglichen Aufführungen von »Das Tagebuch der Anne Frank« im Theaterkeller. »Im vergangenen Jahr wurden wir überrannt, dieses Mal war es sehr flau.« Einen speziellen Grund dafür kann Kunzmann aber nicht erkennen.

Umso erfreulicher ist die Resonanz auf die abendlichen Eigenproduktionen. Absoluter Renner ist »Maria, ihm schmeckt’s nicht«. Das Stück läuft zwar bis zum letzten Tag der Saison, doch Karten dürfte man so gut wie nicht mehr ergattern können. »Das ist selten, dass ein Stück zu 100 Prozent ausverkauft ist«, freut sich Kunzmann über den Erfolg. Ob es eine Wiederauflage 2019 geben könnte, will er aber trotzdem noch nicht sagen. »Das hängt auch an den Rechten, ausschließen möchte ich es aber nicht.«

Während der »Käfig voller Narren« mit 75 Prozent verkaufter Karten und »Außer Kontrolle« mit 70 Prozent ebenfalls gute Zahlen aufweisen, fallen »Die Nibelungen« mit 50 Prozent ab. »Damit war aber zu rechnen«, sagt Kunzmann. »Es ist eine hervorragende Inszenierung, aber man muss das wollen. Wir warten jetzt noch auf Kurzentschlossene«, sagt Kunzmann über das dramatische Schauspiel. Ebenfalls zufrieden ist der Intendant mit dem Kinderprogramm. Als absoluter Renner hat sich hier »Pippi Langstrumpf« mit über 90 Prozent Absatz erwiesen, »Peter Pan« folgt knapp dahinter. Ungewöhnlich ist allerdings, dass »Hänsel und Gretel« mit 50 Prozent Absatz deutlich abfällt. »So ein breites Spektrum ist selten«, sagt Kunzmann. Er vermutet als Hintergrund, dass das Stück in der Region zu oft gespielt wird und dass es eher als Winterstück eingestuft wird.

Kontinuität lohnt sich

Als homogen bezeichnet Kunzmann das Zusammenwirken der verschiedenen Ensembles (Musical, Schauspiel, Keller und »Ziemlich beste Freunde« sowie Oper). Fast jeder Darsteller übernimmt zwei Rollen in seiner Sparte, das läuft laut Kunzmann sehr gut.

Ebenfalls gut laufen die Matineen und Gastspiele. Hier setzen die Macher nicht nur auf immer wieder neue Formate wie etwa den ausverkauften Auftritt von Magier Nicolai Friedrich am Sonntagabend, sondern auch auf Bewährtes. So sei die Brass Band Hessen bereits zum achten Mal dabei gewesen. War der Zuspruch anfangs eher überschaubar, sei die Veranstaltung nun zum ersten Mal ausverkauft gewesen. »Kontinuität lohnt sich hier«, ist Kunzmann überzeugt.

Bleiben die neben »Anne Frank« übrigen Auftritte im Keller. Die Zahlen fallen wegen der deutlich geringeren Anzahl an Plätzen hier deutlich kleiner aus, doch laufen »Honig im Kopf« und »Der Gott des Gemetzels« ebenfalls sehr gut, schildert Kunzmann. Und auch abseits der Vorstellungen gibt es sehr gut angenommene Neuerungen. So etwa die Führungen »Hinter die Kulissen«, die fast komplett ausverkauft sind.



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