05. April 2019, 20:48 Uhr

Streit um Datenerhebung

05. April 2019, 20:48 Uhr
Bauen in Karben ist mittlerweile eine teure Angelegenheit. Um den Wohnungsbau gibt es im Parlament immer wieder Streit. (Foto: Pegelow)

Geht es ums Wohnen in Karben, kommt es regelmäßig zum Streit. Wie im gesamten Rhein-Main-Gebiet sind die Immobilienpreise in Karben stark gestiegen, demzufolge auch die Mieten. Investoren sehen sich kaum in der Lage, für unter zehn Euro je Quadratmeter eine Wohnung zu bauen. Der Anstieg der Baupreise ist nur ein Grund, die hohen Grundstückspreise ein anderer. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) berichtete im Parlament davon, dass die Eigentümer von Grundstücken nicht selten 500 Euro pro Quadratmeter verlangen.

Die ständig steigenden Kosten und Mieten rufen diejenigen auf den Plan, die der Stadt, beziehungsweise der Wohnungsbaugesellschaft(Wobau), eine stärkere Rolle auf dem heimischen Markt wünschen.

Linke wollen mehr

Bei der Diskussion über die von SPD und Grünen vorgelegte Erweiterung des Baugebiets in Petterweil zeigte sich aber, dass die CDU hier mitgeht und sowohl die Wobau als auch größere Gesellschaften wie die Nassauische Heimstätte einbeziehen will. Zudem ist die Wobau seit geraumer Zeit in Burg-Gräfenrode aktiv. Wie Bürgermeister Rahn ankündigte, sei die Genehmigung für ein Sieben-Parteien-Haus im Kaicher Weg erteilt worden. Davon würden drei gefördert.

Das alles geht den Linken nicht weit genug. Vielmehr verlangen sie zunächst einmal Daten und Fakten. Deshalb brachte Maag den Antrag ein, die Stadtverwaltung solle beauftragt werden, über die gängigen Wohnungsportale »kontinuierlich Daten zu erheben« und diese den Stadtverordneten halbjährlich zur Verfügung zu stellen. »Ihre Wohnungspolitik führt doch gar nicht weiter«, warf Maag dem Bürgermeister und der CDU-Mehrheit vor. »Wir diskutieren hier außerdem ohne konkretes Datenmaterial«, sagte er.

Als sich Maag warmgeredet hatte, kam die Forderung, dass in Mehrfamilienhäusern 20 bis 30 Prozent der Wohneinheiten an Familien mit Wohnberechtigungsschein abzugeben seien.

Diese Forderungen riefen den entschiedenen Widerstand des Stadtoberhaupts hervor. Würde man diese Quotenregelung konsequent anwenden, »dann dürfte in die Wohnung niemand mehr einziehen, der fünf Euro mehr verdient«. Zudem liege die Quote der Karbener, die ein Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein haben, deutlich darunter. Zu Maags Forderung nach den Daten sagte er: »Datenerhebung schafft noch keine einzige Wohnung.« Zudem sei der Aufwand unverhältnismäßig hoch. »Man müsste jeden Tag in alle Portale schauen.« Es gebe zehntausend Wohnungen in Karben. An Maag gewandt sagte Rahn weiter: »Die Politik der Linken mit billigen Wohnungen im Osten hat nicht funktioniert. Da hat kein Mensch mehr modernisiert.«

CDU: Daten liegen vor

Einzig die Grünen sprangen dem Linken bei. Fraktionschef Rainer Knak meinte, es sei vernünftig, Daten zu erheben. Dagegen meinte CDU-Stadtverordneter Kai Uwe Fischer, die Daten lägen längst vor. Im »Immoscout« werde sogar die Preisspanne genannt. Zurzeit lägen die Mieten zwischen 6,08 und 10,63 Euro. Der Antrag wurde schließlich bei Enthaltung der SPD von CDU und FW abgelehnt.

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