30. Oktober 2018, 20:21 Uhr

Silberhochzeit auf der Bühne

30. Oktober 2018, 20:21 Uhr
Bereits seit April studieren die Roggauer Schauspieler ihre Rollen im Stück »Die Silberhochzeit« ein. (Foto: Schenk)

In Roggau gibt es bald wieder mächtig Theater. Mitte November wollen acht Leute vom Roggauer Bauerntheater in der Mehrzweckhalle für Begeisterung sorgen. Die Proben laufen auf Hochtouren.

Unter der Regie von Tom Meusert wird ein Lustspiel in drei Akten geboten, das sich vom Stil her am klassischen Volksschauspiel orientiert. »Die Silberhochzeit«, geschrieben von Regina Rösch, ist ein turbulenter Bauernschwank, der einfach nur Spaß machen soll. Denkt man an die Erfolge, die das Schauspielensemble seit seiner Gründung vor 14 Jahren feiern konnte, ist die Vorfreude bei Fans da.

Über den Inhalt des Lustspiels will die Gruppe nicht viel verraten. Schließlich wolle man dem Publikum nicht die Überraschung verderben, sagt Iris Sandhofen. Nur soviel: Wenn Erbtante Edith aus Amerika zur Silberhochzeit anreist, dürfte für allerlei Erheiterung gesorgt sein.

Wurzeln in der Fastnacht

Ein Blick auf die Bühne zeigt schon jetzt, dass die Vorbereitungen in der heißen Phase stecken. Die Wände sind mit einer stilvoll-grellen Tapete beklebt. Eine Tür, die man fest zuschlagen kann, gibt es auch. Sie wurde kurzerhand woanders ausgebaut und ins Bühnenbild eingefügt. Das ganze Drumherum macht eines deutlich: Das Stück spielt mitten in einem ganz normalen (Roggauer) Wohnzimmer.

»Alle Requisiten stammen aus Privatbesitz«, sagt Ilka Steinert. »Das Stück soll wie aus dem Leben gegriffen wirken. Wahrscheinlich werden sich viele unserer Gäste darin wiedererkennen.«

Die Vermutung liegt nahe, dass genau dieser Umstand ein Teil des Erfolgsrezeptes ist. Mittendrin bei den Menschen, nicht sperrig, nicht abgehoben. Viele habe man beim Hinausgehen aus dem Saal sagen hören: »Das ist ja wie daheim!«, ergänzt Iris Sandhofen. Das sei ein Ziel ihres Theaterspielens.

Langsam steigt das Lampenfieber an, gibt die Jüngste im Ensemble, Ina Noschitzka, zu. Man könne nichts dagegen machen. Das gehöre zum Schauspielen dazu.

Die Wurzeln des Bauerntheaters reichen bis 2003 zurück. Damals trafen sich einige Fastnachterinnen unter ihnen Silvia Weißmüller und Iris Sandhofen. »Wir wollten schon immer Theater spielen«, erinnert sich Weißmüller. »Aber wir wussten nicht so recht, wie wir es machen sollten.« Dann hätten sie Tom Meusert als Regisseur dazu geholt, er habe ihnen den Weg aufgezeigt. Meusert, früher selbst Theaterschauspieler in Bad Vilbel, kennt die Unterschiede zwischen Theater und Faschingsveranstaltungen. Keiner könne allein auf der Bühne glänzen, wenn andere im Ensemble wegbrechen. »Es ist schon etwas anderes, allein in der Bütt zu stehen oder mit sieben anderen Theater zu spielen. Deswegen proben wir seit April. «

Schwierig scheint es zu sein, männliche Schauspieler zu finden. Roland Seibel ist derzeit der Einzige im Team. Klar, könnten noch mehr Männer mitmachen.

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