01. April 2019, 05:00 Uhr

Jugendfeuerwehr Karben

Sechs »Verletzte« gerettet

Trainieren für den späteren Ernstfall: 57 Kinder und Jugendliche aus ganz Karben, begleitet von ihren Betreuern, waren am Samstag bei einer Feuerwehrgroßübung in Groß-Karben im Einsatz.
01. April 2019, 05:00 Uhr
Wasser marsch! So lautet die Devise bei den schon recht routinierten Nachwuchskräften aus den sechs Karbener Jugendfeuerwehren. (Fotos: Fauerbach)

D ie Sirenen schrillten am Samstag um 14 Uhr in Karben. Gleichzeitig wurden die Einsatzleitungen in allen Stadtteilen über Funk alarmiert. Innerhalb weniger Minuten verließen zehn Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehren (FFW) ihre Standorte. Unterwegs zum Einsatzort, dem Schlossgelände der Freiherrn von Leonhardi in Groß-Karben, waren 57 Kinder und Jugendliche. Begleitet wurden die Zehn- bis 17-Jährigen von ihren Jugendwarten und Betreuern. Am Einsatzort erwartet wurden sie von Stadtjugendwart Thorsten Bipp, Stadtbrandinspektor Christian Becker, weiteren Einsatzkräften sowie zahlreichen Schaulustigen.

 

aus den Wirtschaftsgebäuden. Was Außenstehende für einen Katastrophenfall hielten, war glücklicherweise nur die diesjährige Großübung der Jugendfeuerwehren (JFW) Karbens. Die Frühjahrsübung aller sechs Karbener Jugendwehren war von den beiden Jugendwarten der Feuerwehr Karben-Mitte, Marvin Schuch und Christian Lauff, ausgearbeitet worden. »Angenommen wurde, dass bei Reparaturarbeiten an Fahrzeugen in der Scheune durch Lösungsmittelverpuffung ein Brand ausgebrochen ist. Das Feuer hat bereits auf Nebengebäude übergegriffen. Sechs Arbeiter werden vermisst«, beschreibt das Duo die Lage. Zu den Aufgaben gehörten Menschenrettung, Brandbekämpfung und Verhinderung der Brandausweitung.

 

Schläuche verlegt und angeschlossen

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Nach getaner Arbeit: Henri, Dorian und Fabian (v. l.) verstauen die Schläuche und Geräte i...

Kaum hatten die Löschgruppenfahrzeuge gehalten, begannen die Trupps aus Karben-Mitte, Rendel, Kloppenheim, Okarben, Burg-Gräfenrode und Petterweil die Brandbekämpfung. Routiniert wie bei den Erwachsenen bauten die Angriffs- und Wassertrupps Schläuche und Kupplungen zusammen, verlegten Rohr- und Schlauchleitungen, schlossen diese an die Hydranten an. Kurz darauf ertönte der Befehl »Wasser marsch!«. Während einige der Trupps die Dächer der brennenden und angrenzenden Gebäude von außen sicherten, um ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern, bekämpften Kameraden im Inneren die Brandherde. Scheune und Nebengebäude waren total verqualmt. »Man sieht nichts«, berichteten die Einsatzkräfte aus den Rettungstrupps. Um sich zu orientieren, rutschen einige auf Knien über den Boden. Alle hatten ein mulmiges Gefühl, da keiner wusste, was ihn im Innern erwartete. Trotz allem wurden die sechs Vermissten, dargestellt von Mitgliedern der Kindergruppe Karben-Mitte, in Rekordzeit gefunden und zur Erstversorgung in Sicherheit gebracht. Bei dem realistischen Szenario lernten die Nachwuchskräfte mit ihren Kameraden aus den anderen Jugendfeuerwehren Hand in Hand zusammenzuarbeiten. Zudem mussten alle Geräte und Materialien unter Zeitdruck aufgebaut und eingesetzt werden. »Es war anstrengend, vor allem der Auf- und Abbau«, berichteten die Jugendlichen.

 

Anstrengend, aber klasse

Neben dem hohen Zeitdruck war auch das Retten in den verqualmten Räumen ungewohnt, wie Henri (12), Dorian (13) und Fabian (14) berichteten. Sie fanden die realistische Übung klasse. »Heute war es toll. Es hat alles geklappt, und wir haben gut zusammengearbeitet.« Alle drei sind gern aktiv in der Jugendfeuerwehr. »Der Zusammenhalt und die Gemeinschaft ist sehr gut. Wir lernen viel und haben trotzdem großen Spaß«, sagte Fabian unter zustimmendem Nicken von Henri und Dorian.

Stolz auf die Leistungen der Jugendwarte ist Stadtbrandinspektor Becker. »Die Zahl der Einsätze steigt kontinuierlich an. Die 178 Wehrleute in allen Wehren rücken zwei bis drei Mal in der Woche aus. Deshalb ist die Nachwuchsarbeit und die Übernahme von Jugendlichen in die Einsatzabteilungen sehr wichtig.«

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