31. Juli 2018, 20:56 Uhr

Schöne und nützliche Blühstreifen

31. Juli 2018, 20:56 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Familie Jüngling hat einen üppigen Blühstreifen angelegt. Dieser befindet sich unterhalb des Oberwaldes in Nidderau-Eichen zwischen dem Sendemast und den Windrädern. (Foto: pv)

Blühstreifen sind nicht nur schön, sondern auch sehr nützlich. Das zeigte kürzlich eine Veranstaltung zum Thema »Naturnahe Blühflächen«. Dazu hatte die Stadt gemeinsam mit ihren Partnern, der Bürgerstiftung Nidderau, dem Landschaftspflegeverband Main-Kinzig, dem Arbeitskreis Streuobst Nidderau, dem BUND, der Evangelischen Brückengemeinde Heldenbergen, den Nidderauer Obst- und Gartenbauvereinen, Vogelschutzgruppen, Ehrenamtslotsen und dem Bündnis »Nidderau hilft« sowie dem Main-Kinzig-Kreis, geladen.

Nach der Begrüßung durch Ersten Stadtrat Rainer Vogel hielt Diplom-Ingenieurin Dorothee Dernbach einen spannenden Vortrag über die naturnahe Gestaltung von Blühflächen auf kommunalen Flächen sowie im heimischen Garten. Auch die Stadtverwaltung konnte die ersten Ergebnisse ihres politischen Auftrags, pflegeextensive Blühflächen im Stadtgebiet zu etablieren, präsentieren.

Horst Körzinger von der Bürgerstiftung Nidderau stellte anschließend die gemeinsame Aktion »Nidderau blüht« vor. Die Bürgerstiftung stellt als »Starterpaket« Schmetterlings- und-Wildbienensaum-Saatgut für einen Quadratmeter Blühfläche zur Verfügung, um möglichst viele insektenfreundliche Flächen im Stadtgebiet schaffen zu können.

Die gutbesuchte Veranstaltung endete mit einer spannenden Diskussion über die Möglichkeiten jedes Einzelnen, einen Beitrag zum Stopp des weltweiten Artensterbens zu leisten.

Auch in den Feldlagen werden Blühstreifen bald zum Alltag gehören. Über die Flurbereinigung in Heldenbergen und Windecken sind etwa sieben Hektar Blühflächen als Ausgleichsflächen angelegt worden. Die Stadt Nidderau hat die Anlage von Blühstreifen und Altgrasstreifen sowie das Anwendungsverbot von glyphosathaltigen Mitteln in die Pachtverträge ihrer landwirtschaftlichen Flächen aufgenommen.

Eindrucksvoll präsentiert sich derzeit die Blühfläche auf dem Feld der Familie Jüngling, unterhalb des Oberwaldes in Eichen zwischen dem Sendemast und den Windrädern. Dort blühen über 15 verschiedene Blühpflanzen wie beispielsweise Sommer- wicke, Kornblume, Klatschmohn und verschiedene Kleearten sowie Sonnenblumen.

Keine Insektizide

Der Blühstreifen dient als Lebensraum und der Nahrungsgewinnung von Insekten und Wildtieren, welche sich dort zahlreich einfinden. Der Blühstreifen hat aber auch noch einen Doppelnutzen. Die Kulturpflanzen werden durch den hohen Insektenbesatz im Randstreifen von Schädlingen befreit, beispielsweise durch Marienkäfer, welche die Blattläuse fressen. Somit kann auf den Einsatz von Insektiziden verzichtet werden.

Die Familie Jüngling bewirtschaftet circa 50 Hektar Acker- und Grünland und betreibt eine kleine Angus-Rinderzucht. Seit dem 1. Juli bewirtschaftet sie ihren Betrieb nach den Richtlinien des biologischen Landbaus und ist dem Anbauverband der Naturlandbauern beigetreten. Damit ist die Familie Jüngling der dritte landwirtschaftliche Betrieb in Nidderau der sich für die anerkannte biologische Bewirtschaftung seiner Flächen entschieden hat, wie die Stadtverwaltung mitteilt.



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