19. August 2018, 20:58 Uhr

Schleichverkehr nimmt Überhand

19. August 2018, 20:58 Uhr
MDB
Beliebte, aber illegale Ausweichstrecke: der Radweg nach Dortelweil. (Foto: Diehl )

Der täglich wiederkehrende Stau auf der Büdinger Straße ist schon länger ein Thema für Bad Vilbel und seine Nachbarkommunen. Dabei entstehen immer wieder Kontroversen zwischen den Städten – und es wird sich gegenseitig die Schuld für das hohe Aufkommen an Pendlern zugewiesen. Nun suchen sich die ersten Autofahrer nicht ganz legale Alternativen.

Unter den langen Autoschlangen leiden auch Vilbeler Bürger, die nachmittags nur noch erschwert von der L 3008 nach Dortelweil kommen. Das führt mittlerweile dazu, dass immer wieder Autofahrer den Feldweg vom Bücher-Areal nach Dortelweil-West benutzen, um stockenden Verkehr zu vermeiden. Dieser Schleichweg ist jedoch nicht für Autos und Motorräder zugelassen, sondern ein ausgewiesener Radweg für Schüler.

Keine Beschwerden bei der Stadt

Für die Stadt ist diese Art der Stauumgehung neu. »Diese Nachricht ist noch nicht zu uns vorgedrungen«, sagt Pressesprecher Yannick Schwander. Auch die Ordnungspolizei, die sich bei solchen Fällen an die Stadt wendet, habe sich über solche Fälle nicht geäußert. Schwander weist aber darauf hin, dass ein solches Verhalten kein Einzelfall sei: »Überall, wo Menschen leben, gibt es alternative Fahrbeziehungen. Dass diese auch benutzt werden, ist klar.« Noch seien keine Beschwerden von den Bürgern eingegangen.

Um den Verkehr am Nachmittag zu entspannen, seien allerdings schon erste Maßnahmen getroffen worden. So habe man die Hauptschaltung der Ampel auf der Büdinger Straße verlängert, um mehr Autos durchlassen zu können. Außerdem habe Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) bereits einen Plan veröffentlicht. »Wir können das Problem nicht alleine lösen«, erklärt der Pressesprecher, »der Stau entsteht ja, weil Autofahrer den Stau auf anderen Straßen umgehen wollen und deswegen durch Bad Vilbel fahren.« Um den Durchgangsverkehr einzudämmen, sei der Bau des Riederwaldtunnels, der die A 66 mit der A 661 verbinden soll, von Vorteil.

Die Situation könnte sich allerdings noch verschärfen, wenn die Brücke zwischen Kernstadt und Dortelweil für zwei Jahre wegen des Ausbaus der Bahnstrecke gesperrt bleibt. Einen Vorgeschmack dafür gab es bereits im Juni dieses Jahres, als die Brücke saniert werden musste. Damit würde eine wichtige Zufahrt nach Dortelweil wegfallen und sich der Verkehr auf der B 3 verstärken. Die genauen Pläne der Stadt für die bevorstehende Brückensperrung sind dem Pressesprecher bisher nicht bekannt. Der zweiwöchige Vorgeschmack gebe allerdings Anlass, nachzudenken, sagte Schwander. Jedoch hätten einige Unfälle auf umliegenden Straßen zum Zeitpunkt der Brückensperrung die Situation zusätzlich verschärft. Die Nordumgehung zwischen Karben und Nidderau eröffne aber noch andere Möglichkeiten, da nun viele Autofahrer nicht mehr durch Bad Vilbel fahren würden.

Auf die Frage, ob man nicht zu Beginn der Bebauung schon mehr Wege nach Dortelweil hätte schaffen müssen, weicht Schwander aus und erklärt: »Ohne Dortelweil-West gäbe es keine B 3 und viele Bürger hätten keine Chance auf Wohneigentum gehabt.« Für ihn ist Dortelweil-West kein Fehler gewesen. Bad Vilbel habe außerdem damals den vierspurigen Ausbau der B3 zwischen Massenheim und Kloppenheim befürwortet. Die Stadt Karben sei aber gegen dieses Vorhaben gewesen. Doch nun sei der Aus- und Weiterbau der B 3 Teil des Bundesverkehrswegeplans 2030.

Großzügiger Radweg geplant

Durch die weitere Bebauung des Quellenparks würden bald weitere Straßen im Gebiet hinzukommen. »Die neuen Straßen sollen in Zukunft auch nach Dortelweil führen«, erklärt Schwander. Dann soll der Quellenpark auch vom »Vilbus« angefahren werden. Trotzdem hofft die Stadt, dass viele auf das Fahrrad zurückgreifen werden. »Die ersten Häuser in einem Neubaugebiet haben immer einen Nachteil, weil die Infrastruktur noch nicht vollständig hergestellt ist«, sagt Schwander, »aber das kommt noch.« Die Straßen sollen zwar großzügig angelegt werden, das Rasen jedoch durch bauliche Maßnahmen vermieden. Dann wird es auch einen von der Straße getrennten großzügigen Radweg geben.

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