03. Juni 2019, 20:03 Uhr

Rosen als Fest für die Sinne

Die Naturwiese am Hang ist 5000 Quadratmeter groß. Seit 1993 wurden dort über 500 verschiedene historische Rosen mit Geschichte und Geschichtchen angesiedelt. Die kann auch Initiator Ralf Berster erzählen. Die Besucher des diesjährigen Rosenhangfestes freuten sich auf eine Führung mit dem 83-Jährigen. Er zeigte Rosen mit Charakter, in sanften Farben und verführerischem Duft.
03. Juni 2019, 20:03 Uhr
Ralf Berster ist der Vater des Karbener Rosenhangs. Über Jahre hinweg hat er die Schönheiten gehegt und gepflegt, inzwischen übernimmt die Aufgabe eine Firma. Berster kennt aber nach wie vor die Geschichten hinter den verschiedenen historischen Rosen. (Fotos: Lori)

Während des Rosenhangfestes stehen verschiedene Rosenstöcke und Sorten im Vordergrund, alte Rosen und Wildrosen«, sagt Ralf Berster. Der Hang, eine alte Müllkippe in Klein-Karben, ist mit Gallica- (auch Essigrosen,) Alba-Rosen, Kohlrosen, den mit ihnen verwandten Moosrosen, Damaszener Rosen und vielen weiteren Züchtungen bepflanzt.

Rosenfreunde aus ganz Deutschland besuchten zum Rosenhangfest den Karbener Rosenhang, flanierten bei über 30 Grad über schmale ins Gras gemähte Pfade und genossen den Duft der Blüten an riesigen Rosenbüschen. Ralf Berster hat sich vor 26 Jahren den »Rosenvirus« in Eltville eingefangen. Damals fuhr er mit ostdeutschen Freunden Richtung Rüdesheim und blieb in der größten Stadt im Rheingau hängen. Im Rosenmonat Juni blühten am Gemäuer der Burgruine die Alten Rosen wie Louise Odier, Reine Victoria oder La France. Berster kaufte Rosenbücher und Rosenkataloge und bald wurde es in seinem Garten zu eng. Irgendwann saß er auf einer Bank an der Naturwiese und dachte, wie schön es sein könnte, so viel Platz für Rosen zu haben. Die Stadt Karben reagierte unkompliziert. Die Dinge nahmen ihren Lauf. Heute wird das Kleinod besonders gern zur Rosenblüte im Mai bis zur Hauptblüte in der ersten Junihälfte besucht.

Naturbelassene Wege

»Es wurden immer wieder Ersatzpflanzungen vorgenommen. Wir brauchten mehr Platz«, sagt Berster. Helfer der Diakonie Karben und ein kleiner Kreis der Frankfurter Rosenfreunde unterstützen ihn. »Die Pflege in diesem Jahr wird erstmalig von der Stadt Karben organisiert. Die Firma Garten- und Landschaftsbau Schmidt aus Rosbach übernimmt die Pflegearbeiten. Berster erwähnt auch die Hilfe von Cynthia Nebel, einer freiberuflichen Architektin, die einige Grünanalgen in Karben gestaltet hat. »Besucher erwarten oft einen Park mit Kieswegen, doch das haben wir nicht im Angebot«, sagt Berster. Stattdessen überzeugen die Vielfalt der Rosen und das naturbelassene Ambiente, mit Singvögeln und Insekten im Biotop.

»Die Rosen duften so gut. Es ist ein Fest für die Sinne«, sagt Ivonne Berkenhagen, Mitarbeiterin des Diakonischen Werks Karben. »Besucher kommen deutschlandweit, aber es gibt immer noch Karbener, die den gegenüberliegenden Friedhof besuchen und den Rosenhang noch nie wahrgenommen haben«, sagt Berster. Andere werden über den Rosentourismus auf das Kleinod aufmerksam, zum Besuch in Steinfurth mit Rosenmuseum und Rosenzüchtern, den Rosengarten in der alten Burg in Dreieichenhain oder die Rosenanlage in Eltville gehöre auch ein Abstecher nach Klein-Karben. In der Rosenszene seien historische Rosen eine Besonderheit. »Die Bonifatius-Rose hat es nur dreimal gegeben. Sie war im Besitz von Kardinal Karl Lehmann, von Bischof Franz Kamphaus und blühte hier«, verrät Berster. Immer wieder begegnet er staunenden Besuchern wie Arzu Kempel aus Karben, die mit ihrer Schwiegermutter durch den Rosenhang streift. »Es ist ein bisschen zugewuchert, aber total schön«, sagt sie.

Rosenlyrik und Lieder

»Meine Augen erfreuen sich an den Rosen«, schwärmt Hans-Jürgen Becker aus Obertshausen. Gabriele Sieler aus Nidda hat viele Rosen im eigenen Garten. »Ich mag die Fülle, den Duft, die Vielfalt, das Edle der Rose.« Zum Fest gibt es Rosensekt, Badekugeln mit Rosenduft und Fingerfood des ehemaligen Stammtisches »Vollwertkost«. Die Einnahmen werden für die Sankt-Michaelis-Kirchengemeinde gespendet. Schauspielerin Monica Kaichel zitiert Rosenlyrik und der Senioren-Singkreis Karben unter Leitung von Fritz Amann unterhält die Besucher.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Besucher
  • Charakter
  • Düfte
  • Farben
  • Feier
  • Franz Kamphaus
  • Fritz Amann
  • Karl Lehmann
  • Rosen
  • Karben
  • Georgia Lori
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.