29. August 2017, 19:00 Uhr

Arbeiter-Samariter-Bund

Retter wünschen sich weiter neuen Standort

Die Aufgaben des ASB sind vielfältig. Einen Einblick gab’s beim Tag der offenen Tür in Karben zur Wiedergründung vor 50 Jahren. Weiteres Thema: der Neubau einer Rettungswache.
29. August 2017, 19:00 Uhr
Avatar_neutral
Von Christine Fauerbach
Die Zuschauer bestaunen die Vorführung der ASB-Rettungshundestaffel. (Foto: Christine Fauerbach)

Rettungshunde sind nicht immer gut drauf. Geplant war, dass die Tiere der Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariterbundes (ASB) zum Jubiläum durch Tunnel laufen, in ein Becken mit Wasser und Steinen springen, daraus wurde nicht immer was. Dafür zogen die tierischen Retter viele Blicke auf sich und heimsten Applaus ein.

Vielfältig sind die Aufgaben des ASB neben den Rettungshunden präsentierten die Helfer beim Tag der offenen Tür, wie sie mit Feuerwehren bei Unfällen zusammenarbeiten. Anlass des Trubels auf dem Areal an der Dieselstraße waren die Feiern zum 50-jährigen Bestehen. Das Gelände rund um die Rettungswache im Karbener Industriegebiet hatte sich in eine Ausstellungs- und Aktions-fläche mit Spiel- und Feiermeile verwandelt.
 

Im Wünsche-Wagen fährt der ASB sterbenskranke Menschen zu einem Wunschort.

Marcus Schönbach, 1. Vorsitzender des ASB Regionalverbands Mittelhessen, freute sich über das große Interesse der Besucher am ASB, den Angeboten, Dienstleistungen und seiner Geschichte. Weit mehr als Erste-Hilfe-Kurse bietet der ASB an. Längst kümmern sich ASB-Angestellte in Schulen darum, dass die Kinder nach der Schule betreut sind, außerdem betreuen die Helfer Senioren und bilden Sanitäter aus.

 

Wunsch: Neubau an der B 3

 

Bei der Feier kam immer mal wieder die Frage auf, wie es in der Zukunft mit dem Standort an der Dieselstraße weiter geht. Bürgermeister Guido Rahn versicherte, dass der Wunsch des ASB einen neuen Standort nahe der B 3 zu finden, bei der Planung berücksichtigt werde. Ziel sei es in einem Neubau die beiden Standorte an der Dieselstraße und in Kloppenheim zusammenzuführen. Die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfer freuten sich über die Spendenschecks, die zum Jubiläum unter anderem von Rahn, dem Ersten Kreisbeigeordneten des Wetteraukreises Jan Weckler, der Stadt Nidderau und vom Landesverband kamen. Die Ehrengäste lobten vor allem die Erfolge in der Schülerbetreuung im Kreis. Rahn hob die Zusammenarbeit beim Erstellen des Altenhilfeplans für Karben hervor. Zudem sei der ASB ein starker Partner, gehöre zu den Hauptarbeitgebern in der Region. Neben der Breitenausbildung in Erster Hilfe, bildet der ASB Notfallsanitäter, Pflegefachkräfte und Verwaltungsangestellte aus. »Ich wünsche mir eine Weiterentwicklung und Professionalisierung in allen Aufgabenbereichen«, sagte Marcus Schönbach. »Bestens ausgebildete Mitarbeiter sind unser höchstes Gut«. Weiterentwickeln müsse sich auch die Technik und die Fahrzeuge.

 

Schauübung mit Feuerwehr

 

Geplant sei die aktivierende Pflege und die Schülerbetreuung auszubauen. Dazu werde alles getan, um den Standort als Rettungsdienst mit Erhalt des Notarzteinsatzortes zu sichern. »Ein sinnvolles Wachsen in allen Bereichen, die von Bürgern gefragt sind, ist nötig«, erklärte Schönbach.

Die Besucher konnten sich bei den Helfern über deren Arbeit im Haupt- und Ehrenamt informieren. Einblicke in den Rettungsdienst gewährten Schauübungen mit der Karbener Feuerwehr bei einem »Verkehrsunfall unter erschwerten Bedingungen« und die Vorführung mit sieben Rettungshunden und ihren Hundeführern von der ASB-Rettungshundestaffel Mittelhessen. Bei der Fahrzeugausstellung reichten die Bandbreite der Modelle vom Oldtimer-Krankenwagen von 1955 bis hin zum Wünsche-Wagen, in dem sterbenskranke zu einem Ort, an den sie sich wünschen transportiert werden können. Inspizieren konnten die Gäste auch einen Gerätewagen, in dem zwei Dutzend Verletzte transportiert werden können sowie über Elektrofahrzeuge, die als Pilotprojekt für zwei Jahre vom ASB getestet werden.

Ein Hingucker ist alte Rettungswagen, ein Opel Olympia Baujahr 1955.
ASB Geschichte

Der ASB blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Den Grundstein legten, noch unorganisiert, Zimmerleute in Berlin, die einen Kurs in Erster Hilfe bei Unglücksfällen am Arbeitsplatz anboten. Bis zu seiner Gründung 1888, gab es keine Organisation, die Sanitäter schulte, sich bei Arbeitsunfällen um Verletzte zu kümmern. Im Herbst 1896 rief der Arzt Dr. Raphael Friedburg die erste Arbeiter-Samariter-Kolonne ins Leben. Nach ihrem Leitspruch aus dem Jahr 1910 »An jedem Ort, zu jeder Zeit, sind zur Ersten Hilfe wir bereit«, entwickelte sich der ASB kontinuierlich. Bei seinem Verbot 1933 durch die Nationalsozialisten war die ASB-Bewegung in Mittelhessen nahezu flächendeckend mit 58 Kolonnen vertreten. Nach der Gleichschaltung und Zerschlagung des ASB im Mai 1933, erfolgte am 5. Juli 1933 die Überführung der vollständigen Ausrüstung der Kolonnen an das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Die formale Auflösung des ASB datiert auf den 1. August 1933. Bereits Ende 1946 waren die ersten ASB-Kolonnen wieder aktiv. Aus bescheidenen Anfängen 1945 wuchs der ASB zu einer der größten Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen der Bundesrepublik. Vor 50 Jahren gründete sich dann der ASB in der Wetterau wieder. (cf)



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos