17. November 2018, 17:00 Uhr

Städteverbindung

Radwege-Ausbau nach Dortelweil kommt

Endlich ist die Lösung da. Der Feldweg zwischen Dortelweil und dem Gewerbegebiet Klein-Karben soll zu einem ordentlichen Radweg ausgebaut werden. Nach jahrelangem Ringen haben sich die Nachbarstädte Bad Vilbel und Karben geeinigt. Vor allem ein Schmiermittel hat dabei gewirkt.
17. November 2018, 17:00 Uhr
Dieser Radfahrer biegt in Klein-Karben an der Dieselstraße auf den Radweg (ehemals Pappelweg) nach Dortelweil ein. Hier im kurzen, schon ausgebauten Abschnitt auf Karbener Gemarkung, soll eine Schranke Autos davon abhalten, den Weg zu befahren. (Foto: dpg)

Der gordische Knoten ist durchschlagen: Aus Dortelweil kommt endlich ein Ja zum Ausbau des Radwegs nach Karben. Gemeinsam wollen nun die Nachbarstädte Bad Vilbel und Karben den früher von Pappeln gesäumten Weg zwischen dem nördlichen Ortsrand von Dortelweil und dem südlichen Ende des Klein-Karbener Gewerbegebiets ausbauen. Die Route ist wegen ihrer direkten Streckenführung zwischen den Nachbarstädten besonders bei Pendlern beliebt, die das Zweirad nutzen. Allerdings nicht nur: Immer wieder haben in der Vergangenheit Autofahrer den Feld- als Schleichweg benutzt, um Staus auf der B3 und in der Karbener Stadtzufahrt zu umgehen.

Den langjährigen Wunsch aus Karben, den auf einem Teilstück geschotterten und mit tiefen Schlaglöchern übersäten Weg auszubauen und für die Radler damit attraktiver zu machen, lehnten die Dortelweiler jedoch stets ab. Zu groß war die Furcht, dass der Weg, wenn er erst ausgebaut ist, noch viel stärker als Schleichweg missbraucht wird.

Ihn einfach für den Fahrzeugverkehr zu sperren geht auch nicht, da Landwirte die Strecke benötigen, um zu ihren Feldern zu gelangen. Und genau an dieser Stelle haben sich die Nachbarstädte nun zu einer Lösung durchgerungen: »Es wird eine Sicherung mittels einer Funkschranke geben«, erklärt Vilbels Erster Stadtrat Sebastian Wysocki.

 

Schranke per Funk zu öffnen

Überzeugt hätten die Vilbeler vor allem die positiven Erfahrungen, die man in Karben mit einer solchen Schranke im Karbener Weg vor der Kurt-Schumacher-Schule gemacht habe. Dort verhindert eine solche Lösung seit vielen Jahren die Durchfahrt. Linienbusse können jedoch passieren: Die Fahrer öffnen die Schranke ganz schnell und vom Fahrersitz aus per Funkschalter.

Diese bequeme und zugleich langfristig funktionierende Lösung hat die Vilbeler überzeugt: »Dadurch gibt es keine Bedenken mehr«, sagt Wysocki. Auch Karbens Bürgermeister Guido Rahn ist erleichtert: »Endlich haben wir es geschafft.«

Platziert werden soll die Schranke direkt an der Zufahrt zum Weg auf der Klein-Karbener Seite, und zwar am Abzweig in der Kurve der Dieselstraße. Das sei notwendig, damit Fahrer nicht verleitet würden, in den Weg einzufahren, sagt Wysocki. Auf nicht einmal hundert Meter Strecke verläuft der Weg hier noch auf Karbener Gebiet, von der ersten Kurve an dann über Vilbeler Grund.

 

Umfahren der Schranke wird verhindert

Die kurze Strecke auf Karbener Gemarkung hatte die Stadt bereits vor einigen Jahren mit einer Asphaltdecke ausgebaut. Hier ist nun laut Wysocki ein leichter Umbau nötig, damit das Umfahren der Schranke unterbunden wird. Eine Lösung dafür soll nun ein Planungsbüro ausarbeiten. »Es muss ja sichergestellt sein, dass Radfahrer durchkommen, aber keine Autos«, betont der Erste Stadtrat.

Möglich wird die Lösung unter anderem, nachdem sich der Wetterauer Landrat Jan Weckler (CDU) eingeschaltet hatte. Er will die Strecke ausbauen, weil er sie zum regionalen Radwegeprojekt »Kurze Wetterau« als Verbindung nach Frankfurt zählt. Der Kreis übernimmt jetzt auch die Planungsarbeit.

 

Kosten werden aufgeteilt

Anschließend würden sich die Nachbarstädte die Baukosten teilen, sagt Wysocki. Die seien auf 300 000 bis 400 000 Euro geschätzt – wobei voraussichtlich noch Landesfördergelder flössen. Dabei zahle jede Kommune den Ausbau auf ihrem Grund, erläutert der Bad Vilbeler. Die Quellenstadt übernimmt die Bauausführung. Die Kosten für Bau und Betrieb der Schrankenanlage wollen sich Karben und Bad Vilbel teilen.

In beiden Städten haben inzwischen die Stadtregierungen zugestimmt. Formell muss das zwar auch der Kreis noch machen – er hat die Vereinbarung aber ausgearbeitet. Sebastian Wysocki frohlockt vorsichtig: »Damit dürfte dem Ausbau nichts mehr im Weg stehen.«

Meinung

Schwere Geburt

Um Himmels Willen, was war denn das für eine schwere Geburt! Ein paar Hundert Meter Feld- zum Radweg ausbauen und darüber wird viele Jahre lang diskutiert? Das lässt sich wahrlich keinem Menschen erklären. Ja, natürlich: Der Pappelweg, der längst seiner Pappeln verlustig ging, ist ein beliebter Schleichweg. Und, ja: Das ist für einige in Dortelweil sicher sehr nervig. Auch für die Landwirte, die auf dem Weg unterwegs sein und sich immer wieder mit illegal übers Land kurvenden Autofahrern herumschlagen müssen. Wieso aber dauert es so viele Jahre, bis eine Lösung umgesetzt werden kann? Wieso muss erst ein Landrat ein Machtwort sprechen? Politik darf nicht bedeuten, dass eine kleine Minderheit alles blockieren kann. Aufgabe der Politik ist es, die Auswirkungen für die Minderheit so abzumildern, dass die Mehrheit den Nutzen ausschöpfen kann. Das scheint zwischenzeitlich hier aus dem Blick geraten zu sein. Wie gut, dass man sich nun besonnen hat. Denn dass einer der am stärksten frequentierten Radwege weit und breit eine solche Schlaglochpiste ist, ist ein Armutszeugnis für die zwei Städte. Und mit ihnen für eine ganze Region. (dpg)

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