22. Juli 2019, 11:00 Uhr

Radweg nach Gronau

Radweg in weiter Ferne

Von Rendel nach Gronau sind es nur drei Kilometer. Selbst für ungeübte Radfahrer eine leicht zu bewältigende Strecke. Zwar kurz, dafür aber umso gefährlicher, denn einen Radweg gibt es nicht.
22. Juli 2019, 11:00 Uhr
Lang ist der Weg von Rendel nach Gronau nicht. Doch Radfahrer, die zur Niddertalbahn wollen, müssen die Kreisstraße benutzen. Deshalb fordern Karbenund Bad Vilbel einen Radweg. Über den hat der Wetteraukreis aber noch nicht entscheiden. (Fotos: pe/Archiv)

E ine bessere ÖPNV-Anbindung an die Niddertalbahn steht seit Jahren im Forderungskatalog der Menschen in Rendel. Vor allem die Pendler beklagen sich über die wenigen Busverbindungen. Kürzlich hatte diese Zeitung darüber berichtet. Wer in Rendel wohnt und nach Frankfurt zur Arbeit muss, muss zunächst mit dem 74er Bus zum Bahnhof Groß-Karben fahren, wo er in die S6 umsteigt. Kürzer und schneller wäre ein Bus zum Gronauer Bahnhof, wo die Pendler nach Frankfurt in die Regionalbahn 34 umsteigen könnten. Doch lediglich an die Züge um 6.24 Uhr, 7.21 Uhr, 8.18 Uhr und 15.49 Uhr besteht Anschluss. Nachmittags sieht es ähnlich aus.

Dauerthema im Rendeler Ortsbeirat

Schon etliche Male hat sich der Ortsbeirat Rendel mit diesem Thema befasst. Ein Ergebnis hat er nicht erzielt. Denn der Rhein-Main-Verkehrsverbund sperrt sich gegen einen angeblich unwirtschaftlichen Parallelverkehr zur S6. Andererseits hat Bürgermeister Guido Rahn (CDU) kürzlich einmal Zahlen genannt, wie teuer zusätzliche Fahrten wären. Nämlich rund 89 000 Euro pro Jahr für lediglich zwei zusätzliche Busfahrten zum Gronauer Bahnhof. Diesen Betrag müsste die Kommunalpolitik freigeben, um Rendelern einen besseren Busanschluss ans sogenannte Stockheimer Lieschen zu ermöglichen.

Aufgrund der Berichterstattung hat sich Leser Hans S. Kuhn gemeldet und moniert, dass auch ein Radweg von Rendel nach Gronau fehle. »In Zeiten des Klimawandels würden einige Rendeler gerne mit dem Rad zum Gronauer Bahnhof fahren und dort mit dem Stockheimer Lieschen bis Bad Vilbel oder Frankfurt Hauptbahnhof fahren.«

Kreis müsste Grundstücke kaufen

Das sehen auch die Verantwortlichen in beiden Städten so. Der für Verkehrsfragen in der Karbener Verwaltung zuständige stellvertretende Fachdienstleiter Ekkehart Böing sagt, es sei das Ziel der Städte Karben und Bad Vilbel, dass entlang der Kreisstraße 247 zwischen Gronau und Rendel ein Radweg gebaut wird, um diese Lücke zwischen beiden Städten endlich zu schließen und die RB34 besser anzubinden. »Für einen Straßen begleitenden Radweg - was die schnellste und direkteste Verbindung wäre - ist der Wetteraukreis zuständig.« Bad Vilbels Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) assistiert: »Die Radwegeverbindung nach Rendel ist auch im Radverkehrskonzept der Stadt Bad Vilbel enthalten und wird selbstverständlich unterstützt. Die Führung entlang der Kreisstraße ist die sinnvollste, weil direkteste Verbindung. Den Kreis würden wir bei der Realisierung des Vorhabens konstruktiv unterstützen.«

Die beiden Städte stehen einem solchen Radweg also sehr positiv gegenüber und haben ihn in ihre Radwegeplanung einbezogen. Der Ball liegt jetzt also beim Wetteraukreis, denn bei der K247 handelt es sich um eine Kreisstraße.

Von dort kommt indes wenig Ermutigendes. Kreissprecher Michael Elsaß sagt, beim Kreis sei der Bedarf an diesem Radweg bekannt. Der Koalitionsausschuss werde sich in den nächsten Wochen mit diesem Thema befassen. Dabei gehe es um die Finanzierung. Welche Route der Radweg nehmen solle, müsse die Kommunalpolitik vor Ort entscheiden. Das hat sie, wie mehrfach berichtet, bereits getan. Bad Vilbel und Karben wollen einen direkten Weg entlang der Kreisstraße. Welche Kosten da in Rede stehen, hat Bürgermeister Rahn im Rahmen einer Ortsbegehung des Ortsbeirats einmal genannt: »Ein Kilometer Radweg kostet ohne Grundstück 200 000 Euro.« Bei drei Kilometern wären das rund 600 000 Euro nur für den Bau. Hinzu kämen Grundstückskosten; der Wetteraukreis müsste das eine oder andere Teilstück Land den Ortslandwirten abkaufen. Ein Radweg könnte also summa sumarum schnell zu einem Millionen-Projekt

Derweil berichtet der Karbener CDU-Vorsitzende Mario Beck, dass der Kreis den Radweg als Planungsauftrag vergeben wolle. »Wir werden in der Sache am Ball bleiben«, kündigt er an.

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