02. Juni 2019, 20:12 Uhr

Professionelle Vorbereitung für gute Unterhaltung

02. Juni 2019, 20:12 Uhr
Austausch: Kathrin Kegler (l.) und Adelheid Müther besprechen vor dem Modell des Bühnenbildes noch einige Details. (Foto: hir)

Mit der Premiere der Komödie »Pension Schöller« starten die Burgfestspiele am morgigen Dienstag auf der Hauptbühne in die Abendsaison ihrer 33. Spielzeit. »Ich mache gerne Komödien«, sagt Adelheid Müther. Die Regisseurin realisiert in diesem Sommer mit »Pension Schöller« ihre zehnte Inszenierung für die Burgfestspiele. Mit Ausnahme von »Der Päpstin« waren es hier immer Komödien. Allerdings ist Müther keineswegs nur auf diese Sparte abonniert, vielmehr hat sie an anderen Theatern auch viele Dramen und Schauspiele auf die Bühne gebracht. Teilweise auch integrative Theaterprojekte.

»Bei Komödien ist es einfach so, dass man sich freut, wenn man lacht«, bringt sie es auf den Punkt. Schließlich spreche nichts gegen gute Unterhaltung, aber sie muss eben auch gut gemacht werden. Die Auf- und Abgänge der Figuren sind bei Komödien stark festgelegt, da muss das Timing stimmen. Ansonsten gehe die komödiantische Schlagkraft verloren. Ein »Macbeth« könne weit weg von Shakespeares Original in eine andere Situation versetzt werden. Durch die Regie müsse dies dann sicher nachvollziehbar begründet werden. Eine Komödie setze aber ein ganz anderes Nachdenken voraus.

Bestätigt wird die Regisseurin von Bühnenbildnerin Katrin Kegler. Komödien zu inszenieren gestalte sich oft viel schwieriger als bei Dramen und Schauspielstücken. Es erhebt sich immer die Frage, welches Niveau kann eine Komödie vertragen, ohne in Klamauk und Klamotte zu verfallen. Die Verführung, in diese Richtung zu gehen, sei ja oft vorhanden. So gehe es darum, die schrägen Vögel in der Pension Schöller - ein übermotivierter und abenteuerlustiger Großwildjäger, eine skurrile Schriftstellerin, ein stets cholerischer Major a.D. und ein Möchtegern-Schauspieler mit Sprachfehler - nicht zu Karikaturen verkommen zu lassen. Und ob die scheinbar Normalen eigentlich irre sind oder die scheinbar Irren normal, das mag jeder beurteilen, wie er will.

»Pension Schöller« ist eine liebenswerte Komödie, die an allen deutschsprachigen Theatern landauf landab gespielt wird. Adelheid Müther bringt diesen Lustspiel-Klassiker des Mainzer Autorenduos Jacoby-Laufs zum ersten Mal auf die Bühne. Inszenierungen von Regiekollegen hat sie noch nicht gesehen, und auch den 1960 erschienen Film mit Theo Lingen und Boy Gobert will sie sich erst später vielleicht einmal ansehen. Generell hält die Regisseurin es meistens für besser, wenn sie ein Stück erst einmal nur vom Hörensagen kennt. Von Katrin Keglers Ideen für das Bühnenbild und von den Kostümentwürfen von Marie-Therese Cramer fühlt sich Adelheid Müther sehr inspiriert. »Ich bin da richtig beglückt.«,

Die Handlung wurde vom letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in die 1930er Jahre verlegt. Keglers Bühnenbild greift deshalb auf expressionistische Motive zurück. Sie hat die Wände der Berliner Pension und andere Schauplätze mit Malerei dieser Epoche bestückt. Die Zuschauer sollen das Stück auch in Bildern denken - jenseits von Naturalismen. Marie-Therese Cramers Kostüme passen sich dem an. Während die Farben der Kulissen etwas gedeckter sind, wird es bei den Kostümen farbiger und leuchtender.

Im zweiten Teil verlagert sich die Handlung ins Provinznest Kyritz ins Gutshaus des Herrn Klapproth. Wie sich dann das Bühnenbild als flexibel für die neue Situation erweisen wird, dürfte das Publikum positiv überraschen. »Pension Schöller« ist nach der Premiere mit 16 weiteren Vorstellungen auf dem Spielplan der Burgfestspiele vertreten.

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