10. Mai 2019, 20:48 Uhr

Pfarrstellen könnten erhalten bleiben

10. Mai 2019, 20:48 Uhr
JKÖ
Pfarrer Eckart Dautenheimer informiert die Roggauer Kirchengemeinde über die geplante Gesamtkirche: (Foto: Kötter)

Die Vorbereitungen für die Karbener Gesamtkirche laufen. In einer Gemeindeversammlung hat Pfarrer Eckart Dautenheimer nun erklärt, was das für Burg-Gräfenrode bedeutet.

Eine »Auferstehung im neuen Gewand«: So hat Pfarrer Dautenheimer die Bildung der Gesamtkirchengemeinde Karben den Roggauern erklärt. Fünf der sechs bestehenden Kirchen werden sich zum 1. Januar zu einem solchen Kooperationsraum zusammenschließen. Dass dies für Burg-Gräfenrode nur wenig Folgen haben wird, hat Dautenheimer nun in einer Gemeindeversammlung deutlich gemacht. So werde der Gottesdienst weiter am ersten und dritten Sonntag im Monat stattfinden, und auch in Sachen Kirchenvorstand bringt die Gesamtkirche für Roggau wohl so wenig Änderungen wie für keinen anderen Stadtteil: Denn drei der insgesamt 17 Ämter im neuen Gesamtkirchenvorstand werden künftig aus Roggau gestellt.

Für gewöhnlich werden dazu bereits gewählte Vertreter delegiert, bis 2021 erstmals ein Gesamtkirchenvorstand gewählt wird. Während andere Stadtteile möglicherweise bereits grübeln, welche Vertreter sie delegieren, stellt sich die Frage im kleinsten Stadtteil derzeit nicht: Nach dem Rücktritt von vier der sieben Kirchenvorstände im Streit um den Verkauf der Oberburg sind nur drei Ehrenamtliche verblieben. Der Verkauf der Oberburg war es möglicherweise auch, der dafür gesorgt hat, dass die Roggauer die Informationen zur Gesamtkirche vergleichsweise still aufgenommen haben: Zu gespannt waren die rund 50 Anwesenden der Versammlung wohl auf den zweiten Tagesordnungspunkt des Abends, den Verkauf der Oberburg.

Ganz ohne Nachhaken hinnehmen wollte man den Zusammenschluss aber doch nicht: Fehlende Informationen wurden bemängelt - ein Vorwurf, der bereits beim Burg-Verkauf im Raum stand. »Das kann man uns hier nicht vorwerfen, wir haben immer wieder informiert«, wies Dautenheimer die Beschwerde zurück. »Die Information fällt jetzt nicht aus dem Himmel.«

Petterweiler Entscheidung kritisiert

Dass Petterweil in der Gesamtkirche nicht mitmachen möchte, kritisierte Dautenheimer. »Das geht auf Kosten der Pfarrstellen« - und damit zulasten der rund 7000 evangelischen Christen in Karben. Thomas Föller aus Okarben, der das Projekt Gesamtkirchengemeinde mit leitet, erklärte: »Vereinfacht kann man sagen, dass die zwei großen Gemeinden Groß-Karben und Klein-Karben einen Überhang an Pfarrstellen haben und damit uns Kleineren helfen.« So könnten Pfarrstellen erhalten werden. Und: »Wir bleiben eigenständig gegenüber Dekanat und Landeskirche«, betonte Dautenheimer. Denn so könne weiter der Kirchenvorstand über zu besetzende Pfarrstellen entscheiden.

Ab 2021 hat die Gesamtkirche eine erstmals für diese Form gewählte Vertretung. Die Idee aus der Gemeinde, schon jetzt - in der Zeit des ohnehin stattfindenden Umbruchs - zu wählen, stieß nicht auf Akzeptanz. Eine Amtsperiode von gerade einmal eineinhalb oder zwei Jahren bis zur offiziellen Wahl sei unpraktikabel und demotiviere, sagte Föller.

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