05. Februar 2019, 13:00 Uhr

Internet für Senioren

Per Whatsapp mit Enkeln in Kontakt durch Kurse in Bad Vilbel

Smartphone und Tablet: Sind diese elektronischen Geräte nur etwas für junge Leute? Nein, ist Franz Hollube überzeugt. Er zeigt Senioren in Bad Vilbel, wie man damit umgeht.
05. Februar 2019, 13:00 Uhr
Ob Smartphone oder Office-Paket: Franz Hollube zeigt älteren Menschen in seinen Kursen, wie das geht. (Foto: Alexander Seipp)

Das Internet ist heute aus dem Alltag junger Menschen kaum wegzudenken. Whatsapp und andere Messenger-Dienste haben E-Mail und Briefe bei ihnen längst ersetzt. Doch nicht nur für junge Leute ist das Internet ein spannender Ort: Gerade auch für Senioren ergeben sich viele Chancen. Doch oft sind Senioren überfordert: Wie bedient man ein Smartphone, was muss man alles beachten? Damit sie damit nicht alleingelassen werden, ist Franz Hollube zur Stelle. Der 71-Jährige kennt sich aus und erleichtert mit seinen Smartphone- und Internetkursen den Einstieg in das oft kompliziert und komplex scheinende Thema.

Sie wollen nicht im Altenheim sitzen und vereinsamen, sondern mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben

Franz Hollube, Kursleiter

»Für viele Senioren ist es sehr wichtig, mit Messenger-Diensten umzugehen«, weiß Hollube. Denn gerade um Kontakt zur Familie zu halten, können sie vieles erleichtern. »Sie wollen nicht etwa im Altenheim sitzen und vereinsamen, sondern mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben. Und das geht heute eben meist nicht mehr mit Briefen und E-Mail, sondern über Whatsapp oder Threema.«

 

Von WhatsApp bis Office

Und so kommen sie zu Franz Hollube in den Kurs. »Die große Herausforderung für mich ist oft, dass es ganz unterschiedliche Leistungsstände gibt«, sagt der Experte. »Es kommen Leute, die schon ihr Smartphone ein paar Jahre nutzen, aber ein paar Tricks dazulernen wollen. Andere haben noch nie einen Computer in der Hand gehabt und wir müssen von null anfangen.« Ob also erste Schritte im Internet, auf dem Smartphone oder Microsofts Office Paket: Hollube weiß Rat.

Doch ein weiteres Anliegen bereitet den Senioren immer wieder Probleme: Zum Beispiel die unterschiedlichen Betriebssysteme der Geräte. »Zwischen Android, IOS von Apple oder gar Windows Phone gibt es riesige Unterschiede, sodass ich oft einzeln erklären muss.« Auch die von den Senioren mitgebrachten Geräte sind oft sehr unterschiedlich. »Dass man sein eigenes Smartphone nutzt, ist sehr wichtig«, sagt Hollube. »In anderen Handy-Kursen wird eine Präsentation gezeigt und die Senioren sollen es zu Hause nachmachen.

Bis dahin haben die manches schon wieder vergessen. Bei uns üben wir am eigenen Smartphone, sodass es auch in der Praxis direkt angewendet werden kann. Übung, Übung, Übung statt Theorie!« Und so lernen die Senioren in kleinen Gruppen, greifen sich gegenseitig unter die Arme.

 

Probleme mit den Räumlichkeiten

Doch nicht alles ist rosa: »Das große Problem sind für uns die Räumlichkeiten«, weiß Hollube. Denn die Räume im Haus der Begegnung werden von vielen Vereinen genutzt. So gibt es häufiger Terminprobleme und spontan muss ein anderer Termin gefunden werden. »Oft sind wir dann in der Teestube auf dem Heilsberg, die ja ein Seniorentreff ist«, sagt der Technikexperte. Doch dort gibt es weder WLAN noch Beamer; alles andere als Ideal, um die ersten Schritte im Internet zu machen.

Hollubes eigene erste Schritte liegen lange zurück, denn zu seinem Wissen ist der gelernte Maschinenbautechniker nicht zufällig gekommen. »Ich war schon immer sehr technikaffin«, erinnert sich Hollube. Seinen ersten Rechner schaffte er zu Beginn der 80er Jahre an. Alle zwei Jahre wurde der alte durch einen neuen Rechner ersetzt. So sprang Hollube auch schnell auf den Zug der ersten Mobiltelefone und Smartphones auf. »Beruflich war ich viel unterwegs, dass hat sicherlich eine Rolle gespielt.«

 

Anlaufzeit am Anfang nötig

Bei den Senioren kommt das Angebot gut an, die Kurse sind gut besucht, sogar aus Karben kommen Leute vorbei. »Als ich mir vor fünf Jahren mein erstes Smartphone gekauft habe, konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie viel Einfluss das alles haben würde«, sagt Klaus Kornemann, einer von Hollubes fleißigsten Schülern.

»Am Anfang war es natürlich sehr schwer, da brauchte es schon eine Anlaufzeit«, sagt er. Doch heute hat es viele Vorteile, ein Smartphone zu besitzen. »Es ist für mich sehr wichtig, um am Leben teilnehmen zu können«, erklärt Kornemann. »Nachrichten, Veranstaltungen, Kontakt zu Freunden, die weiter weg wohnen: All das passiert über das Internet. Wenn man diese Möglichkeit nicht nutzt, dann verpasst man einfach was.«

Info

Infos und Kontakt

Organisiert werden die Kurse für Senioren vom Vilbeler Seniorenbüro. Infos auf der Homepage der Stadt Bad Vilbel oder unter der Telefonnummer 0 61 01/60 23 14.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Apple
  • Elektronik und Elektrotechnik
  • Microsoft
  • Smartphones
  • Tablet PC
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos