16. September 2019, 14:00 Uhr

Karben

Per Kleinbus aus Rendel zur Niddertalbahn

Die Rendeler wünschen sich die alten Zeiten zurück. Die Zeiten, in denen der Karbener Stadtbus im Stundentakt bis in die Bad Vilbeler Innenstadt gefahren ist. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Das hat auch in der jüngsten Ortsbeiratssitzung für erneute Debatten gesorgt.
16. September 2019, 14:00 Uhr
Eine besser Busanbindung des Karbener Stadtteils Rendel an Bad Vilbel und Gronau wünschen sich die Rendeler. (Fotos: pe)

Gleich zweimal hat es in den vergangenen Jahren gravierende Änderungen im Karbener Busverkehr gegeben. Als zum Fahrplanwechsel 2012/2013 der Groß-Karbener Bahnhof nicht mehr, wie zuvor, Knotenpunkt von Buslinien und S-Bahn war, kam alles aus dem Takt. Auch nicht zuletzt deshalb, weil die Straßen immer voller wurden, insbesondere in Bad Vilbel.

Weil dort die Karbener Stadtbusse im Stau standen, griff man bei der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) und der Stadt Karben zu einem Trick: Die Buslinie nach Bad Vilbel wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 gekappt, und aus der einst zwischen Vilbel und Petterweil verkehrenden einen Buslinie 26 wurden zwei Buslinien gemacht: 72 und 74. Oberste Priorität hatte die Anschlusssicherheit am S-Bahnhof. Dem fielen einige Verbindungen zum Opfer, zum Beispiel auch die direkten Busfahrten in die Vilbeler Innenstadt. Endstation ist seitdem die Vilbeler Straße in Gronau, wo die Leute in den 62er Vilbus umsteigen können, der sie in die Vilbeler Innenstadt zu den zahlreichen Ärzten, Rechtsanwaltspraxen und Einkaufsmöglichkeiten fährt.

Zum Opfer fielen aber auch einige Anschlüsse an die Niddertalbahn. Genau das wird nun in Rendel seit Jahren immer wieder thematisiert. So auch in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Anlass waren Zeitungsberichte, nach denen zwei zusätzliche morgendliche Verbindungen pro Jahr 89 000 Euro kosten würden. Eine Zahl, die Bürgermeister Guido Rahn (CDU) von der VGO erfahren hatte. Die hatte nämlich auf Bitten der Stadt Karben hin die Busunternehmen angeschrieben, um herauszufinden, wie teuer die in Rendel immer wieder geforderten besseren Verbindungen an die Niddertalbahn kommen würden.

Unfassbare Summen

Über die hohe Summe staunten die Beiräte in ihrer jüngsten Sitzung nicht schlecht. »Das ist einfach unfassbar«, sagte CDU-Beirat Markus Hau. Wenn er das einmal durchrechne, würde jede Busfahrt quasi 150 Euro kosten. »Das kann ich mir gar nicht vorstellen.« Erster Stadtrat Friedrich Schwaab (CDU) meinte, diese Zahlen seien der Stadt von der VGO so durchgegeben worden. Hau plädierte dafür, noch einmal nachzurechnen und die Kosten auszurechnen für einen zehnsitzigen Kleinbus. »Es reicht doch, wenn ein größeres Taxi von Rendel an den Gronauer Bahnhof fährt.« Der Christdemokrat weiter: »Dann würden wir vielleicht über 15 000 Euro reden.« Die Beiräte baten Schwaab, diese Anregung in die Verwaltung mitzunehmen und nochmals mit der VGO zu diskutieren.

Ein weiterer Vorschlag für eine bessere Verbindung kam von Ortsvorsteher Erhard Menzel (CDU). »Man könnte doch darüber nachdenken, den 62er Bus von Gronau bis nach Rendel zu verlängern. Man könnte ausrechnen, wie lange der Bus hin und zurück benötigt und ob das noch mit dessen Umlauf zu machen sei. »Eine solche Direktverbindung würde vor allem unseren älteren Mitbürgern helfen, bequem zu ihren Ärzten nach Bad Vilbel zu kommen.« Im Laufe der Diskussion wurde von einigen Bürgern auch noch einmal thematisiert, dass es nicht nur um zusätzliche Verbindungen zur Niddertalbahn am Morgen, sondern auch am Abend von Gronau nach Rendel gehe.

Schwaab gab zu bedenken, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund genau darauf achte, dass kein »unwirtschaftlicher Parallelverkehr zur S-Bahn« entstehe. Die Zusammenhänge seien komplex. Der Erste Stadtrat schlug deshalb vor, dass die Ortsbeiräte mit dem städtischen Verkehrsplaner Ekkehart Böing einmal einen Termin im Rathaus vereinbaren sollten. Dann könne man alle Möglichkeiten noch mal durchsprechen. Man darf gespannt sein, ob dann etwa auch die Direktverbindung angesprochen wird, die es im Juli 2018 schon einmal gegeben hat, als die Landesstraße zwischen Rendel und Klein-Karben komplett gesperrt war. Da hatte das Glauberger Taxiunternehmen, das für die Stadt das Anruf-Sammel-Taxi AST fährt, tagsüber mit einem Linientaxi unter der Bezeichnung 74E die Verbindung von Rendel nach Gronau Bahnhof hergestellt.

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