24. September 2019, 11:00 Uhr

Bahnhöfe Groß-Karben und Okarben

Pendler zahlen fürs Parken

Ab Oktober wird es ernst. Die Stadt Karben wird für das Parken an den beiden Bahnhöfen Gebühren verlangen. Die Parkscheinautomaten dafür sind bereits installiert.
24. September 2019, 11:00 Uhr
Die Parkscheinautomaten sind bereits installiert. Die ersten Kunden haben laut Bürgermeister Rahn schon etwas eingeworfen. Zum Oktober geben die Automaten dann auch Parkscheine aus. (Foto: Pegelow)

Wer am Freitagvormittag den kleinen Parkplatz neben dem Groß-Karbener Bahnhofsgebäude ansteuerte, hat mühelos einen Parkplatz gefunden. Etliche Stellplätze waren dort frei, ein ganz ungewohntes Bild. Rund 200 Meter weiter, auf dem großen, videoüberwachten P+R-Platz, sah das ganz anders aus. Es mag Zufall gewesen sein oder am Freitag liegen, an dem viele nicht mehr arbeiten. Der Normalzustand ist ein anderer: Die Stellplätze rund um den Groß-Karbener Bahnhof sind voll, und das häufig schon bis um 8 Uhr. In Okarben ist es ähnlich, aber nicht ganz so voll.

Speziell der Parkplatz am Groß-Karbener Bahnhof, den man auch bequem mit den Stadtbussen erreichen kann, soll künftig entlastet werden.

Denn geht es nach der Stadt, kostet das Parken ab 1. Oktober Gebühren. Am Wochenende hat die Stadt in einer Amtlichen Bekanntmachung die künftig zu zahlenden Entgelte veröffentlicht. Demzufolge werden Gebühren auf den Park+Ride-Parkplätzen westlich, östlich und nördlich der S-BahnStation Groß-Karben sowie auf dem Park+Ride-Parkplatz westlich der S-BahnStation Okarben fällig. Die erste Stunde ist frei, danach wird ein Euro pro Tag verlangt. Laut neuer Satzung beträgt die Gebühr für das Monatsticket zwölf Euro. Dann folgt ein für die regelmäßigen Pendler wichtiger Zusatz: »Mit dem Monatsticket ist kein Anspruch auf einen reservierten Parkplatz verbunden.« Eine Erstattung von Tages- und Monatstickets sei nicht möglich. In der Satzung werden, wie von den Stadtverordneten gewünscht, auch gebührenfreie Zeiten festgelegt: An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen sowie montags bis freitags in der Zeit von 19 bis 5 Uhr, kann weiterhin, wie seit vielen Jahren schon, kostenfrei geparkt werden.

An Wochenenden gebührenfrei

Die Gebühren sind das Ergebnis von ausführlichen Debatten in den Ausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung. Eine Magistratsvorlage, die beispielsweise 15 Euro Monatsgebühr vorgesehen hatte, wurde entsprechend abgeändert. Auch die SPD-Idee, den kleinen Parkplatz neben dem Groß-Karbener Bahnhofsgebäude für Pendler mit Monatstickets vorzusehen, wurde verworfen. Die CDU-Mehrheitsfraktion will nach den Worten ihres Vorsitzenden Mario Beck erst mal die Erfahrungen mit den Gebühren abwarten.

Mit der Gestaltung des Monatstickets wollte der Magistrat der Tatsache Rechnung tragen, dass heutzutage viele auch tageweise von zu Hause aus arbeiten. Wenn jemand Homeoffice mache und eine Monatskarte mit reserviertem Platz hätte, würde dieser Platz leer stehen. Ähnlich wäre das, wenn jemand im Urlaub wäre.

Zudem soll die erste Stunde deshalb kostenfrei sein, damit Angehörige jemanden zum Zug bringen könnten und deshalb einen freien Stellplatz finden.

Mit den Gebühren, die erstmals nächste Woche Dienstag erhoben werden, liegt Karben bei den Tagestickets doppelt so hoch wie Bad Vilbel. Dort kostet der P+R-Platz 50 Cent für den ganzen Tag. Allerdings gibt es dort keine Monats-, aber Wochentickets.

Es hatte bereits bei den Diskussionen über die Einführung kritische Stimmen gegeben. So fragte Grünen-Fraktionsvorsitzender Rainer Knak danach, ab welcher Höhe denn die gewünschte Lenkungswirkung weg vom Auto, hin zum Bus eintreten werde.

Ganz heftige Kritik übte der Linke Uwe Maag, der die Einführung der Gebühren an den Parkplätzen als »Abzocke auf Raten« bezeichnet.

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