07. Februar 2017, 20:31 Uhr

Orgelvielfalt von sanft bis dramatisch

07. Februar 2017, 20:31 Uhr
Kantorin Geraldine Groenendijk spielt an der Walcker-Orgel in der Bad Vilbeler Christuskirche. (Foto: pv)

Eine erfrischende Mischung der Orgelliteratur bot Kantorin Geraldine Groenendijk am Samstag in der Christuskirche. Sie verstand es kreativ zu spielen, dazu erläuterte sie informativ die Werke aus drei Jahrhunderten.

Das besondere an der Walcker-Orgel der Christuskirche ist neben ihrem vielseitigen Klangspektrum unter anderem ihr frei beweglicher Spieltisch auf Besucherniveau. Dies ermöglichte es den Orgelinteressierten nicht nur akustisch, sondern auch visuell der stilistischen Vielfalt zu folgen, die Geraldine Groenendijk mit Werken von Bach über Reger bis Alain zu Gehör brachte.

Überraschend startete die Organistin zunächst mit der imposanten und mächtigen Fantasie in g-Moll von Johann Sebastian Bach. Das fünfteilig angelegte Stück wechselte dabei zwischen frei gestalteten Abschnitten und imitatorisch angelegten Passagen.

Auf dieses älteste Stück des Konzerts folgte eine weitere Überraschung mit Alains »Variation sur un thème de Clément Jannequin« das jüngste Stück des Abends. Dennoch konnte ein Gefühl der inneren Verwandtschaft beider Stücke nicht verleugnet werden. Wie von Groenendijk erläutert, konnte in diesem direkten Vergleich zwischen alter und neuerer Musik Alains Bestreben nachempfunden werden, authentisch Neues aus dem Geiste der Tradition zu erschaffen.

»Prélude, Fugue et Variation« des zweiten Franzosen des Abends, César Franck, erzeugte eine meditativ träumerische Stimmung. Während die leicht melancholischen Klänge des Präludiums in der Fuge von etwas beruhigenderen Melodien abgelöst wurden, folgte mit der Variation im dritten Teil eine Abwandlung des Präludiums mit sechzehntel Läufen, bei denen das Schwellwerk der Walcker-Orgel gekonnt zur Geltung kam.

Lieder-Verwandtschaften

In der zweiten Hälfte des Konzertes stellte Groenendijk einen musikalischen Bezug zum Reformationsjahr her. Sie präsentierte Stücke von Reger und Langlais, zwei sehr verschiedene musikalische Interpretationen des feierlichen, lateinischen Lob-, Dank- und Bittgesangs »Te Deum«. Der Hymnus »Te Deum« wurde von Luther vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt und findet sich noch heute im evangelischen Gesangsbuch. Auch der Choral »Großer Gott, wir loben dich« ist mit dem »Te Deum« verwandt. Das letzte Stück, die Sonate in d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy kann ebenfalls in Verbindung zu Luther gebracht werden. So beinhaltet es im ersten Satz Variationen des Lutherchorals »Vater unser im Himmelreich«.

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