21. Januar 2019, 08:00 Uhr

Großbaustelle

Neues spektakuläres Bauprojekt bei Hassia

Die nächste Großbaustelle in Bad Vilbel wird in den nächsten Tagen sichtbar. Hassia baut ein weiteres Hochregallager – das dritte des Mineralwasserherstellers in der Stadt.
21. Januar 2019, 08:00 Uhr
Dennis Pfeiffer-Goldmann
Das Fundament ist gelegt: An der Büdinger Straße ensteht bei Hassia ein Hochregallager für Betriebsstoffe. Bis Ende März soll der Bau äußerlich fertig sein. Dann wird innen die Technik eingebaut. (Fotos: Dennis Pfeiffer-Goldmann)

Der riesige Autokran dürfte die Blicke der zehntausenden Autofahrer auf sich ziehen, die jeden Tag durch die Büdinger Straße in Bad Vilbel rollen. Ab dieser Woche will hier Hassia ein weiteres Hochregallager bauen – direkt neben der vielbefahrenen Straße am Rand des Betriebsgeländes zwischen Gießener Straße und Festplatz. Die Pendler haben in den kommenden zwei Monaten Logenplätze beim Beobachten des Baufortschritts. Der dürfte recht spektakulär werden. Denn auf 2300 Quadratmetern Grundfläche entsteht ein 16 Meter hoher Bau, der Platz für 4908 Europaletten bieten soll. »Das wird das kleinste Lager hier am Standort«, sagt Stefan Marhold, Leiter interne Logistik beim Mineralwasser herstellenden Familienbetrieb.

Die Gebäude wurden in den vergangenen zehn Jahren als Zwischenlager gebraucht

Stefan Marhold

Die 16 Meter Höhe erlaubt der Bebauungsplan hier schon länger. Ein wenig wird der Neubau damit über die zwölf, 13 Meter hohen Nachbargebäude hinausragen – auf der einen Seite der Verwaltungstrakt, im Süden die Produktionshallen. Äußerlich dürfte der Neubau am Ende recht unspektakulär aussehen, schätzt Firmensprecherin Sybille Trautmann. »Ein schickes Grau«, wie auch die Lager neben in der Straße Im Rosengarten. Ob zumindest ein Namens-Schriftzug auch diesen Bau schmücken wird, sei noch nicht entschieden.

ndv_Betriebsstoffregal2_dpg
In den Produktionshallen nebenan wird es immer enger: Stefan Marhold, ist Leiter für Inter...

Dass sich auf dem Gelände etwas tut, ist schon seit vielen Monaten zu sehen. Anfangs wurden die alten Vorgängerbauten abgerissen, darunter die alte Malerwerkstatt und ein Ersatzteillager. »Die Gebäude wurden in den vergangenen zehn Jahren nur noch als Zwischenlager gebraucht«, sagt Stefan Marhold. »Eine wenig genutzte Ecke.« Doch in den Produktionshallen nebenan wird es immer enger. Was auch damit zusammenhängt, dass die Produktion oft auf Hochtouren läuft.

 

Produktionskapazitäten stoßen an Grenzen

Zwischen den Anlagen werden bisher die Rohstoffe, Betriebs- und Hilfsstoffe gelagert – von Etiketten über Zutaten für die Getränke bis hin zu den Flaschenrohlingen und Leergut. Da die Produktionskapazitäten an Grenzen stießen, müsse die Produktion in nächster Zeit erweitert werden, erklärt Sybille Trautmann. Dafür muss Platz geschaffen werden – deshalb müssen die ganzen Roh- und Betriebsstoffe raus. Vor allem diese sollen in Zukunft im neuen Hochregal lagern. Dieses wird mit dem voll automatisierten Logistiksystem verbunden, das alle Standorte des Hassia-Stammsitzes miteinander verbindet – auch die anderen beiden Hochregallager beiderseits des Rosengartens. Mit einer Art Seilbahn wird hierüber die Ware innerhalb des Unternehmens befördert.

Gegenüber dem Status quo wird es dadurch nicht länger dauern, bis die Mitarbeiter das jeweils nötige Material herbeigeschafft haben. »Bisher müssen sie es in der Produktionshalle suchen«, erklärt Stefan Marhold. In Zukunft gibt es einen Übergabepunkt, wohin die Technik das gewünschte Material auf einer Palette automatisch und selbsttätig bereitstellt. Genutzt werden kann das neue Hochregallager natürlich zugleich als Puffer für fertig abgefüllte Produkte. Wie viel Hassia für das Hochregallager investiert, mag Firmensprecherin Trautmann auf Nachfrage zunächst nicht sagen.

 

Von innen nach außen bauen

Das Vorhaben sei aber Teil eines größeren, konzernweiten Investitionsprogramms. Mit ihm sollen die Produktionskapazitäten ausgeweitet werden, um steigender Nachfrage gerecht zu werden. Sichtbar wird diese Expansion ab nächster Woche im Stadtbild. Denn ab dann werden die Bauarbeiter den großen Metallkorpus des neuen Lagers erstellen. »Wir bauen von innen nach außen«, erklärt Logistikchef Marhold. »Also zuerst die Regale, dann hängen wir Dach und Wände daran.« Bis Ende März soll der Bau äußerlich fertig sein. Noch einmal zwei Monate länger dauert es, bis auch innen die Technik eingebaut worden sein wird.

Hassia

Jahresumsatz mehr als 100 Millionen Euro

Zwei weitere Hochregallager betreibt Hassia bereits in Bad Vilbel. Das erste wurde 2009 östliche der Straße Im Rosengarten in Betrieb genommen. Es hat eine Kapazität von 40000 Vollgut-Paletten. Das zweite Hochregallager wurde 2012 westlich davon gebaut auf dem Gelände der früheren Kronia-Quelle. Es bietet Platz für weitere 22000 Paletten. Hassia Mineralquellen setzt pro Jahr mehr als 400 Millionen Liter Mineralwasser und Mineralwasser basierte Süßgetränke ab. Sie macht unter anderem mit den Marken Hassia, Elisabethen-Quelle, Rosbacher und Bizzl einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Hassia Mineralquellen sind ein Teil der Hassia-Gruppe. Zu ihr gehören unter anderem die Kelterei Rapp’s in Karben, Bionade, die Lichtenauer Mineralquellen und Kumpf Fruchtsaft nahe Stuttgart. Auch Marken wie Vita Cola, Ti und Margon sowie Apfelweine wie der Blaue Bock und der Alte Hochstädter gehören zur Gruppe. 

Schlagworte in diesem Artikel

  • Hassia Mineralquellen
  • Mineralquellen
  • Mineralwasser
  • Produktionskapazitäten
  • Bad Vilbel
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos