26. Januar 2018, 20:17 Uhr

Neue Verträge mit privaten Trägern

26. Januar 2018, 20:17 Uhr
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Von Holger Pegelow
Viele Schüler werden auch nach der Schule betreut. (Symbolfoto: dpa)

Wenn eine Stadt mit der Arbeit privater Träger in Sachen Schüler- und Ganztagsbetreuung zufrieden ist, dennoch aber die bestehenden Verträge gekündigt hat, kann es nur um eins gehen: ums Geld. »Wir wollen eine gerechtere Verteilung der finanziellen Mittel zwischen der Schülerbetreuung und der Ganztagsbetreuung«, sagen Bürgermeister Guido Rahn und die Leiterin des Fachbereichs Kinderbetreuung, Heike Herrmann. Deshalb wollen sie im Februar mit den beiden privaten Trägern ASB und »Lola« die Verträge neu aushandeln.

Die beiden privaten Träger Lola und ASB bieten die Schülerbetreuung an. Lola ist der Trägerverein, der die Kinder der Groß-Karbener Pestalozzischule betreut, der Arbeiter-Samariter-Bund ist für alle anderen Schulen zuständig. Beide müssen nach Angaben von Heike Herrmann aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit eine qualitätvolle Betreuung gesichert sei.

So müssten auf zehn Kinder 7,5 Fachkraftstunden pro Woche kommen. Die Leitung müsse eine pädagogische Fachkraft sein. Zudem seien zwei Tage Fortbildung pro Jahr und Mitarbeiter Pflicht. Und sowohl der ASB wie auch Lola müssten der Stadt ein Konzept vorlegen, zweimal im Jahr müssten sie Zahlen und Fakten übermitteln.

Zurzeit zahlt die Stadt laut Rahn und Herrmann 100 Euro pro Kind, das in der Schülerbetreuung ist, aber nur rund die Hälfte für Kinder in der Ganztagsbetreuung. Allerdings werden die Schülerbetreuung in Karben immer mehr nachgefragt. Inzwischen würden stadtweit rund 500 Mädchen und Jungen der Schuljahre 1 bis 4 betreut. Aufgrund der massiven Steigerung der Betreuungsplätze würden die Gesamtausgaben bei rund 450 000 Euro liegen.

Laut Bürgermeister ist der städtische Zuschuss in der Ganztagsbetreuung und in der Schülerbetreuung unabhängig davon, an wie vielen Tagen und wie viele Stunden das jeweilige Kind betreut werde. Solange fast alle Schüler in der Schülerbetreuung betreut worden seien und nur wenige im Ganztagsprogramm, sei eine weitere Differenzierung nicht erforderlich. Inzwischen seien aber vier von fünf Grundschulen im Ganztagsprogramm, jedoch mit unterschiedlichen Jahrgängen und Nutzungsquoten. Das erscheint der Stadt ungerecht. Heike Herrmann drückt es so aus: »Ob ein Kind an drei oder an fünf Tagen in der Betreuung ist: Die Stadt zahlt immer 100 Euro pro Kind.«

Die auch in der Summe somit ungleiche Verteilung der Zuschüsse für Ganztags- und Schülerbetreuung möchte die Stadt nun nicht mehr. Deshalb hat sie die Verträge mit den beiden privaten Trägern gekündigt und möchte sie neu aushandeln. »Die Eltern brauchen keine Angst zu haben, dass ihre Kinder nicht mehr betreut werden oder dass es bald weniger Plätze gibt.« Die Stadt wolle nur die Zuschüsse anders verteilen, wobei die Gesamtsumme konstant bleibe.

Den Trägern habe man das bereits mitgeteilt. Heike Herrmann hat nach eigenen Angaben Verständnis für den Schritt der Stadt erhalten. Zumal man auch mitgeteilt habe, dass man mit der Arbeit der beiden Träger sehr zufrieden sei. »Wir wollen weiter zusammenarbeiten«, habe sie den Verantwortlichen mitgeteilt. Zurzeit erarbeitet man im Fachbereich Kinderbetreuung der Stadt einen neuen Finanzierungsschlüssel. Im Februar will man sich im Rathaus zu Neuverhandlungen treffen.



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