17. Juli 2018, 20:40 Uhr

Neue Plätze zum Hessentag

Der Hessentag 2020 ist für den Bad Vilbeler Magistrat Anlass, die Frankfurter Straße aufzuhübschen. Erste Ideen dazu hat das renommierte Frankfurter Büro Albert Speer und Partner den Bürgern jetzt vorgestellt.
17. Juli 2018, 20:40 Uhr

Wer durch die Frankfurter Straße läuft, stellt es unschwer fest: Außer auf dem neu gestalteten Niddaplatz mit Boutiquen, Cafés und der Stadtbücherei möchte man sich nicht allzu lange in der wichtigen Innenstadtstraße aufhalten. Sie ist viel befahren, die Gehwege sind an den meisten Stellen schmal, an öffentlichen Sitzgelegenheiten mangelt es. »Wenn man sich dort niederlassen soll, ist das nicht allzu gemütlich«, hat auch Landschaftsarchitektin Dorothee Hock festgestellt. Sie arbeitet für das Frankfurter Büro Albert Speer und Partner, das vom Magistrat den Auftrag für ein sogenanntes Freiraumkonzept erhalten hat. Es soll Vorschläge machen, wie der öffentliche Raum entlang der Frankfurter Straße einschließlich der Stichstraßen zur Nidda hin aufgewertet werden kann. Damit solle die Aufenthaltsqualität gesteigert und die Verweildauer erhöht werden«, postuliert Erster Stadtrat Sebastian Wysocki die Ziele. Keine Frage, dass er damit auch den Hessentag in zwei Jahren im Auge hat. Denn die Stadt will sich von ihrer besten Seite zeigen, und das nicht nur zwischen Festplatz und Kurhaus.

Also müssen Experten Vorschläge erarbeiten, wie die durch räumliche Gegebenheiten und Verkehrszwänge schwierige Situation dieser wichtigsten Bad Vilbeler Straße verbessert werden kann. Das Interesse an dieser ersten Bürgerinformationsveranstaltung war groß. Trotz der Ferienzeit waren rund 140 Zuhörer in den Saal der Stadtbücherei gekommen. Sie nahmen mit teilweisem Beifall entgegen, was Architektin Hock vorschlägt.

Lastwagen sollen raus

Zunächst möchte sie den überörtlichen Lkw-Verkehr aus der Straße herausnehmen, es sollten keine Fahrzeuge über 7,5 Tonnen diesen Abschnitt mehr befahren dürfen. Lediglich Anlieferverkehr sei noch frei. Ebenso soll die Buslinie 30 nicht länger durch die Frankfurter Straße verkehren. Einer Fußgängerzone erteilte sie aber eine Absage. Die sei »nicht realistisch und in der politischen Diskussion abgelehnt worden«. Stattdessen schlägt sie eine Abfolge von ähnlich gestalteten Plätzen vor, etwa in den Einmündungen zur Baugasse oder zum Grünen Weg. Der Marktplatz am Alten Rathaus und die Einmündung zur Ritterstraße sollen zu »Eingangstoren« für die Innenstadt umgestaltet werden. Dabei arbeitet die Architektin mit gleichen Bodenplatten sowie gleichen Sitzbänken, Papierkörben und Fahrradständern. Zwischen den Plätzen will sie an einer Straßenseite ein sogenanntes Funktionsband schaffen. Auch hier sollen Sitzgelegenheiten entstehen, ebenso Papierkörbe und viele Fahrradständer. Architektin Hock will dafür etliche Parkplätze wegfallen lassen und auf den Plätzen zu den bestehenden Bäumen einige weitere hinzupflanzen, wo dies möglich sei. Weil Wasser in Bad Vilbel ein Hauptthema sei, wolle sie kleine Wasserspiele integrieren.

Kopfzerbrechen bereitet ihr und den Verantwortlichen noch der südlichste Teil der Frankfurter Straße, rund um das einzige Kaufhaus der Stadt. Hier müsse erst mal die Stellplatzfrage geklärt werden.

Die kleinen Stichstraßen von der Nidda zur Frankfurter Straße will die Architektin als Mischverkehr gestalten lassen. Das heißt, Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer nutzen dieselbe Straßenfläche.

Bürgerin fordert Tempo 20

Hinterher kamen Dutzende Fragen und Anregungen. Eine Zuhörerin schlug vor, ähnlich wie Bad Homburg an einem »Fassadenanreizprogramm« teilzunehmen. Die Stadt Hanau habe 40 Gebäude im Zentrum neu anstreichen können. Stadtrat Wysocki informierte, das gehöre mit zu den Überlegungen des Magistrats. Zum 30er-Bus sagte der Verkehrsdezernent, »den würden wir gerne aus der Frankfurter Straße herausnehmen«. Eine andere Zuhörerin schlug vor, Tempo 20 einzuführen. Mehrfach wurde eine zusätzliche Niddaüberquerung für Fußgänger und Radfahrer angemahnt. Es wurde ebenso vorgeschlagen, die gesamte Frankfurter Straße neu zu pflastern »und dabei die Geräuschbelastung zu reduzieren«. Hock und Wysocki meinten, man wolle nun nicht gleich die gesamte Straße umgestalten. Neue Pflaster gebe es nur in Höhe der neuen Plätze.

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